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Kolumnist: Claus Vogt

Die Party in Deutschland ist vorüber




09.06.18 11:07
Claus Vogt

Liebe Leser,

der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im April 2018 um 2,5% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am 7. Juni mit. Das war bereits der vierte Rückgang in Folge. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass in Deutschland ein Abschwung begonnen hat.


Deshalb möchte ich Ihnen eine Meldung des ifo-Instituts vom 24. November 2017 in Erinnerung rufen. Sie lautet: „Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist hervorragend. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November auf einen neuen Rekordwert von 117,5 Punkten. (…) Dies war auf deutlich optimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen.“


„Das ist keine gute Nachricht für den DAX“, schrieb ich damals. Und in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren erläuterte ich Ihnen den Zusammenhang zwischen dem DAX, der Konjunktur und dem ifo-Geschäftsklimaindex folgendermaßen: „Hohe Werte des Geschäftsklimaindex sind ein deutliches Warnsignal für die Börse und die Konjunktur.“


Rückgang der Auftragseingänge signalisiert Konjunkturwende


Nun sind die Auftragseingänge also seit Januar 2018 jeden Monat zurückgegangen. Die Euphorie vom Jahresende 2017, die sich in dem Rekordwert des ifo-Index widerspiegelte, hat sich tatsächlich und wieder einmal als ein oberer Wendepunkt des Konjunkturzyklus erwiesen. Ob es sich hierbei nur um eine Wachstumsdelle handelt oder ob ein ausgewachsener Abschwung begonnen hat, wird die Zukunft zeigen.


Topformation des DAX bestätigt diese Wende


Ein Blick auf den DAX legt allerdings Letzteres nahe. Der Deutsche Aktienindex zeigt nämlich eine geradezu lehrbuchartige Topformation. Das erkennen Sie an folgenden drei Merkmalen:


• Erstens dauert die Formation bereits gut 15 Monate.


• Zweitens verläuft ihre Untergrenze bei rund 11.800 Punkten nahezu horizontal.


• Drittens ist diese Untergrenze knapp 14% vom Höchstkurs bei 13.600 Punkten entfernt.


Diese Kombination spricht dafür, dass der DAX sein Top bereits hinter sich hat und sich in der Frühphase einer Baisse befindet. Damit bestätigt der Aktienmarkt das realwirtschaftliche Warnsignal des Auftragseingangs, der ja wie der Aktienmarkt auch ein konjunktureller Frühindikator ist.


DAX, 2016 bis 2018Die Topformation, die Sie hier sehen, lässt an Klarheit keine Fragen offen. Es fehlt nur noch der Ausbruch unter die Nackenlinie bei 11.800 Punkten.


Quelle: StockCharts.com


Trotzdem eine Sommerrally an der Wall Street?


Während sich beim DAX und anderen europäischen Indizes ein klares bearishes Bild zeigt, das von rückläufigen Auftragseingängen bestätigt wird, hat die technische Lage an der US-Börse in den vergangenen drei Wochen eine bemerkenswerte Verbesserung erfahren. Hier hat nämlich ein in der Vergangenheit sehr verlässlicher Indikator neue Hochs erreicht.


In der gesamten Nachkriegszeit hat an der Wall Street keine Baisse begonnen, ohne dass dieser Indikator zuvor ein Warnsignal gegeben hat. Indem er jetzt auf neue Hochs gestiegen ist, hat er das genaue Gegenteil getan und trotz der extremen Überbewertung und zahlreichen anderen Warnzeichen eine kurzfristige Entwarnung gegeben.


Bei dem Indikator, von dem ich hier rede, handelt es sich um die Advance-Decline-Linie der New York Stock Exchange. Sie basiert auf der Anzahl der gestiegenen und der gefallenen Aktien und wird börsentäglich fortlaufend berechnet. In meinem aktuellen Krisensicher Investieren Wochenupdate werde ich die Bedeutung dieser Entwicklung besprechen.


Der DAX läuft dem S&P 500 manchmal voraus


Hier sei nur so viel gesagt: Es wäre nicht das erst Mal, dass der DAX sein zyklisches Top etwas früher erreicht als die US-Indizes. Und auf dem Weg nach unten fällt der DAX dann überproportional.


Was genau Sie jetzt tun sollten und welche Aktien sie jetzt noch kaufen können, lesen Sie in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren – 30 Tage kostenlos.


Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,


Ihr



Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren


P.S.: Mit Short-Instrumenten können Sie auch an fallenden Kursen verdienen. Probieren Sie es aus, die Zeit ist reif.


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