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Kolumnist: Ralf Flierl

„Notausgabe“




26.03.20 15:00
Ralf Flierl



 
Heftproduktion in bewegten Zeiten
Home-Office-Experiment



Früher nannte man es eine Notausgabe, wenn eine Zeitung oder Zeitschrift nur unter erschwerten Bedingungen erstellt werden konnte. Der weitgehende Shutdown Bayerns – und inzwischen der gesamten Bundesrepublik – ist in dieser Hinsicht nicht anders. Nicht nur, dass uns die Corona-Krise im neuen Smart Investor 4/2020 inhaltlich intensiv beschäftigen wird, sie beschäftigte uns auch bei der Erstellung des Heftes. Denn wie so viele in diesen Tagen arbeiten auch wir aktuell im Home Office. Das ist am Anfang ungewohnt und manches muss sich auch erst finden bzw. eingeübt werden. Besonders die Abstimmung kurz vor der Drucklegung ist eine echte Herausforderung. Aber: Menschen – und das gilt vom Grundsatz her auch für Smart-Investor-Redakteure – sind anpassungsfähige Lebewesen und kommen nach einiger Zeit auch mit neuen Situationen zurecht. Gemessen an dem, was derzeit von vielen anderen Berufsgruppen an Anpassungen gefordert wird, ist das Umstöpseln des Laptops von Office auf Home Office ohnehin eine der leichteren Übungen. Zumindest sind wir als „Tastaturarbeiter“ in der glücklichen Lage, dass es dank schnellem Datenaustausch und Videokonferenzen überhaupt möglich ist, unsere Arbeit derart flexibel zu gestalten und dabei auch noch die Fahrzeit zum Büro einzusparen.



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Stoische Gelassenheit



Sie sehen schon, man kann auch schwierigen Situationen etwas Positives abgewinnen, und wir denken, man sollte dies auch sehr bewusst tun. Denn alleine diese innere Haltung der Gelassenheit wird – so schwer sie auch momentan fallen mag – einen Beitrag bei der ganz persönlichen Krisenbewältigung leisten. Das bedeutet freilich nicht, dass wir das Geschehen nicht ernst nehmen und uns nicht unsere eigenen Gedanken dazu machen – alle zusammen, und jeder für sich. Auf diese Weise haben wir für die Ausgabe 4/2020 zahlreiche Aspekte der Corona-Krise herausgearbeitet und einige davon sind leider richtig hässlich. Wir beschäftigen uns etwa mit den verschiedenen Maßnahmen der Regierungen bzw. Notenbanken und stellen dabei auch die Frage nach den Folgewirkungen und Kosten, die schon bald sehr spürbar sein werden. Denn wenn uns die Aktienmärkte in den letzten Wochen eines gelehrt haben: „There is no such thing as a free quarantine“ – es gibt in Anlehnung an Milton Friedman also nicht nur kein kostenloses Mittagessen, sondern auch keine kostenlose Quarantäne.

Tatsächlich sind die Kosten dieser Krise gewaltig und werden durch die Kosten der Gegenmaßnahmen kurzfristig noch einmal richtig in die Höhe getrieben. In etlichen Unternehmen steht die Existenz auf dem Spiel und noch ist nicht absehbar, ob die Wirtschaft in zwei Wochen neu gestartet werden kann und wer dabei endgültig auf der Strecke bleibt. Dennoch gibt es auch in dieser Krise Gewinner, zumindest relative: Wir stellen einige Corona-Aktien vor, sagen Ihnen aber auch, von welchen Titeln Sie besser die Finger lassen sollten. Keine Profiteure der Krise waren die Edelmetallminen, zu unserer Überraschung nicht einmal ein sicherer Hafen. Welche Titel nach dem Absturz wieder attraktiv sind, erfahren Sie ebenfalls in der neuen Ausgabe. Vergleichsweise gut hat sich in jedem Fall der klassische Krisenschutz schlechthin gehalten – physisches Gold. Trotz der Schwankungen an den Terminmärkten mehrten sich in Deutschland sogar Nachrichten über Lieferschwierigkeiten bei physischem Material. Toilettenpapier alleine macht eben doch nicht glücklich.





