Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Feingold-Research

Neobroker unter der Lupe




07.06.21 11:04
Feingold-Research

Erfahrene Anleger wissen seit Jahren, dass Sparkassen und Volksbanken Auslaufmodelle sind. Die neusten Entwicklungen am Brokermarkt lassen erahnen, wieviel Geld über die Jahre flöten ging.


 


Es gibt wohl kaum selbst entscheidende Anleger, die nennenswerte Geldsummen bei traditionellen Banken geparkt haben. Wer einmal eine Sparkassenfiliale betreten hat und Vokabeln wie Ausgabeaufschlag oder Managementgebühr versteht, wer mitbekommen hat, was es bedeutet, wenn Berater bei Sparkasse oder Volksbank Fonds verkaufen sollen, der ahnt wie hoch die Margen sein mussten.


Auf den ersten Blick ist schon bei bloßer Betrachtung des Geschäftsmodells klar, dass reichlich Geld ein neues zuhause suchte. Denn jede Sparkassenfiliale, jeder Angestellte, jede Immobilie muss verdient werden und sollte Rendite abwerfen. Rendite, die selbstredend der Kunde abtreten darf. Mit der Zeit wandelt sich Geldanlage jedoch und immer mehr Anleger informieren sich pro-aktiv. Da merkt man rasch, dass viele Zertifikate, ETFs oder auch Fonds für Selbstentscheider pro Jahr zwei oder drei Prozent mehr Rendite abwerfen. Angesichts einer durchschnittlichen Rendite im DAX von sechs bis sieben Prozente über die Jahrzehnte ahnt man, dass man die Hälfte des Gewinns liegen gelassen hat.


Broker im Vergleich

Auch aus diesem Grund boomt die Brokerlandschaft, aus der viele junge Neobroker hervorgegangen sind. Trade Republic ist ein Beispiel, jüngst in einer Finanzierungsrunde zu rund 5 Milliarden bewertet. Dabei ist man in der Qualität nicht einmal brillant, hat in den letzten 15 volatilen Monaten die Leistung von comdirect, Consorsbank oder auch von Flatex nicht mitgehen können. Man investiert jedoch ordentlich in Marketing, da man weiß, wieviel potenzielles Anlegergeld in Deutschland ein zuhause sucht. Bei den Kriterien für Neulinge bei Direktbrokern sollte der Mix aus Leistung und Kosten aber der Beste sein. Dort überzeugt in Deutschland das Modell Berlin mit dem Smartbroker, der längst nicht so groß ist wie die Platzhirsche, aber kontinuierlich wächst.


Das Angebot der Neobroker umfasst dabei viele verschiedene Leistungen. Smartbroker hat etwa den Kleinanleger im Fokus. Besonders stark ist der Broker bei Sparplänen. Hier ist man günstiger als viele andere und hat die Preisführerschaft übernommen. Insgesamt stehen mehr als 1400 sparplanfähige Investmentfonds und mehr als 700 ETF-, ETC- sowie Aktien-Sparpläne zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil ist der attraktive Depotwechsel-Service sowie die aggressive Preisstruktur. 0 Euro für die Depotführung, 4 Euro Flat Fee, bei mehr als 500 Euro Ordervolumen entfallen sogar die Gebühren via gettex. Limit- und Orderänderungen sind ebenfalls kostenfrei.


Auf die Details achten

Kostenfreien Börsenhandel oder Handel zu geringen Gebühren bieten aber auch andere Neobroker an. Mit dem zunehmenden Interesse an Börse, aber auch zur Altersvorsorge, haben die jungen Broker einen enormen Kundenansturm erlebt. Der Wettbewerb ist intensiv, was dem Anleger zugute kommt. Die Unterschiede fangen bei der Plattform an. Nicht jeder bietet sämtliche Handelsplattformen an. Hier stehen dem Anleger deutschlandweit mehr als 10 börsliche und elektronische Handelsplätze zur Verfügung.


Unterschiedliche Schwerpunkte der Neobroker

So ist der Handel bei Gratisbroker kostenlos und Anleger erhalten das volle gettex-Angebot, was fehlt sind aber ein umfassender Service, Analyse- und Trading-Tools, Sparpläne sowie einer App-Lösung.  Bei Scalable reicht die Preisspanne der Gebühren von 0,99 Euro pro Trade bis hin zu 4,99 Euro pro Monat. Punkten kann Scalable gegenüber Gratisbroker aber mit mehr als 1.000 ETF-Sparplänen und fast 4.000 aktiv gemanagten Fonds. Die mobile Nutzung vía App erleichtert außerdem den Handel.


Wettbewerber Justtrade hat im Gegensatz zu manch anderen Brokern ein gut sortiertes Kryptoangebot. Zwar fällt die Auswahl nicht ganz so umfassend aus wie beim etablierten Broker eToro, aber mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple und Bitcoin Cash können Anleger die fünf am stärksten beachteten Cyberwährungen handeln. Allerdings können die gehandelten Kryptos nicht in ein eigenes Wallet übertragen und somit auch nicht als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Im Direkthandel mit Zertifikaten sind die vier Emittenten angebunden: Societe Generale, UBS, Vontobel und die Citigroup. Unter dem Strich stehen somit rund 7.300 Aktien, über 1.000 ETFs und etwa 500.000 Derivate zur Verfügung.


Fazit: Anleger sollten beim Vergleich der Neobroker neben den Gebühren auch auf die Handelsschwerpunkte der verschiedenen Institute achten und nach den eigenen Präferenzen einen Broker auswählen.



powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...