Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Wenig Angst, aber Risikoaversion"




12.07.18 08:50
Redaktion boerse-frankfurt.de


Der Kurs-Dip nach unten verleitet vor allem Profis zu Gewinnmitnahmen aber kaum jemand zum günstigen Einstieg, was den Markt mit weiterem Potential füttert. Zusammenfassung

Auch wenn deutsche Aktien, gemessen am Leitindex, auf Wochensicht 130 Punkte weiter Boden gut gemacht haben, verziehen sich etliche Profis aus dem Markt. 17 Prozent der institutionellen Investoren haben DAX-Aktien verkauft, 8 Prozent sind short gegangen. Der Sentiment-Index dieser Gruppe ist von +15 auf -9 Punkte gefallen. 

Damit rutschen sie wieder stimmungstechnisch in die Nähe der privaten Anleger, deren Sentiment-Index nun bei -8 Prozent steht. Diese Akteure waren allerdings schon vorher ziemlich pessimistisch eingestellt und haben sich seit Mittwoch kaum bewegt.
Nach Ansicht von Joachim Goldberg war es weniger die Verschärfung der handelspolitischen Gangart denn die Möglichkeit, mit 2,6 Prozent in der Spitze ansehnliche Kursgewinne mitzunehmen, die die Profis aus dem Markt getrieben habe. Anders sieht der Verhaltensökonom das Ergebnis der privaten Anleger, von denen viele der Bären im Minus sein dürften. 

Unterm Strich sieht Goldberg den DAX bei weiteren Kursrückgängen in einer Größenordnung von ca. 2 bis 2,5 Prozent "ordentlich" gestützt, Nachfrage sei auch angesagt, falls deutsche Bluechips "wider Erwarten doch noch Flügel bekommen" sollten.

11. Juli 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zumindest wenn man die Kursentwicklung an den Aktienbörsen dies- und jenseits des Atlantiks während der vergangenen Tage beobachtet hat, drängte sich einem fast der Eindruck auf, der 6. Juli sei ganz schnell in Vergessenheit geraten. Ja, es war dieser Freitag, an dem die USA den Schalter umlegten, um in Zukunft auf aus China importierte Güter in Höhe von 34 Milliarden US-Dollar Zölle zu erheben. Dreieinhalb Stunden später reagierte China und verfuhr mit US-Importen in gleicher Höhe genauso. 

Auch auf die Gefahr hin, dass zwei Wochen später noch einmal Strafzölle auf China-Importe seitens der USA in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar inkrafttreten würden, war das Thema für viele Akteure offenbar mental schon längst verarbeitet. Die Risikofreude war zurückgekommen. Bis gestern Nacht, als klar wurde, dass die USA eine weitere Schraubendrehung vollführen wollen und es mit der Vergeltung der Vergeltung Chinas ernst meinen, weshalb sie kurzerhand über ihren Handelsbeauftragten Robert Lighthizer eine neue Liste vorlegen ließen. Und zwar mit chinesischen Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar, die - wie bereits von US-Präsident Donald Trump angedroht - in Zukunft mit einem Importzoll von 10 Prozent belegt werden sollen. Obwohl diese Maßnahmen frühestens im September greifen dürften, reagierten die Finanzmärkte entsprechend nervös: Wie würden die Vergeltungsmaßnahmen Chinas auf diese Ankündigung aussehen, zumal das Reich der Mitte im vergangenen Jahr lediglich US-Güter im Wert von knapp 131 Milliarden US-Dollar importiert hatte? 

Betrachtet man die heutigen Sentiment-Daten der institutionellen Anleger mit mittelfristigem Handelshorizont, könnte man auf den ersten Blick meinen, sie hätten es aufgrund des eskalierenden Handelsstreits mit der Angst zu tun bekommen. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist tatsächlich massiv, und zwar um 25 Punkte auf einen Stand von -9 Punkten gefallen. 

Aber tatsächlich wären diese Investoren - wir wiesen in unserem vergangenen Bericht bereits darauf hin - auch ohne die neuen Nachrichten angesichts eines in der Spitze 2,6-prozentigen Kursgewinns seit unserer letzten Erhebung dem DAX vermutlich nicht treu geblieben. Zumindest hatte man ein gutes Argument, die vielerorts aufgelaufenen Gewinne auch zu realisieren. Ob nun aus Angst oder Risikoaversion, sei einmal dahingestellt. Und so hat sich das Bullenlager um rund 35 Prozent gegenüber der Vorwoche reduziert, wobei sich die abgewanderten Optimisten fast zu gleichen Teilen auf die Gruppen der neutral bzw. bearish gestimmten Akteure verteilen. Mit anderen Worten: Etwa die Hälfte der Investoren hat sich mit Gewinnmitnahmen begnügt, während die andere Hälfte ihre Engagements direkt um 180 Grad auf die Short-Seite gedreht hatte. 

