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Kolumnist: Bernd Niquet

Nachtwächter auf Drogen




15.07.17 10:42
Bernd Niquet

Ich erinnere mich noch gut, wie wir früher in Wirtschaftspolitik über den Nachtwächterstaat diskutiert haben. Doch was ist ein Nachtwächterstaat? Das ist ein Staat, der sich nicht lenkend einmischt in die Wirtschaft, sondern sich darauf beschränkt, Recht und Eigentum zu schützen und zu bewahren.

In Hinsicht auf die Einmischung in die Wirtschaft ist die Sache ja mittlerweile entschieden – und gleichzeitig auch nicht entschieden. Denn einerseits mischt sich der Staat heute in vorher nie gekannter Weise in die Wirtschaft ein, andererseits hat er sich bereits so stark eingemischt, dass ihm keinerlei weitere Optionen mehr bleiben.


Wirtschaftspolitisch kann der Staat heute weder vor noch zurück. Er ist wie ein Drogenabhängiger, der die Maximumdosis konsumiert. Würde er noch mehr spritzen, wäre er tot. Würde er hingegen weniger spritzen, würde er mit Entzugserscheinungen kollabieren.


In dieser Hinsicht ist der Staat heute wirklich ein Nachtwächter. Allerdings ein Junkie-Nachtwächter.


Beim Schutz der Unversehrtheit seiner Bürger sowie von Recht und Eigentum ist dieser Drogen-Junkie ein Versager. Jeder gute Nachtwächter würde gegen den vermummten Verbrecher seinen Hund loslassen und notfalls zur Waffe greifen.


Unser Staat macht hingegen: Ei, ei, das hast du doch sicher nicht so böse gemeint. Und schwupps sind die Verbrecher schneller wieder auf freiem Fuß als die Verletzungen der Polizisten verheilt sind.


Ich fürchte, wir sind durch unsere Laschheit im Umgang mit den Feinden unserer Demokratie, unserer Gesellschaft und unserer Ordnung mittlerweile in einer wirklich bedrohlichen Lage.


Aber so ist das eben immer in der Geschichte: Der Aufstieg einer Nation bündelt alle Kräfte, doch ist dann der Wohlstand erst erreicht, wird irgendwann das Arschficken wichtiger als die Landesverteidigung, die öffentliche Ordnung und denen ordentlich eine auf die Fresse zu hauen, die sich an der Gesellschaft und ihren Werten vergehen.


Und von da an geht’s dann bergab.


Ich entschuldige mich für die derbe Sprache, doch das musste jetzt einfach einmal sein.




Bernd Niquet







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