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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Zwischen Skepsis und Überschwang"




07.11.19 07:25
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Deutsche Bluechips steigen und nur die privaten Anleger ziehen. Das rettet den Markt aber nach Ansicht von Joachim Goldberg vor zu viel Optimismus.


Zusammenfassung Trotz guter Nachrichten und einem stattlichen Kursgewinn halten sich professionelle Investoren eher zurück. Nur 2 Prozent haben DAX-Aktien seit vergangenem Mittwoch gekauft. Der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe steht bei +1 Punkt ganz nahe an der Nulllinie zwischen Optimismus und Pessimismus. Joachim Goldberg vermutet, dass den Profis günstige Preise zum Einsteigen gefehlt haben, der Index ist ohne Pause um gut 2 Prozent gestiegen. Anders haben die privaten Anleger reagiert: Ein Zehntel hat sich mit DAX-Aktien eingedeckt, 7 Prozent dafür Short-Engagements geschlossen. Nach Ansicht des Verhaltensökonoms steht ein "rationaler Umschwung" dahinter.

Auf jeden Fall hat sich die Stimmungskluft zwischen privaten und institutionellen Investoren "fast schon in dramatischem Ausmaß" verbreitert. Das ermögliche aber dem Markt aus Behavioral-Finance-Sicht weitere Kursgewinne. Falls sich die privaten Investoren auf der Long-Seite zu Gewinnmitnahmen entscheiden sollten, stünden die "in größerer Zahl schiefliegenden" institutionellen Investoren schon bei kleineren Rücksetzern ab etwa 12.900 Punkten als Käufer bereit. Gefahr brächte nur ein Abzug der langfristig orientierten internationalen Investoren.

 


6. November 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Seit unserer vergangenen Stimmungserhebung haben die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks erneut haussiert. Zum einen, weil die US-Notenbank seit der Sitzung des Offenmarktausschusses am vergangenen Mittwoch offenbar einen asymmetrischen geldpolitischen Kurs fährt. Dabei machte Fed-Chef Jerome Powell in der vergangenen Woche deutlich, dass die Hürde für eine weitere Zinssenkung wesentlich niedriger liegt als diejenige, die für eine Zinserhöhung übersprungen werden muss – eigentlich eine Art Schlaraffenland für Aktieninvestoren, die sich angesichts der Fed-Politik und der damit letztlich verbundenen Versicherung gegen stärkere Kursrückgänge besonders sicher fühlen müssten.


Der andere Treiber der derzeitigen Rallye ist die gestiegene Hoffnung auf Fortschritte im US-chinesischen Handelskonflikt, darauf, dass es bald zum Abschluss eines Teilvertrags, der sogenannten „Phase eins“, kommen werde. Auch dass die Kraftfahrzeug-Strafzölle gegenüber der EU womöglich vom Tisch sind, sorgte zu Wochenbeginn für einen geradezu euphorisch anmutenden Kursverlauf. Indes: Seit gestern muss man den Optimismus in Bezug auf die US-chinesisch Verhandlungen mit einem Fragezeichen versehen. Denn China will Medienberichten zufolge womöglich weitaus mehr verlangen als die von der Trump-Administration ins Auge gefasste Beseitigung der Strafzölle, die eigentlich am 15. Dezember in Kraft treten sollen.


Allerdings ist fraglich, ob diese Skepsis die von uns befragten mittelfristigen Investoren davon abgehalten hat, größere Engagements im DAX einzugehen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index der professionellen Investoren ist seit der Vorwoche gerade einmal um 3 Punkte auf einen Stand von +2 Punkte gestiegen. Zwar hat der DAX im Wochenvergleich noch einmal um 2,1 Prozent zugelegt, dabei aber kaufwilligen Investoren keinen wesentlich günstigeren Einstieg seit der Erhebung am vergangenem Mittwoch ermöglicht. Mit anderen Worten: Der Markt ist den Akteuren davongelaufen, aber nicht so deutlich, dass viele Bären das Handtuch geworfen hätten.


Rationaler Überschwang der Privatanleger


Bei den Privatanlegern präsentiert sich dagegen ein völlig anderes Bild. In diesem Panel gab es wie bereits in der Vorwoche kaum Gewinnmitnahmen. Stattdessen ist der Sentiment-Index dieser Gruppe noch deutlicher als bereits in der Vorwoche angestiegen. Dieses Mal um 17 Punkte auf einen Stand von +32 Punkte – dies ist das höchste Niveau seit dem 7. Februar 2018. Und das, obwohl das Börsenbarometer bereits die vierte Woche hintereinander einen Gewinn zeitigt; allein in der Punktbetrachtung beträgt dieser insgesamt fast 10 Prozent. Dabei kam es gerade zuletzt bis zur heutigen Erhebung zu einem regelrechten Exodus ehemaliger Pessimisten, die sich fast allesamt direkt auf die Bullenseite schlugen. Tatsächlich hat dieses Verhalten etwas von einem – angesichts der oben genannten guten Kaufargumente – rationalen Überschwang.


Mit der heutigen Erhebung hat sich die Stimmungskluft zwischen privaten und institutionellen Investoren noch einmal – und nun fast schon in dramatischem Ausmaß – vergrößert; immerhin handelt es sich um den größten Dissens in diesem Jahr. Da jedoch die Stimmung bei den institutionellen Investoren derjenigen der privaten Anleger so deutlich hinterherhinkt, ergibt sich keine starke Bedrohung für den DAX. Selbst wenn sich die derzeit bullishen privaten Investoren auf höherem Niveau zu Gewinnmitnahmen entscheiden sollten. Denn die zurzeit in größerer Zahl schiefliegenden institutionellen Investoren würden sich bereits mit einem Rücksetzer auf das Niveau der vergangenen Woche (ca. 12.900 Punkte) zufrieden geben, um verpasste Käufe nachzuholen. Bedrohlich wird es für den DAX indes nur, falls langfristig orientierte internationale Investoren zu dem Schluss kommen sollten, sich von den Aktien der Eurozone abzuwenden.


6. November 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-3486
  Bullish Bearish Neutral
Total 38% 37% 25%

ggü. letzter Erhebung


+2% -1%

-1%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.170 (+270 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +1 Punkt (Stand Vorwoche: -2 Punkte)


 


Sentiment-Index privater Anleger image-3487
  Bullish Bearish Neutral
Total 56% 24% 20%

ggü. letzter Erhebung


+10% -7% -3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.170 (+270 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +32 Punkte (Stand Vorwoche: +15 Punkte)


 


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Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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