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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Die steigende Angst vor der Blase"




14.01.21 09:05
Redaktion boerse-frankfurt.de

Trotz der Rekordstände an den Aktienmärkten hüben wie drüben überwiegt die Skepsis. Was kein schlechter Ausgang ist.


Zusammenfassung

Positive Nachrichten scheinen zurzeit schwerer zu wiegen als negative, weshalb die Aktienmärkte nach Ansicht von Joachim Goldberg neue Rekordstände beanspruchen. Zumindest im internationalen Kontext, denn die hiesigen mittelfristig orientierten Anleger bleiben mehrheitlich pessimistisch. Institutionelle Investoren befürchteten eine Blase, glaubt der Verhaltensökonom. Nur ein kleiner Teil hat gekauft, so steht der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe bei -9 Punkten. Anders die privaten Anleger, die mit +13 Punkten eher zuversichtlich sind. 


Goldberg sieht in dem Jahreswechsel eine Zäsur für die Profis, deren Gewinnreferenz und damit Kaufschwelle bei 13.720 Punkten liege. Was für private Anleger keine Rolle spiele. Angesichts des größeren Gewichts der Profis bleibt die Ausgangslage 2021 günstig.


13. Januar 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Man kann nicht behaupten, dass die Zeit seit unserer vergangenen Stimmungserhebung arm an bedeutsamen Ereignissen gewesen sei. Vor allem, wenn man in Richtung USA blickt, wo der Sturm von Trump-Anhängern aufs Kapitol in Washington die Welt in Atem gehalten hat. Allerdings blieb dieser gravierende Vorfall weitgehend ohne Konsequenzen für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Trotz all dieser verstörenden Bilder eines massiven „Angriffs auf die Demokratie“.


Viel wichtiger war für die Finanzmärkte offenbar das Ergebnis der Stichwahlen in Georgia, aufgrund derer die Demokratische Partei in den USA nun im Senat über eine hauchdünne Mehrheit verfügt. Die Konsequenz: Aktienmarktteilnehmer setzen nun auf ein groß angelegtes Stimulus-Paket, das einen „Billionen (Dollar) schweren“ Umfang haben könnte. Mit der Folge, dass – neben neuen Rekordständen an den US-Börsen – selbst der hiesige DAX zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 14.000 Zählern überschritt.


Immer noch pessimistisch eingestellt


Auch wenn der DAX seine Höchststände nicht halten konnte, ist gegenüber der Vorwoche dennoch ein Gewinn von 2 Prozent im Punktvergleich hängen geblieben. Allerdings haben die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren vergleichsweise träge auf den DAX-Anstieg reagiert. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche nur um 7 auf einen Stand von nunmehr -9 Punkte gestiegen. Dabei ist es bemerkenswert, dass sich der Großteil der neuen Optimisten mit gut 90 Prozent aus ehemals neutral eingestellten Akteuren rekrutiert. Damit sind 40 Prozent aller Befragten immer noch pessimistisch eingestellt und warten auf einen größeren Rücksetzer.


Bei den Privatanlegern hat es eine ähnliche Entwicklung gegeben, wenn auch nicht ganz so stark. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels hat sich ebenfalls befestigt, aber nur um 4 Punkte auf einen neuen Stand von +13 Punkte. Hinter diesem Anstieg steckt eine kleine Wanderung von ehemaligen Pessimisten ins Bullenlager. Die Mehrheit der Akteure, nämlich 46 Prozent aller Befragten dieses Panels, setzt offenbar unentwegt auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und denkt gar nicht daran, aufgelaufene Gewinne mitzunehmen.


Angst, dass die Blase platzt?


Mit der heutigen Erhebung hat sich die starke Stimmungs-Diskrepanz vom Jahresbeginn zwischen institutionellen und privaten Anlegern nicht entscheidend verringert. Wir erinnern uns: Die institutionellen Akteure sind im Gegensatz zu den Privatanlegern aufgrund des Jahresultimo bei der vergangenen Sentiment-Erhebung mental anders eingestellt gewesen, da für sie die Performance-Uhren sozusagen auf null gestellt wurden. Diesen Schnitt hat es für die Privatanleger hingegen nicht zwingend gegeben. Tatsächlich ergibt sich somit für die institutionellen Akteure als Referenzkurs für die derzeitigen Engagements vermutlich der Jahresschlusskurs 2020, der bei rund 13.720 Zählern liegt. Dies dürfte auch in etwa das Niveau sein, zu dem zumindest ein Teil der derzeit mehrheitlich schiefliegenden Investoren vermutlich bereit wäre, bearishe Engagements zurückzunehmen.


Es ist aber auch gut möglich, dass man mancherorts auf einen stärkeren Einbruch setzt. Denn zuletzt haben die Diskussionen, dass sich vor allem die US-Aktienmärkte in einer Spekulationsblase befinden könnten, deutlich zugenommen. Vor allem wird das Risiko, dass die „Bubble“ möglicherweise platzen könnte, mit jedem neuen Allzeithoch stärker wahrgenommen. Allerdings besteht bei jedem neuen Allzeithoch hierzulande auch die Gefahr, dass die Pessimisten von heute die Nerven verlieren und ihre Engagements im Zuge einer Squeeze zurückdecken müssen. Insgesamt bleibt damit die stimmungstechnische Situation für den DAX günstig.


13. Januar 2021, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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