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Kolumnist: Michael Beck, Leiter Portfolio Management

Politische Zeitenwende




13.06.18 14:44
Michael Beck, Leiter Portfolio Management

Nun lässt es sich nicht mehr schönreden. Das Verhältnis der Vereinigten Staaten von Amerika zu seinen bisher engsten Verbündeten in der westlichen Welt ist durch das sprunghafte und infantile Verhalten des 45. US-Präsidenten Donald Trump nachhaltig gestört. Für die Finanzmärkte ist das von großer Relevanz, denn der Hauptpunkt in der gemeinsamen (ehemals G7-)Erklärung war die Entschärfung des drohenden Handelskonfliktes aufgrund des Zollstreites mit den USA. Die beispiellose per Twitter erfolgte Brüskierung der bisher wichtigsten Bündnispartner der USA in Form des Rückzuges der Unterstützung der USA für die gemeinsame Schlusserklärung stellt eine Zäsur im westlichen Verhältnis dar.
 

Die Finanzmärkte reagierten wohl nur deshalb nicht besonders verschnupft auf diesen G7-Skandal, weil mit dem direkt anschließenden Nordkorea-Gipfel ein für den Weltfrieden wichtigeres Datum anstand. Man fragt sich jedoch, welcher Verhandlungspartner von Trump jemals Vertrauen in dessen Aussagen und „Deals“ haben sollte, nachdem dieser reihenweise einseitig internationale Abkommen und Verträge für nichtig erklärt. Nun fehlt nur noch die Nato und wir erinnern uns, dass Trump gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft diese als „obsolet“ bezeichnet hat.
 

Für die Weltwirtschaft scheint diese Entwicklung natürlich eher Sand darzustellen, der das Wirtschaftsgetriebe nicht nur knirschen lässt, sondern es sogar zerstören könnte. Da helfen auch die Fortschritte auf der nordkoreanischen Halbinsel wenig. Es steht zu hoffen, dass es doch noch einige handelnde Akteure in den USA gibt, die in der Lage sind, Trump von seinem zerstörerischen Wege abzubringen. Denn auch die Gewinnentwicklungen der US-amerikanischen Unternehmen werden unter der nationalistischen Politik Trumps leiden. Denn diese sind genauso international vernetzt wie die europäischen, chinesischen oder japanischen Unternehmen. Spätestens die von den Gegenzöllen betroffenen Wirtschaftszweige und Verbände dürften den Druck auf Trump erhöhen. Aus Sicht der europäischen Investoren wirkt der gestern gemeldete Absturz des Stimmungsindikators ZEW-Index zumindest als erstes Warnzeichen für die weitere Konjunkturentwicklung in Europa.

www.ellwanger-geiger.de/privatbank


Hinweise:


Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.


 





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