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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Kaufpanik"




05.10.17 09:17
Redaktion boerse-frankfurt.de


Die Erwartungen der institutionellen Anleger schießen mit den deutschen Aktienpreisen nach oben, so dass nicht mehr so viel Anschlussnachfrage im Markt geblieben sein dürfte. Wichtig wäre zu wissen, ob sich die Stimmung schon im problematischen Bereich der Euphorie befindet. Zusammenfassung Sowohl die Aktienpreise als auch das Engagement der Anleger scheint in Bewegung gekommen zu sein. Der DAX hat am heutigen Mittwoch 13 Minuten nach Handelseröffnung ein neues Allzeithoch markiert, unterm Strich steht er gegenüber vergangenen Mittwoch 270 Punkte höher.

An dem Sprung nach oben waren auch die hiesigen Anleger beteiligt. Zumindest die professionellen Investoren, von denen 9 Prozent DAX-Aktien gekauft haben und 5 Prozent aus ihren Short-Positionen heraus gegangen sind. Das treibt den Sentiment-Index auf +23 Punkte, sein bisheriges Jahreshoch. Deutlich weniger aktiv waren die privaten Anleger, von denen 2 Prozent DAX-Aktien verkauft haben. Der Sentiment-Index dieser Anlegergruppe steht bei +12 Punkten deutlich unter dem der professionellen.

Für Joachim Goldberg waren es für die Institutionellen (vermutlich sehr kleine) Gewinnmitnahmen unter dem Performance-Druck des endenden Quartals und die Angst vor einem Rückschritt, weniger echter Glaube an die Hausse. Auch die Privatanleger haben nach Ansicht des Verhaltensökonoms Kasse gemacht. Bei so viel Optimismus besteht die Gefahr, dass nicht mehr viel Käuferpotential zur Verfügung steht. Goldberg bewertet den Stand der Sentiment-Indizes nicht als ungefährlich, entdeckt aber noch keine Euphorie, die den Trend nach oben stoppen könnte.

4. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es müssen viele gewesen sein, die nach der Reihe von Tagen mit winzigen Fortschritten in der DAX-Aufwärtsbewegung mit einer mehr oder weniger deutlichen Abwärtskorrektur gerechnet haben. Gerade weil erfahrene Finanzmarktteilnehmer wissen, wie schnell an einem einzigen Handelstag die kleinen Kursgewinne, hier entstanden in einem Zeitraum von zwei Wochen, auf einen Schlag zunichtegemacht werden können, setzte man vielerorts lieber auf fallende Kurse.

Dies galt umso mehr, als auch noch die ökonomischen und politischen Ereignisse nicht gerade für eine ausgedehnte Hausse sprechen. Sei es die geopolitische Situation, an die man sich im Falle der schwelenden Krise zwischen den USA und Nordkorea womöglich schon zu sehr gewöhnt hat. Aber selbst der nach dem umstrittenen Referendum herrschende Ausnahmezustand in Katalonien scheint die Börsianer nicht sonderlich beeindruckt zu haben. Auch mögen vordergründig die Diskussionen um die Steuerreform in den USA einen Konjunkturaufschwung dortzulande antizipieren. Dennoch herrscht allenthalben Skepsis, wie das große Vorhaben von US-Präsident Donald Trump finanziert werden und die Hürden im Kongress nehmen soll.

Nun ist (wie von uns allerdings insgeheim befürchtet) alles ganz anders gekommen. Statt einer Korrektur im Aktienmarkt, nach der Investoren womöglich hätten 2 bis 3 Prozent günstiger in den Aktienmarkt einsteigen können, ist der DAX in ähnlicher Größenordnung in die andere Richtung bis knapp zur 13.000er Marke marschiert. Dabei hat sich der Optimismus der mittelfristig agierenden institutionellen Anleger, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, um 14 Punkte auf ein neues Jahreshoch von +23 Punkten erhöht.

Allerdings wird wohl bei den Investoren mit dem neuen Optimismus nur wenig Freude einhergehen. Denn wie wir in der vergangenen Woche bereits vermuteten, dürften die Engagements der bereits schon am vergangenen Mittwoch überwiegend leicht optimistisch gestimmten Teilnehmer unseres Panels zu niedrig gewesen sein, als dass sich Gewinnmitnahmen gelohnt hätten. Diese sind übrigens auch heute nicht auszumachen. Stattdessen sprechen die Sentiment-Entwicklung und der gleichzeitig dynamisch hochgesprungene DAX - auch in Verbindung mit dem Quartalsultimo - für eine veritable Kaufpanik unter den Investoren.

Unterschiedlicher Performancezwang


Interessanterweise haben die Privatanleger entgegengesetzt reagiert. Der Optimismus in diesem Panel hat sich nämlich gegenüber der Vorwoche sogar ein wenig verringert. So ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 2 Punkte auf einen Stand von +12 Punkte gefallen. Einzig auszumachende Ursache: Gewinnmitnahmen, wenngleich in geringem Umfang. Diese Diskrepanz zu den institutionellen Anlegern sollte jedoch nicht überraschen, da sich diese mit einer Benchmark vergleichen müssen und - im Gegensatz zu den Privatanlegern - deshalb unter einem stärkeren Performance-Druck stehen.

Regelmäßige Leser unseres Kommentars wissen, dass die Kombination eines starken Optimismus und eines Börsenbarometers, das sich auf Allzeithoch befindet, nicht ganz unproblematisch ist. Natürlich müsste bereits ein Börse Frankfurt Sentiment-Index der institutionellen Anleger auf Jahreshoch alleine für sich zu denken geben. Zumal gerade der jüngste Aufschwung des DAX (im Wochenvergleich um gut 2,1 Prozent) hausgemacht ist. Tatsächlich dürfte damit ein Großteil möglicher Anschlussnachfrage im Falle von DAX-Rücksetzern verbraucht sein.

Allerdings ist die Höhe des Börse Frankfurt Sentiment-Index, gemessen an den Werten des Vorjahres, als wir häufiger auch deutlich höhere Index-Stände notieren konnten, per se nicht wirklich besorgniserregend. Allerdings zeigte die Kaufpanik der institutionellen Anleger kurz vor dem Allzeithoch, dass wir es zwar noch nicht mit einem euphorischen, aber dennoch nicht ganz ungefährlichen Umfeld für den DAX zu tun haben.

Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von Investoren

Die Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.

Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt.

Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.



Börse Frankfurt Sentiment-Index






Institutionelle Anleger



Bullish Bearish Neutral
Total 53% 30% 17%
ggü. letzter Erhebung +9% -5% -4%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.930 (+270 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +23 Punkte (Stand Vorwoche: +9 Punkte)


DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum






Private Anleger



Bullish Bearish Neutral
Total 44% 32% 24%
ggü. letzter Erhebung -2% +0% +2%

DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.930 (+270 Punkte)
Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +12 Punkte (Stand Vorwoche: +14 Punkte)


4. Oktober 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


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