In der Hoffnung auf Kursrückgänge


Bei den Privatanlegern hat es indes eine derartige Verschiebung nicht gegeben, da diese Gruppe schon seit drei Wochen mehrheitlich auf fallende Kurse setzt. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels hat sich deswegen gegenüber der Vorwoche kaum verändert und liegt mit einem neuen Stand von -8 Punkten gerade einmal 2 Punkte höher als zuvor. Damit wird gleichzeitig ersichtlich, dass große Teile dieser Anlegergruppe mit ihren Engagements derzeit unter Wasser liegen dürften und erheblich niedrigere DAX-Stände benötigen, um Absicherungen und Short-Positionen ohne Verlust wieder auflösen zu können. 

Mit der heutigen Erhebung sind institutionelle und private Investoren nach vier Wochen divergierender Meinungen wieder zusammengerückt und setzen nun - teilweise unfreiwillig - auf einen fallenden DAX. Zwar ist der Pessimismus nicht sonderlich ausgeprägt, was mittlerweile auch für die relative Betrachtung im Drei- und Sechs-Monatsvergleich gilt. Und nach bisheriger Lesart bedeutet dies, dass der DAX bei weiteren Kursrückgängen in einer Größenordnung von ca. 2 bis 2,5 Prozent (gemessen am heutigen Erhebungskurs von 12.450 Zählern) zumindest von heimischen Investoren wieder ordentlich nachgefragt und gestützt sein dürfte. Nachfrage ist jedoch auch angesagt, falls der DAX für viele aus heutiger Sicht wider Erwarten doch noch Flügel bekommen sollte. 

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt. 




Video-Kommentar von Joachim Goldberg


 

Börse Frankfurt Sentiment-Index



  

Institutionelle Anleger



Bullish Bearish Neutral
Total 31% 40% 29%
ggü. letzter Erhebung -17% +8% +9%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (+130 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -9 Punkte (Stand Vorwoche: +16 Punkte)


DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum




 

Private Anleger



Bullish Bearish Neutral
Total 34% 42% 24%
ggü. letzter Erhebung +0% -2% +2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.450 (+130 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -8 Punkte (Stand Vorwoche: -10 Punkte)


11. Juli 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden. 


Disclaimer Inhalte des Onlineangebots Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, die zum Handel an der Eurex Deutschland oder der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind oder eines sonstigen Terminkontraktes, einer Emission oder eines hierin erläuterten Produktes. 

Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht dafür, dass die folgenden Informationen vollständig oder richtig sind. Infolgedessen sollte sich niemand auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden. 

Zum Handel an der FWB zugelassene Wertpapiere sowie Eurex-Derivate (mit Ausnahme des DAX®Future-, STOXX® 50 Future-, EURO STOXX® 50 Future-, STOXX 600 Banking Sector Future-, EURO STOXX Banking Sector Future- und Global Titans Future-Kontrakts und Eurex Zinssatz Derivaten) stehen derzeit nicht zum Angebot, Verkauf oder Handel in den Vereinigten Staaten zur Verfügung noch dürfen Bürger, die den US-amerikanischen Steuergesetzen unterliegen, diese Wertpapiere anbieten, verkaufen oder handeln. 

Die in XTF Exchange Traded Funds® gelisteten Fondsanteile sind zum Handel an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Nutzer dieses Informationsangebotes mit Wohnsitz außerhalb von Deutschland weisen wir darauf hin, dass der Vertrieb der in XTF Exchange Traded Funds gelisteten Fondsanteile in diesem Land möglicherweise nicht zulässig ist. Die Verwendung der Informationen geschieht auf eigene Verantwortung des Nutzers. Verweise und Links Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf der verlinkten Seiten erkennbar waren. 

Der Autor hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. 

Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Mailinglisten. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Rechtswirksamkeit des Disclaimers Dieser Disclaimer ist ein Teil des Internetangebots, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern einzelne Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. Einbindung von weiteren Inhalten Dritter Es ist möglich, dass innerhalb unserer Website Inhalte Dritter unter anderem im Form von sog. iFrames eingebunden werden. Die Anbieter dieser Inhalte werden technisch bedingt Ihre IP-Adresse erfahren, um ihre Inhalte an ihren Browser zu senden, eventuell Cookies setzen wollen oder Analyse-Tools einsetzen. Für den datenschutzgerechten Umgang mit ihren Daten sind diese Drittanbieter eigenverantwortlich. Zu den Kontaktmöglichkeiten des Anbieters, dessen Datenschutzbestimmungen und eventuell eingeräumte Widerspruchsmöglichkeiten verweisen wir auf das Impressum und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Drittanbieters.




powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...