Zu den Märkten



Nach dem Crash der letzten Wochen befinden sich die Aktienmärkte weltweit im Abwärtstrend. Die kräftigen Aufwärtsbewegungen der letzten Tage mögen dazu verleiten, hier schon das Ende der Baisse auszurufen, dafür ist es aber im Moment noch zu früh. Am Beispiel des DAX (vgl. Abb.) soll kurz die technische Sicht erläutert werden, die allerdings bei den meisten großen Aktienindizes recht ähnlich aussieht. Das positivste Element ist sicher der unter gigantischen Umsätzen erfolgte Ausverkauf selbst. Tatsächlich ist ein solcher finaler Sell-Off einer der bekannten Schlusspunkte von Baissen. Eher ungewöhnlich wäre es aber, wenn bereits der erste Sell-Off auch schon der finale gewesen sein sollte. Denn noch kann weder von Seiten der eigentlichen Pandemieentwicklung noch hinsichtlich der ökonomischen Auswirkungen des anhaltenden, fast weltweiten Shutdowns Entwarnung gegeben werden. Gut möglich also, dass es sich hier nur um einen Zwischenboden gehandelt hat. Eindeutig negativ bewerten wir Handelstage, wie den gestrigen. Zweistellige prozentuale Kursgewinne in Indexbreite sind absolute Raritäten, aber eben kein(!) Hinweis auf einen Aufwärtstrend. Im Gegenteil: Die stärksten Einzeltage sind bislang fast ausschließlich innerhalb von intakten Baissen aufgetreten und dort eher in der Früh- als in der Spätphase. Diese Strohfeuer sind heftig, dauern aber regelmäßig nicht lange. Sie sind nicht das Ergebnis frischer Positionierungen in Richtung eines neuen Aufwärtstrends, sondern Short-Covering-Rallys. Sobald die Shorts geschlossen sind, beginnt das Spiel von Neuem und es erfolgen weitere Leeverkäufe. Dafür spricht auch, dass sich der DAX heute nicht über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten halten konnte, obwohl er sie zwischenzeitlich mit fliegenden Fahnen erobert hatte. Dadurch konnte auch das tiefst der drei noch offenen, markanten Abwärts-Gaps (rote Markierungen) diesmal nicht geschlossen werden. Ebenfalls ein Zeichen der Schwäche. Dass der Index weiter unterhalb seiner mittel- und langfristigen Gleitenden Durchschnitte verläuft, sei da nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt, ebenso, wie die Abfolge aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs, die einen Abwärtstrend definiert. Üben Sie sich also in Geduld, denn die Friedhöfe sind auch voll von Börsenhelden, die zum Tief kaufen wollten.





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Der Vorteil der Unwissenheit



Während Aktionäre ihrem Vermögen in den letzten Wochen beim Verfall in Echtzeit zusehen konnten, wähnen sich Immobilienbesitzer bislang (noch) in Sicherheit. Schließlich sind sie auf dem Papier in vielen Fällen so wohlhabend wie nie zuvor. Nahezu alle zu Jahresbeginn veröffentlichten Zahlen haben schließlich gezeigt, dass sich der jahrelange Immobilienboom in Deutschland weiter fortgesetzt hat. Anders als bei Aktien gibt es für Immobilien jedoch keine Realtime-Kurse. Gäbe es diese, hätte es für den einen oder anderen Immobilienbesitzer in den letzten Wochen vermutlich einen ähnlichen Schock gegeben, wie für die meisten Aktionäre. Denn es ist kaum vorstellbar, dass in den letzten Wochen die Notariate voll von Anlegern waren, die genau jetzt eine Münchener Wohnung zu Rekordpreisen erwerben wollten. Was wir gerade erleben deutet eher auf Gegenteil hin: Jobs, die bis vor ein paar Wochen sicher waren laufen plötzlich auf Kurzarbeit, Branchen, die noch nicht kriselten, haben plötzlich aus dem Nichts heraus einen vollständigen Stopp hingelegt. Immer wieder hatten wir in den letzten Jahren betont, dass Niedrigzinsen lediglich eine Komponente sind, die in die Preisfindung von Immobilien einfließt. Denn auch die Nachfrage nach Immobilien und das Angebot von Wohnraum haben einen entscheidenden Einfluss. Im Oktober letzten Jahres erklärte Prof. Harald Simons, ein Mitglied des Rates der Immobilienweisen, dass die Fertigstellungen von neuem Wohnraum die Nachfrage bereits deutlich übertreffen würden (SI 10/2019, S. 8).

Während das Angebot nicht weniger geworden ist, dürfte der Corona-Schock nun aber für eine erheblich reduzierte Nachfrage sorgen. Während es noch Monate dauern wird, bis sich dies in den Statistiken zu deutschen Immobilienpreisen niederschlagen wird, lässt es sich bereits heute an den Kursen diverser börsennotierter Immobilienunternehmen ablesen. Vonovia, Deutsche Wohnen & Co. mussten in den letzten Wochen alle empfindlichen Kursrückgänge hinnehmen. Das die Entwicklung auch vor soliden Wohnimmobilien keinen Halt macht, legt auch noch ein anderer Gedanke nahe: Mit dem heute im Bundestag beschlossenen Gesetz zur Abfederung der Corona-Schäden ist ein Mieter in den nächsten Monaten keine Miete schuldig, wenn er diese Corona-bedingt nicht zahlen kann. Zwar wird die Miete nicht gestrichen, sondern nur gestundet, wie und wann diese dann allerdings beglichen wird, ist eine offene Frage. Auch der Erwerber eines Mietshauses dürfte daher vollkommen zurecht auf einen Corona-Discount pochen. Immerhin kauft er sich mit potentiell säumigen Mietern jede Menge Ärger ein. Wie gut, dass die meisten Immobilienbesitzer diesen Discount bislang lediglich erahnen können. Würden sie ihn schwarz auf weiß sehen, wären möglicherweise Kurzschlussreaktionen die Folge. Spätestens wenn sich die Corona-Panik legt, könnte nämlich auch der kurzfristige Preisrückgang schon wieder Geschichte sein.



Musterdepot Aktien & Fonds



Wir nehmen ein paar kleinere Anpassungen im Musterdepot und im Fonds-Musterdepot vor. Sie können sich durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.





Smart Investor 4/2020


Titelstory: Kernschmelze

Corona-Aktien: An vorderster Front
gegen die Seuche

Venezuela: Über eine tote Idee,
die nicht sterben will

Metalle: Physische Power
in wackligen Zeiten



Fazit

Lassen Sie sich von gigantischen Aufwärtstagen nicht frühzeitig in den Markt ziehen. Noch befinden wir uns in der Baisse und da bleibt Geduld die erste Anlegerpflicht.


Ralph Malisch, Christoph Karl



       

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