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Kolumnist: Feingold-Research

Palladium teurer als Gold?




25.01.19 10:06
Feingold-Research

Palladium war eines der wenigen Gewinner des Börsenjahrs 2018. Wir blicken dazu auf die ausführliche Einschätzung von Ophirum. Dort können Sie Palladium und andere Edelmetalle physisch erwerben. Wir würden derzeit eher zu Gold greifen und Palladium nicht anfassen. Wer es spekulativ mag, greift zum Turbo-Bear auf Palladium mit Hebel 4 von Morgan Stanley (MF8DWP) oder Hebel 6 von Vontobel (VL6S7E),

Während es an den Aktienmärkten 2018 zu kräftigen Kursverlusten gekommen war, konnten sich zahlreiche Rohstoffe positiv entwickeln. Zu ihnen gehört auch das Edelmetall Palladium, das zuletzt sogar auf Rekordfahrt war. Kann sich der positive Trend auch in 2019 fortsetzen?


Im vergangenen Jahr war Palladium mit einem Plus von mehr als 18 Prozent einer der besten Performer am Rohstoffmarkt. Besser haben sich nur Kakao und Weizen entwickelt. Auch der Start ins neue Jahr ist geglückt: das weiße Edelmetall kletterte auf ein neues Rekordhoch bei 1.437 Dollar je Feinunze. Palladium ist zwar ein Edelmetall, wird aber vor allem in der Automobilindustrie eingesetzt und zwar in Katalysatoren für Benzinmotoren. Der Rohstoff ist also einer der Profiteure des Dieselskandals, kommt aber auch in Elektronikbauteilen sowie in der Chemie- und natürlich Schmuckindustrie zum Einsatz.


Die Auswirkungen der Sanktionen der USA und der EU gegen Russland haben den Palladiumpreis ebenfalls gestützt. Denn die Russen sind der weltweit größte Palladiumförderer und können aufgrund des Wirtschaftsboykotts die hohe Nachfrage am Markt nicht bedienen. Die Angebotslücke, die zwar schon seit mehreren Jahren besteht, wurde dadurch immer weiter aufgebaut und liegt nach Schätzungen von Johnson Matthey, einem weltweit tätigen Katalysatorhersteller, inzwischen bei rund 800.000 Unzen. Allein im Vorjahr betrug das Angebotsdefizit etwa 200.000 Unzen.


 Palladium teurer als Gold

Das knappe Palladiumangebot treibt den Preis, der sich in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet. Inzwischen hat das Edelmetall auch den Goldpreis überholt – zum ersten Mal seit 2002. Gegenüber Platin, das vor allem in Katalysatoren für Dieselmotoren verwendet wird, kletterte die Differenz inzwischen auf rund 550 US-Dollar. Das ist im historischen Vergleich ebenfalls eine sehr große Differenz und könnte mittelfristig dazu führen, dass in der Autoindustrie wieder vermehrt Platin statt Palladium eingesetzt wird. Allerdings braucht eine solche Umstellung in der Fertigung von Katalysatoren Zeit, Experten rechnen hier mit ein bis zwei Jahren.


Chinas Wirtschaft leidet unter Handelskonflikt

Die jüngsten Automobilabsätze in China könnten ebenfalls den Preisaufschwung bremsen, denn dort sind die Automobilverkäufe im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit etwa 20 Jahren wieder rückläufig gewesen. Auf dem größten Automarkt der Welt sanken die Umsätze um 6 Prozent auf knapp 23 Millionen verkaufter Automobile. Der immer noch nicht beigelegte Handelsstreit zwischen den USA und China verunsichert chinesische Konsumenten. Da die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China wie etwa die Importe beziehungsweise Exporte zuletzt rückläufig waren, dürfte die konjunkturelle Situation im Reich der Mitte noch weiter angespannt bleiben. Die Zentralbank des Landes versucht zwar mit expansiven geldpolitischen Maßnahmen wie etwa eine erneute Mindestreservesenkung gegenzusteuern, doch ein neuer, kräftiger Aufschwung ist kaum zu erwarten.


Außerdem könnte der Trend zu alternativen Antrieben wie den E-Autos dem Palladiumpreis zusetzen, da diese Fahrzeige keine Katalysatoren benötigen. Lediglich bei Hybridfahrzeugen wird Palladium in größerem Umfang eingesetzt. Noch ist der Anteil von E-Fahrzeugen am weltweiten Automarkt gering, dürfte aber in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Kurz- bis mittelfristig erscheint Palladium nach wie vor reizvoll, weil sich die Angebots- und Nachfragesituation so schnell nicht ändern dürfte, auch wenn die Risiken nach den jüngsten Preisanstiegen zugenommen haben.


Quelle: Ophirum, eigene



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