Kolumnist: Feingold-Research

Niedrigzinsen – Yellen setzt Draghi unter Druck




20.03.17 10:14
Feingold-Research

EZB-Chef Mario Draghi will trotz der kräftigen Beschleunigung der Inflation die lockere Geldpolitik fortführen. Daher könnte sich die Zinsschere zwischen der Eurozone und den USA weiter öffnen. Das könnte erhebliche Folgen haben, gerade für die Eurozone. Mario Draghis Aufgabe ist derzeit noch viel schwieriger als sonst…

Obwohl sich das Wachstum der Euro-Zone deutlich stabilisiert hat, während die Inflation kräftig gestiegen ist, muss der EZB-Chef die Investoren überzeugen, dass die EZB dennoch an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten wird. So hat Draghi am Donnerstag die Inflationsprognose für 2017 von 1,3 Prozent auf 1,7 Prozent angehoben und jene für 2018 von 1,5 auf 1,6 Prozent.


Damit läge die Inflationsrate knapp unter dem Ziel von zwei Prozent, das die EZB anstrebt. Gleichzeitig hat Draghi den Ausblick für das Wirtschaftswachstum für 2017 und 2018 minimal angehoben. Draghi verwies aber darauf, dass der deutliche Anstieg der Inflation, die im Februar in der Euro-Zone auf zwei Prozent geklettert war, hauptsächlich auf den Anstieg des Ölpreises und damit auf vorübergehende Effekt zurückzuführen sei. Deshalb müsse die EZB ihre Geldpolitik fortführen, um eine Beschleunigung der Kerninflation, also der um Nahrungsmittel und Energie bereinigten Inflationsrate, zu erreichen.


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Luminale_Börse_EZBDraghi sagte, dass es zwar eine „oberflächliche“ Diskussion darüber gegeben habe, ob die EZB an dem Entschluss festhalten solle, die Zinsen eventuell weiter zu senken. Der EZB-Chef machte aber unmissverständlich klar, dass die EZB vielmehr jederzeit bereit sei, das Anleihenkaufprogramm, das im April von 80 auf 60 Milliarden Euro pro Monat gedrosselt wird, aufzustocken oder zu verlängern. Draghi will mit Blick auf die Präsidentschaftswahl am 23. April in Frankreich und den entsprechend hohen politischen Risiken die Lage am Anleihenmarkt der Euro-Zone unter Kontrolle halten.


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Dennoch sind die Zinsen in Deutschland und in der gesamten Euro-Zone deutlich auf dem Weg nach oben. Das dürfte allerdings weniger an den Wahlen liegen, weil sich die Umfragewerte für die Populisten in Frankreich zuletzt etwas verschlechtert haben. Für den Zinsanstieg in der Euro-Zone dürfte vielmehr der Zinsanstieg bei US-Anleihen verantwortlich sein, weil Fed-Chefin Janet Yellen am 15. März die Leitzinsen anhob und im Jahresverlauf zwei weitere Zinserhöhungen folgen lassen möchte. Deshalb sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen auf 2,6 Prozent gestiegen und liegen damit in der Nähe des höchsten Niveaus seit Frühjahr 2014.


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Steigende Zinsen hätten erhebliche Folgen

EZB_Börse_11Der ehemalige Anleihen-„König“ Bill Gross hat bereits gewarnt, dass diese Marke den Beginn eines Bärenmarkts am Anleihenmarkt bedeuten würde, also eines nachhaltigen Abwärtstrends am Anleihenmarkt – sprich deutlich steigende Zinsen. Steigende Zinsen in den USA ziehen aber auch die Zinsen in der Euro-Zone mit nach oben, weil Investoren europäische Anleihen verkaufen und das Geld in höherverzinste US-Anleihen stecken. Entsprechend ist der Zinsaufschlag für zehnjährige US-Anleihen gegenüber deutschen zuletzt auf 217 Basispunkte (2,17 Prozentpunkte) gestiegen.


Damit nähert er sich allmählich dem Hoch von 236 Basispunkten vom Dezember 2016, das der höchste Wert seit mindestens 1990 war. Sollte die Zinsschere zwischen den USA und der Euro-Zone weiter auseinandergehen, hätte das erhebliche Folgen für die USA. Einerseits dürfte der Dollar weiter steigen, wodurch sich die Perspektiven für die US-Exportwirtschaft und damit die Wirtschaft insgesamt eintrüben, weil US-Produkte im Ausland teurer werden, während ausländische Produkte in den USA billiger werden. Gleichzeitig belasten die steigenden Zinsen die hochverschuldete Privatwirtschaft.


Steigende Zinsen in der Euro-Zone sind hingegen schlechte Nachrichten für hochverschuldete Länder, wie Italien, Spanien und Frankreich, weil die sehr niedrigen Zinsbelastungen allmählich steigen würden. Sollte der Euro gegenüber dem Dollar nach unten tendieren, hellen sich zwar die Perspektiven für die Exportwirtschaft der Euro-Zone auf. Allerdings nehmen die Belastungen für jene Verbraucher und Unternehmen zu, die in den vergangenen Jahren Kredite auf Dollar-Basis aufgenommen haben. Umso mehr Euro müssen die Kreditnehmer aufwenden, um ihre Kredite bedienen zu können. Das belastet diese Schuldner deutlich.



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