Kolumnist: Christian Grabbe

Preiskorrektur bei Metallen der Seltenen Erden vor dem Ende




05.10.12 12:42
Christian Grabbe

China versucht, seine Monopolstellung weiter auszubauen. Wandlung vom Exporteur zum Nettoimporteur. Themen-Zertifikate bieten neue Chancen.

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Der Kampf um die Rohstoffe hat begonnen. In keinem anderen Bereich ist dies sichtbarer als bei den Metallen der Seltenen Erden. Sie sind essentieller Bestandteil vieler Hightech- Produkte. China hat den Abbau nahezu monopolisiert und ver\xE4rgert andere L\xE4nder mit seiner Preispolitik. 90 Prozent der weltweit gef\xF6rderten Menge an Seltenen Erden stammen aus dem Reich der Mitte. Dar\xFCber hinaus besitzt China mit gesch\xE4tzten mehr als 50 Mill. Tonnen die weltweit gr\xF6\xDFten Reserven der sogenannten Rare Earth Metals.


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Peking hat durch Exportbeschr\xE4nkungen und die Eind\xE4mmung des illegalen Sch\xFCrfens f\xFCr eine Verknappung des Angebots gesorgt. Zus\xE4tzlich ging die Regierung dazu \xFCber, die quer \xFCber das Land fragmentierte Industrie zu vier gro\xDFen Produktionsregionen zusammenzufassen. Die Zahl der Lizenzen zum Abbau der Rohstoffe wurde von 113 auf 67 verringert. Die Ma\xDFnahmen der chinesischen Regierung und die steigende Nachfrage haben letztlich dazu gef\xFChrt, dass sich die Preise f\xFCr insgesamt 17 Metalle der Seltenen-Erden-Gruppe im Durchschnitt des Jahres 2010 und in der ersten H\xE4lfte des Jahres 2011 vervierfacht haben. Doch seit rund zw\xF6lf Monaten befinden sich die Preise im freien Fall. Eine Tonne Ceriumoxid hat sich um fast 80 Prozent verbilligt. Der Preis f\xFCr Neodymoxid, das f\xFCr Generatoren ben\xF6tigt wird, hat sich um rund zwei Drittel verbilligt. Andere Metalle wie Lanthan, Yttrium oder Dysprosium verzeichneten parallel mit der Abk\xFChlung am chinesischen Aktienmarkt und dem R\xFCckgang des weltweiten Wirtschaftswachstums ebenfalls einen Preisrutsch. Um den Preisverfall zu stoppen, hat Peking vorige Woche angek\xFCndigt, ein F\xFCnftel der Produktionskapazit\xE4ten zu schlie\xDFen.


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Mittlerweile sind die Chinesen auch eine Reihe von Joint Ventures eingegangen und erlauben ausl\xE4ndische Direktinvestments in die Downstream-Industrie, die f\xFCr die Extraktion der Seltenen Erden verantwortlich ist, um an die notwendigen Finanzierungsmittel zu kommen. Ziel ist es unter anderem, veraltete Industrieanlagen zu schlie\xDFen und neue, moderne Raffinerien aufzubauen. Da China mit einer Produktion von 130.000 Tonnen und einem Weltmarktanteil von 97 Prozent als Quasimonopolist die Exportmenge dramatisch reduziert hat, ist das Interesse gro\xDF, auch au\xDFerhalb Chinas Rare Earth Metalle zu f\xF6rdern. Das US-Unternehmen Molycorb hat unl\xE4ngst eine Mine in den USA in Betrieb genommen, die rund 20.000 Tonnen Seltene Erden f\xF6rdern soll. Die australische Lynas will 2013 eine Mine mit einer Produktionskapazit\xE4t von 20.000 Tonnen in Betrieb nehmen. F\xFCr beide Produktionsst\xE4tten besteht allerdings das Problem der Extraktion der Metalle aus den Erden. Der Aufbau der Raffinerien kann Jahre dauern. Daher wird China noch l\xE4nger den Weltmarkt bestimmen. In den vergangenen Jahren ist die kontinuierliche Reduzierung der Exportquoten auff\xE4llig. Die j\xE4hrliche Exportquote f\xFCr die Elemente wurde von 53.000 (2009) auf nur noch 30.000 Tonnen im vergangenen Jahr offiziell reduziert. Tats\xE4chlich wurden allerdings nur etwas mehr als 18.500 Tonnen ausgef\xFChrt. Da der Bedarf der Industrie bei rund 120.000 Tonnen liegt, sind Spannungen zwischen dem Westen und China vorprogrammiert. Experten vermuten, dass sich China in den kommenden Jahren zum Nettoimporteuer wandeln wird, um die Gesamtwertsch\xF6pfungskette f\xFCr die Metalle der Seltenen Erden aufzubauen. Damit wird China zum Exporteuer hochwertiger Industrieprodukte wie Dauermagnete, Generatoren oder Leuchtstoffe. Es wundert daher nicht, dass die Differenzen zwischen Exportpreisen und einheimischen Preisen f\xFCr die Metalle der Seltenen Erden sehr gro\xDF sind. Nach einer Analyse von Lynas liegen diese Preise bis zu 560 Prozent auseinander. Eine steigende Nachfrage in China und in den \xFCbrigen Industriestaaten d\xFCrfte zu weiteren Preissteigerungen bei den Rare Earth Metallen f\xFChren, von denen auch die Produzenten profitieren k\xF6nnen.


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Da die Metalle der Seltenen Erden nicht an den Rohstoffb\xF6rsen gehandelt werden, geht nur die indirekte Investition \xFCber die b\xF6rsennotierten Produzenten. Es gibt mehrere Produkte, die diese Produzenten abbilden. Das Zertifikat der UBS auf den Rare Earth Basket (DE000UB9REE1) musste im laufenden Jahr einen Verlust von etwas mehr als 26 Prozent hinnehmen. Erst in den vergangenen vier Wochen kam das Produkt auf einen Gewinn von 4 Prozent. Der Basket besteht aus 11 Unternehmen. Ein Klumpenrisiko liegt bei den beiden Unternehmen Molycorp und Lynas, die zusammen bereits ein Gewicht von 50 Prozent besitzen.


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Bei dem Zertifikat der Soci\xE9t\xE9 G\xE9n\xE9rale auf den Rare Earth Basket (DE000SG1YRE5) sah es den vergangenen Monaten etwas besser aus. Im laufenden Jahr kam das Produkt nur auf einen Verlust von 13 Prozent. Im Einmonatszeitraum kam das Zertifikat auf einen kleinen Anstieg von 1,6 Prozent. Bei dem Papier der EFG Financial Products auf den Solactive Rare Earth (CH0112279168) sah es nicht besser aus. Der Kurs sank seit Januar um rund 21,7 Prozent. Im Einmonatszeitraum liegt das Plus bei 1,7 Prozent.


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Investoren, die weitere Verluste erwarten, bietet die UBS auch eine Short-Variante (DE000UB5RES9) an, die auf der negativen Entwicklung von elf Aktien der F\xF6rderer von Seltenen Erden basiert. Das Zertifikat wandelt Verluste eins zu eins in Gewinne um. 2012 erreichte das Zertifikat ein Plus von mehr als 8 Prozent. Wegen der Aufw\xE4rtsbewegung in den letzten vier Wochen verzeichnete das Produkt einen Verlust von 1 Prozent.


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Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zust\xE4ndig f\xFCr alle Derivategesch\xE4fte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate B\xF6rse.


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