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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Sommerliche Weihnachtsgeschenke"




15.08.19 08:29
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Während etliche Profis ungeduldig ihre Positionierung wieder gewechselt haben, sind private Anleger skeptisch geblieben. Diese neutrale Haltung könnte sich zumindest kurzfristig als nützlich erweisen.
 


Zusammenfassung


Nervöse Börsen, nervöse Anleger – auf geopolitische Nachrichten reagieren Anleger weltweit mit Käufen, um das bei genauerem Hinsehen (zumindest in Teilen) wieder rückgängig zu machen. Unterm Strich haben 8 Prozent der befragten professionellen Anleger seit vergangenen Mittwoch DAX-Aktien verkauft und 9 Prozent sind short gegangen. Der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe ist um 17 auf +2 Punkte gefallen. Für Joachim Goldberg ist den trading-orientierten 10 Prozent im Panel allerdings einfach die Geduld ausgegangen, auf höhere Gewinne zu warten. Die Privatanleger sind weiter ähnlich skeptisch. Der Verhaltensökonom bewertet die Stimmung insgesamt als neutral, hält es allerdings für bedenklich, dass internationale große Investoren mit langfristiger Perspektive inzwischen hiesige Aktien wieder unterbewerten. Wovon die Preise deultlicher Dämpfer bekommen.


Unterm Stich sei aber die Lage für deutsche Bluechips laut heutiger Erhebung nicht "völlig ungünstig". Bei 11.350/11.400 rechnet Goldberg mit heimischer Nachfrage. Diese Unterstützung erweise sich aber vermutlich wegen der internationalen Einschätzung nicht als nachhaltig.


14. August 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gestern Nachmittag brach an den Aktienbörsen dies -und jenseits des Atlantiks eine leichte Euphorie aus, als bekannt wurde, dass ein Teil der für den 1. September angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe nach dem Willen der Trump-Administration erst am 15. Dezember in Kraft treten soll. Vor allem aber die Tatsache, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China, die eigentlich als eingefroren galten, wieder aufgenommen wurden, wurde als positive Überraschung wahrgenommen. Denn vielerorts glaubte man, es bestünden nicht einmal hinter verschlossenen Türen Kontaktversuche zwischen den beteiligten Parteien.


Indes: Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass die Liste der chinesischen Importe, die erst am 15. Dezember mit einem Strafzoll belegt werden sollen, vor allem Güter enthielt, die typischerweise an Weihnachten auf dem Gabentisch der US-Bürger landen: Mobiltelefone, Laptops, Computerspiel-Konsolen, Spielzeuge, Kleidung und Verschiedenes mehr. US-Präsident Donald Trump machte gestern dann auch deutlich, dass er mit der Verzögerung der Strafzölle auf einige China-Importe verhindern möchte, dass die Freude der US-Verbraucher bei den Weihnachtseinkäufen durch Preiserhöhungen getrübt werden könnte.


Die von uns befragten mittelfristig orientierten Investoren sind allerdings erwartungsgemäß nicht so optimistisch wie in der Vorwoche geblieben. Aber das lag wohl kaum daran, dass Donald Trump nur seinen eigenen Bürgern indirekt ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gemacht hatte. So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index aktuell um 17 Punkte auf einen Stand von +2 Punkte gefallen. Anscheinend wollten die von uns in der Vorwoche ausgemachten Schnäppchenjäger nicht mehr allzu lange auf Kursgewinne warten. Zumal die Spanne zwischen dem günstigsten Einstiegskurs aus der Vorwoche und dem höchsten Punkt des DAX bis zur heutigen Befragung ohnehin nur 2,6 Prozent betrug. Einmal mehr hat sich also gezeigt, dass sich fast 10 Prozent aller Befragten dieses Panels zurzeit eher kurzfristig orientieren – von den Wechselwilligen sind fast 90 Prozent direkt von der Bullen- auf die Bärenseite umgeschwenkt.


Wieder zusammengerückt

Bei den Privatanlegern, die sich in der Vorwoche ohnehin wesentlich pessimistischer als ihre institutionellen Pendants gezeigt hatten, hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index nicht verändert und verharrt bei -6 Punkte. Die geringen Verschiebungen – die Polarisierung zwischen Bullen und Bären ist ganz leicht gestiegen – sind vernachlässigbar.


Damit hat sich die Stimmungsdivergenz zwischen institutionellen und Privatanlegern wieder deutlich verringert. Und auf Sicht von sechs Monaten kann man bei den institutionellen Investoren nicht einmal von Optimismus sprechen – in der relativen Betrachtung ist dieses Panel tatsächlich neutral eingestellt. Weniger gelassen zeigten sich indes die internationalen Fondsmanager, die gemäß der jüngsten BofA Merrill Lynch-Umfrage im August ihre Übergewichtung in Aktien mittlerweile wieder in eine Untergewichtung verwandelt haben: Netto 12 Prozent der Fondsmanager gaben in der zwischen dem 2. und 8. August erhobenen Umfrage an, sie seien nun wieder in Aktien untergewichtet. Wie von uns vermutet, hat sich die schlechte Stimmung auch auf europäische Aktien übertragen, denn aus der diesbezüglichen Übergewichtung von netto 12 Prozent ist innerhalb eines Monats eine Untergewichtung von per Saldo 3 Prozent aller Befragten geworden. Und dies ist auch einer der Gründe, warum der DAX trotz des hierzulande zeitweise starken Optimismus nicht richtig auf die Füße gekommen ist.


Dennoch ist die heutige Stimmungserhebung für sich betrachtet insofern für den DAX nicht völlig ungünstig, als auf niedrigerem Niveau (möglicherweise im Bereich von 11.350/11.400 Zählern) erneut heimische Nachfrage einsetzen könnte. Diese Unterstützung für den DAX ist allerdings nicht nachhaltig, sofern sich der Trend, dass sich internationale Anleger von europäischen Aktien verabschieden, verstärken sollte.


14. August 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


Sentiment-Index institutioneller Anleger image-2508
  Bullish Bearish Neutral
Total 40% 38% 22%

ggü. letzter Erhebung


-8% +9%

-1%


DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.720 (+20 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +2 Punkte (Stand Vorwoche: +19 Punkte)


 


 


Sentiment-Index privater Anleger image-2509
  Bullish Bearish Neutral
Total 38% 44% 18%

ggü. letzter Erhebung


+1% +1% -2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 11.720 (+20 Pkt.)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -6 Punkte (Stand Vorwoche: -6 Punkte)


 



Über den Börse Frankfurt Sentiment-Index

Der Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positive in negative Werte markiert die neutrale Linie. 




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