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Ölpreis: Leitsorte Brent kann einen Teil der Vorwochenverluste wiedergutmachen




04.06.18 17:12
aktiencheck.de

Hannover (aktiencheck.de) - Nach einer vergleichsweise ereignisarmen Handelswoche konnte die Leitsorte Brent einen Teil der Vorwochenverluste wiedergutmachen und schloss am Freitag mit 77,00 USD um 1,3% fester als in der Vorwoche, so die Analysten der NORD LB.

Unterstützung habe die Nordseesorte in der zweiten Wochenhälfte neben einem stärker als erwarteten Abbau der US-Rohöllagerbestände auch durch eine zwischenzeitliche leichte Erholung des Eurokurses gefunden, der sich seit Mitte April auf einem Negativkurs befinde und nach dem Regierungswechsel in Italien nochmals mit Abschlägen zu kämpfen gehabt habe. Zeitgleich weite sich der Spread von Brent und WTI im Zuge des anhaltend starken US-Förderwachstums immer weiter aus und habe am Wochenschluss nach einem WTI-Kursverlust von 2,6% bei rund 11,1 USD/Barrel notiert, womit die Preisdifferenz der beiden Leitsorten einen seit Februar 2015 nicht erreichten Höchststand markiere.

Äußerst enge US-Pipelinekapazitäten würden den US-Ölexport hemmen und das immer stärker sprudelnde US-Frackingöl im heimischen Markt einsperren, sodass sich der Brent-WTI-Spread durch das resultierende regionale Überangebot immer näher an sein 4-Jahreshoch bei 12,75 USD annähere. Grundsätzlich würden die Analysten der NORD LB diese Spreads als unnatürlich hoch erachten, jedoch seien derartige Preisdifferenzen auch künftig bis zur Fertigstellung zusätzlicher Pipelinekapazitäten in den USA nicht auszuschließen, womit sie ihre WTI-Prognose am kurzen Ende leicht nach unten anpassen würden.

Seitens der OPEC würden nach dem Treffen Saudi Arabiens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait am vergangenen Samstag die weiteren Signale hinsichtlich möglicher Produktionsanhebungen in Reaktion auf die ungeplanten Förderausfälle Venezuelas und der drohenden Exportausfälle des Irans im Fokus des Marktes bleiben. Zur Vermeidung negativer Nachfrageeffekte durch Preise deutlich jenseits der 80 USD pro Barrel Brent sei kürzlich auch aus Richtung Saudi Arabiens die Möglichkeit einer Produktionsausweitung des Förderkartells um rund 1Mb/d laut geworden, was in Anbetracht der zu erwartenden Verluste Venezuelas und des Irans eine weitere Einengung der Angebots-Nachfragebilanz verhindern sollte. (04.06.2018/ac/a/d)







 
 
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