Kolumnist: HypoVereinsbank onemarkets

Plastik – Kampf dem Kollaps




09.06.21 08:30
HypoVereinsbank onemarkets

Vermeiden / Wiederverwenden / Recyceln. Mit dem HVB Open End Index Zertifikat auf den ESG Global Anti Plastic Index (Net Return) (EUR) können Anleger in Unternehmen investieren, die zur Reduzierung des Plastikverbrauchs beitragen können.


Kennen Sie den Filmklassiker „Die Reifeprüfung“ aus dem Jahr 1967? In dem Kultstreifen wird College-Absolvent Dustin Hoffman während der Abschlussfeier von einem Freund der Familie gefragt, ob er sich schon Gedanken über seine Zukunft gemacht habe. Dann folgt das mittlerweile berühmt gewordene Zitat: „Nur ein Wort: Plastik“, so die Antwort des Gastes. Plastik habe eine großartige Zukunft.


Heute würde das wohl kaum jemand mehr so sagen. Aber in den 1960er-Jahren war Plastik tatsächlich voll angesagt. Denn im Zuge des aufkommenden Massenkonsums wurde der Ressourcenhunger von Wirtschaft und Gesellschaft immer größer. Und neuartige Kunststoffe wie Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyethylen (PE) versprachen eine einfache und billige Lösung. Damals galt Plastik als schick, sauber, langlebig und modern. Es verdrängte herkömmliche Produkte und drang nach und nach in nahezu alle Bereiche des Lebens vor. Sei es bei Möbeln, Bekleidung, Spielzeug, Hygieneartikeln, Autoreifen oder Verpackungsmaterial – um nur einige Beispiele zu nennen. Aber schon damals begannen auch die Probleme. Denn insbesondere mit der Umstellung auf Wegwerfartikel fluteten plötzlich Milliarden von Kunststoffprodukten wie Plastikflaschen, Einwegbecher, Strohhalme oder Plastiktüten die Müllhalden und die Umwelt.



Corona verschärft das Problem

Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge wurden in den Jahren von 1950 bis 2015 rund 8,3 Mrd. Tonnen Plastik produziert. Eine gigantische Menge. Und jedes Jahr kommen weitere 400 bis 500 Millionen Tonnen hinzu. Tendenz steigend. Man möchte es kaum glauben, aber auch der Bedarf an Plastikflaschen steigt rapide an. Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Euromonitor International wird die weltweite Nachfrage nach PET-Flaschen auf 583 Milliarden Stück in diesem Jahr anwachsen (2016: 483 Milliarden). Auch in zahlreichen medizinischen Wegwerfprodukten wie Einweghandschuhen, Atemmasken oder Schutzbrillen ist Plastik enthalten. Die Nachfrage nach solchen Artikeln ist infolge der Corona-Pandemie sprunghaft gestiegen. Und damit leider auch das Müllaufkommen. „Die COVID-19-Pandemie hat das Plastikproblem zusätzlich verschärft: In den Meeren schwimmen achtlos weggeworfene Masken und durch die Entsorgung von Einweg-Schutzausrüstung werden Unmengen von Kunststoffabfall produziert“, sagt Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur (Quelle: EUA, Pressemitteilung vom 28. Januar 2021). Zudem hat die Pandemie dazu beigetragen, dass der Online-Handel boomt und jeden Tag Abermillionen Waren mit Kunststoffverpackungen versandt werden. Die Probleme, die die Herstellung und Entsorgung von Kunststoffen mit sich bringt, sind vielfältig. Dabei gelangt Mikroplastik in den Nahrungskreislauf und stellt eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier dar. Die Produktion wiederum ist äußerst energieintensiv und trägt in hohem Maß zum Klimawandel bei. Auf der linken Seite haben wir einige Zahlen zusammengetragen, die die Vielschichtigkeit des Problems verdeutlichen.


