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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Teure Rationalität"




21.05.20 09:32
Redaktion boerse-frankfurt.de

Anleger bleiben skeptisch: Zu hohe Risiken, bzw. noch zu niedrige Gewinne. Das stützt den Markt erst unter deutlich niedrigerem Niveau.


Zusammenfassung

Seit vergangenen Mittwoch ist der DAX zunächst auf die von Goldberg als gestützte Zone identifizierte Marke von 10.100/10.200 Punkten gefallen, um dann zu einer „heftigen“ Rallye anzusetzen. Was nach einem Short-Squeeze aussah, wie der Ökonom findet.


Das heutige Ergebnis der Befragung zeigt etwas anderes. Es haben kaum Anleger Short-Positionen eingedeckt. Stattdessen sind etliche Investoren von der Seitenlinie aus eingestiegen. Die Stimmung beider Anlegergruppen ist mit -12 bzw. -10 Punkten weiter deutlich pessimistisch.


Goldberg vermutet, dass den Pessimisten einerseits die Gewinne noch nicht groß genug für eine Mitnahme waren. Und das Risiko als immer noch erheblich betrachtet wird, zu hoch für Käufe. Er erwartet erst unterhalb von 10.000 Punkten eine Bewegung der Bären. Sollte es weiter nach oben gehen, müssten diese aber vermutlich ab 11.235 Punkten „die Notbremse ziehen“.  


 


20. Mai 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass die Stimmung der Börsianer seit unserer vergangenen Sentimenterhebung zu pessimistisch gewesen sein könnte, wird an zwei Entwicklungen erkennbar. Zum einen, weil die Wirkung negativer Fundamentaldaten und bearisher technischer Signale kurzlebig war. Zum anderen haben am vergangenen Montag drei Ereignisse gezeigt, wie empfindlich die Aktienmärkte nicht nur hierzulande auf positive Nachrichten reagieren. Etwa, als die möglicherweise sogar berechtigte Hoffnung aufkam, dass das Unternehmen Moderna einen Impfstoff gegen das COVID-19-Virus gefunden haben könnte. Oder dass sich Frankreich und Deutschland für ein neues 500 Milliarden Euro schweres EU-Hilfspaket stark gemacht haben. Oder weil Fed-Chef Jerome Powell den Akteuren an den Finanzmärkten wieder einmal unmissverständlich klargemacht hat, dass die US-Notenbank im Zweifel über unbegrenzte Feuerkraft verfügen würde.


Heftige Rallye


Obwohl noch längst nicht sicher ist, ob überhaupt auf absehbare Zeit ein Impfstoff gegen das COVID-19-Virus verfügbar sein wird oder ob und wann besagtes EU-Hilfspaket in Kraft treten kann, hat der DAX nach einem anfänglichen Abtaucher in der vergangenen Woche in die von uns avisierte Zone zwischen 10.100 und 10.200 Zählern am Montag mit einer heftigen Rallye reagiert. Innerhalb von drei Handelstagen ergab sich ein Kursgewinn von zeitweise mehr als 1000 Punkten – es sah nach einer veritablen Short-Squeeze aus.


Allerdings zeigte die heutige Sentiment-Umfrage unter mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, dass unser Börse Frankfurt Sentiment-Index zwar um 11 Punkte auf einen Stand von -12 gestiegen ist. Aber die Anzahl der bekehrten Pessimisten hält sich in Grenzen. Zwar gibt es bei den Optimisten einen Zuwachs von 8 Prozent aller Befragten, aber mehr als die Hälfte davon geht auf das Konto vormals neutral eingestellter Akteure. Kurzum: Die Pessimisten stellen mit 46 Prozent der Befragten immer noch die größte Gruppe und haben sich auch vom Wochenplus des DAX in Höhe von 3,6 Prozent (in der Punktbetrachtung) nicht irritieren lassen.


Diese Tendenz bestätigt auch das Panel der Privatanleger. Dort gab es per Saldo fast keine Stopp-Loss- Käufe der Pessimisten, sondern lediglich etwas Nachfrage von vormals seitwärts eingestellten Akteuren. Und deswegen steigt unser Börse Sentiment-Index in diesem Panel gerade mal um 3 Punkte auf einen Stand von -10.


Gefesselte Pessimisten


Die heutige Stimmungserhebung vermittelt also zweierlei. Zum einen, dass die Pessimisten unter den befragten Teilnehmern nicht erst seit vergangenem Mittwoch mit erheblich niedrigeren Kursen gerechnet bzw. diese erhofft hatten. Zum anderen scheint die Geduld der Pessimisten zumindest per Saldo offenbar recht strapazierfähig zu sein, was aber aus rationaler Sicht durchaus nachvollziehbar ist. Denn, wie die gestern publizierte Mai-Umfrage der Bank of America unter globalen Fondsmanagern zutage förderte, bleibt das größte Extremrisiko für 52 Prozent der Befragten ein Wiederaufflammen der Corona-Pandemie. Auch die Kasse-Quoten der Fondsmanager bleiben mit 5,7 Prozent (Vormonat 5,9 Prozent) immer noch ausgesprochen hoch; der „Bull&Bear“-Indikator der BofA zeigt sich ebenfalls mit dem Minimalwert von 0,0 nach wie vor äußerst pessimistisch.


Auch wenn die hiesigen Sentiment-Indices nicht mehr ganz so negativ wie in der Vorwoche aussehen, verharrt die Gruppe der Pessimisten sowohl bei den institutionellen als auch bei den privaten Anlegern seit fünf Wochen etwa auf dem gleichen Niveau – man ist weiterhin gegen stärkere Abwärtsbewegungen gut abgesichert und würde diese Positionen womöglich erst unterhalb der 10.000er Marke verringern. Somit bleiben die Pessimisten gefesselt und können etwaiger Nachfrage wie am vergangenen Montag nur wenig entgegensetzen. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass mit einem Übersteigen des Zwischenhochs vom April (11.235) zumindest ein Teil dieser Pessimisten die Notbremse ziehen wird. Um es frei nach John Maynard Keynes auszudrücken: Diesen durchaus rationalen Pessimismus muss man sich auch kurstechnisch leisten können.


20. Mai 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 34% 46% 20%

ggü. letzter Erhebung


+8% -3%

-5%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.000 (+380 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: -12 Punkte (Stand Vorwoche: -23 Punkte)


Sentiment-Index privater Anleger
  Bullish Bearish Neutral
Total 35% 45% 20%

ggü. letzter Erhebung


+3% +0% -3%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.000 (+380 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -10 Punkte (Stand Vorwoche: -13 Punkte)


Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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