Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Feingold-Research

Omega und Delta als Einflussgrößen bei Optionsscheinen




15.04.18 09:30
Feingold-Research

In unserem ersten Teil über die griechischen Bezeichnungen haben wir das Vega und Theta beschrieben. Aber es gibt noch weitere Größen die beachtet werden sollten, das Omega und das Delta. Der Call Optionsschein auf Sanofi mit der WKN CW8HGJ aus unserer ISIN-Liste weist beispielsweise ein Omega von 10 und ein Delta von 0,41 aus, während der Call Optionsschein HU0UMG auf die RWE AG ein Omega von 3,63 und ein Delta von 0,92 aufweist. Schauen wir uns die Begriffe an und gehen weiter der Frage nach, was die Bezeichnungen “Am Geld” und “aus dem Geld” zu bedeuten haben. 

Wichtig ist bei Optionsscheinen der Blick auf den Hebel, der Auskunft darüber gibt, wie stark ein Optionsschein auf Veränderungen im Basiswert reagiert. Orientierung gibt hier aber nicht der einfache, sondern der theoretische Hebel, auch Omega genannt. Dabei wird ein weiterer Grieche genutzt, das sogenannte Delta. Es gibt an, wie sich der Optionsscheinpreis verändert, wenn der Basiswert sich um eine Einheit, als um einen Euro verändert.


Bis auf Optionsscheine, die weit im Geld liegen, bewegen sich die Calls nämlich nicht eins zu eins zum Basiswert, sondern nur in geringerem Umfang. Daher wird beim Omega der einfache Hebel mit dem Delta multipliziert, um wesentlich genauer zu sagen, wie sich der Kurs des Optionsscheins bei einer Kursveränderung des Basiswerts um ein Prozent verändert. Ein Omega von fünf zum Beispiel drückt aus, dass ein Call um fünf Prozent im Wert steigt, wenn der Basiswert um ein Prozent zulegt. Bei fallenden Kursen wirkt sich das Omega entsprechend negativ auf den Call-Preis aus.


Börse_Dax_Februar_1Beim Put ist die Wirkungsweise spiegelverkehrt, aber der Umfang der Veränderung ist gleich. Vor allem bei Calls und Puts, die aus dem Geld liegen, ist es wichtig, sich nicht durch den hohen einfachen Hebel blenden zu lassen. Das Delta ist dann nämlich sehr klein und so reagiert der Call nur sehr gering auf Kurssteigerungen im Basiswert. So auch bei unserem obigen Beispiel, dem Call Optionsschein HU0UMG auf Sanofi, der sich im Moment aus dem Geld befindet. Oft ist es besser, moderatere Hebel zu wählen, die aber durch das höhere Delta stärker von einem Kursanstieg im Basiswert profitieren.


Am Geld oder aus dem Geld?

Gehen wir noch kurz darauf ein, was die obigen Bezeichnungen “am Geld” und “aus dem Geld” bedeuten. Am Geld bedeutet dabei, dass beispielsweise bei einem DAX-Call mit Basispreis 12.700 Punkten der Index ungefähr auf diesem Niveau notiert. Aus dem Geld wäre der Call-Schein, wenn der Basispreis bei 13.000 Punkten liegen würde, also über dem aktuellen Kurs. Calls im Geld haben einen Basispreis, der unterhalb des aktuellen Kurses liegt, etwa bei 11.000 Punkten. Entsprechend unterschiedlich sind auch hier die Preise für die Optionsscheine, je nachdem, wo der zugrunde liegende Basiswert notiert.


Übrigens: Wer Interesse an technischen Analysen hat, sollte sich einmal die Dailys der HSBC anschauen. Chartanalysen zu DAX, Aktien, Rohstoffen und Co. direkt börsentäglich in Ihr E-Mail-Postfach – kostenfrei und unverbindlich abonnieren.



powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.

RSS Feeds




Bitte warten...