Eine interessante Anlagelösung

Was also tun? Plastik generell verbieten? Das erscheint wenig realistisch. „Plastik ist ein sehr vielfältiger Stoff, der viele legitime Anwendungsmöglichkeiten bietet“, sagt Ronja Wöstheinrich, Senior Associate bei ISS ESG, einem führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsratings. Stattdessen gehe es darum, Ersatzstoffe zu entwickeln oder vernünftige Wege zu finden, Plastikprodukte wiederzuverwenden und zu recyceln (siehe Interview ab Seite 10). Die Formel lautet also: Reduce / Reuse / Recycle (die 3 „R“s). Auf entsprechende Aktivitäten haben sich mittlerweile zahlreiche Unternehmen spezialisiert. Mit einem HVB Open End Index Zertifikat können Anleger kompakt in diesen Themenbereich investieren. Basiswert des Zertifikats ist der ESG Global Anti Plastic Index (Net Return) (EUR). Er enthält bis zu 25 Unternehmen, die auf verschiedene Weise ihren Beitrag zur Lösung des Plastikproblems leisten.


Stellvertretend sei hier Veolia Environnement genannt. Der französische Konzern ist unter anderem in den Bereichen der Wasseraufbereitung und Abfallentsorgung tätig. Der Fokus liegt darauf, Abfälle ohne Gefährdung für die Umwelt zu entsorgen, den größtmöglichen Anteil zu recyceln und wieder als Ressource bereitzustellen. In Deutschland verfügt die Gesellschaft über 65 Standorte zur Abfallverwertung. Die behandelten Abfälle werden eigenen Angaben zufolge dabei zu 93 Prozent stofflich oder energetisch verwertet. Die Materialrück­gewinnungsquote der Sortieranlagen beträgt 99 Prozent (Quelle: veolia.de).


Im Bereich der Wiederverwertung ist die Trex Company tätig. Das US-Unternehmen entwickelte 1996 ein innovatives Verfahren, das es ermöglicht, aus Kunststoffabfällen, die sonst auf der Mülldeponie gelandet wären, hochwertige und langlebige Terrassen- und Gartenprodukte wie etwa Terrassendielen herzustellen.


Veolia Environnement und Trex Company sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie Firmen das Plastikproblem angehen können. Die komplette Indexzusammensetzung sowie weitere Informationen zum HVB Open End Index Zertifikat entnehmen Sie dem Info-Kasten unten.


ESG Global Anti Plastic Index (Net Return) (EUR)

Der Index bildet die Wertentwicklung der Aktien von bis zu 25 Unternehmen ab, die vorwiegend Technologien zur Reduzierung, Wiederverwendung oder dem Recycling von kunststoffbasierten Produkten entwickeln, anwenden und/oder vermarkten. Zudem müssen alle im Index vertretenen Unternehmen bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen (ESG-Kriterien). Weitere Infos und aktuelle Details zum Index finden Sie unter: onemarkets.de/anti-plastic


Indexzusammensetzung*


BillerudKorsnäs AB SWE, Bingo Industries Ltd. AUS, Brambles Ltd. AUS, Casella Waste Systems Inc. USA, Cleanaway Waste Management Ltd. AUS, Interface Inc. USA, Lenzing AG AUT, MTR Corporation Ltd. HGK, Nine Dragons Paper Holdings Ltd. BMU, O-I Glass Inc. USA, Pennon Group plc GBR, Rockwool International A/S DNK, SHIMANO Inc. JPN, Smurfit Kappa Group plc IRL, STERIS plc IRL, Suez S.A. FRA, Tarkett S.A. FRA, Tomra Systems ASANOR, Trex Company Inc.USA, Veolia Environnement S.A. FRA, WestRock Company USA, Zhuzhou CRRC Times Electric Co. Ltd. CHN


* Die Indexzusammensetzung erfolgte per 26.05.2021 beispielhaft nach den ISS ESG-Kriterien. Diese kann am Emissionstag abweichen und wird am 13.7.2021 festgestellt. Quelle: ICF Bank


HVB Open End Index Zertifikat
Basiswert ESG Global Anti Plastic Index (Net Return) (EUR)
ISIN/WKN DE000HVB5PL7/HVB5PL
Teilhabefaktor 100 %
Emissionstag 09.06.2021
Rückzahlungstermin Open End*
Indexgebühr p.a. 1,50 %
Währung Euro
Zeichnungsfrist bis 08.07.2021 (14 Uhr)**
* Der Emittent, die UniCredit Bank AG, ist berechtigt, das Zertifikat ordentlich zu kündigen und zum jeweiligen Rückzahlungsbetrag zurückzuzahlen.
** vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung
Information zur Funktionsweise des Produkts ; Stand: 9.6.2021
>> Weitere Informationen zum Produkt unter: onemarkets.de/HVB5PL
>> Weitere Informationen zum Index unter: onemarkets.de/anti-plastic

 


Plastik – ernstes Problem für Mensch, Tier und Umwelt 407 Millionen Tonnen pro Jahr

Im Jahr 2015 wurden weltweit 407 Millionen Tonnen Plastikkunststoffe produziert. Davon entfielen allein 146 Mio. Tonnen (36 Prozent) auf Verpackungen. Rund 47 Mio. Tonnen (12 Prozent) der erzeugten Kunststoffe wurden in Textilien verarbeitet. Es wird erwartet, dass sich die Plastikproduktion bis 2035 noch einmal verdoppeln und bis Anfang der 2050er-Jahre vervierfachen könnte.
Quelle: Studie „Production, use and fate of all plastics ever made”, erschienen in „Science Advances”, Juli 2017


79% in Deponien und Umwelt

Bis 2015 wurden ungefähr 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt, von denen nur 9 Prozent recycelt wurden. 12 Prozent wurden verbrannt. Der Großteil, 79 Prozent, landete auf Mülldeponien oder in der Umwelt. Wenn sich die Produktions- und Abfalltrends fortsetzen, werden sich bis 2050 rund 12,4 Milliarden Tonnen Plastikmüll auf Mülldeponien oder in der Natur angesammelt haben. (Quelle: Studie „Production, use and fate of all plastics ever made”, erschienen in „Science Advances”, Juli 2017)


56 Gigatonnen CO2 bis 2050

Geht die Plastikproduktion ungebremst weiter, werden Kunststoffe bis 2050 rund 56 Gigatonnen* CO2-Emissionen erzeugt haben. Damit gehen zwischen 10 und 13 Prozent des verbleibenden CO2-Budgets für das 1,5-Grad-Ziel auf das Konto von Plastik. (Quelle: Center for International Environmental Law, Studie: „Plastic & Climate: The Hidden Costs of a Plastic Planet“, Mai 2019, *1 Gigatonne = 1.000.000.000 Tonnen)


1,6 km2 großer Müllstrudel

Die norwegische Non-Profit-Umweltorganisation GRID-Arendal schätzt, dass sich die Gesamtmenge Plastik, die bisher im Meer gelandet ist, auf 86 Millionen Tonnen beläuft. Das an der Oberfläche treibende Plastik sammelt sich aufgrund der Meeresströmungen in gewaltigen Müllstrudeln. Der bekannteste davon ist der Great Pacific Garbage Patch (pazifischer Müllwirbel), der auf einer Fläche von 1,6 Millionen Quadratkilometern zwischen Hawaii und Westküste der USA dahintreibt. Das entspricht der 4,5-fachen Fläche von Deutschland. Greenpeace geht davon aus, dass sich im Jahr 2050 (in Gewicht gerechnet) mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren befinden wird. Dabei ist nur der geringste Teil des Plastiks an der Oberfläche zu sehen (0,5 Prozent). Die weitaus größere Menge lagert sich auf den Meeresböden ab. (Quellen: GRID-Arendal, „How much plastic is estimated to be in the oceans and where it may be”, 2018; Greenpeace, „Plastikmüll in den Weltmeeren“, 2017)


15 Minuten Gebrauchszeit

Ein To-go-Becher ist im Schnitt 15 Minuten im Gebrauch. Die verwendete Plastikbeschichtung benötigt aber Jahrzehnte bis Jahrhunderte, um sich in immer kleinere Teile zu zersetzen. Übrig bleiben Kleinstpartikel von weniger als fünf Millimetern. Dieses Mikroplastik verteilt sich überallhin. (Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung, Studie: „Plastikatlas 2019. Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff“, August 2019)


Bildnachweis: iStock: solarseven


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