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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Darf‘s ein bisschen mehr (Korrektur) sein?"




10.09.20 07:49
Redaktion boerse-frankfurt.de

Preise fallen, Anleger steigen aus. Soweit wie erwartet, erstaunt viel eher, dass die Bären keine Gewinne mitnehmen.


Zusammenfassung

Aktien haben seit vergangenem Mittwoch deutlich an Wert verloren und die hiesigen mittelfristig orientierten Anleger waren beteiligt. 4 Prozent der Profis und 8 Prozent der privaten Anleger haben Aktien verkauft und zumindest von letzteren sind auch etliche short gegangen. Die beiden Sentiment-Indikatoren markieren -8 bzw. -14 Punkte deutlich unter Null. 


Joachim Goldberg findet es vor allem bemerkenswert, dass das Bärenlager immer noch so voll ist, sollten doch die meisten Pessimisten weiterhin im Minus liegen. Der Verhaltensökonom vermutet, dass die Rücksetzer nicht ausreichten, weil die Einstandspreise der Bären noch mehr Verluste erforderten und schätzt eine Korrektur von 5 Prozent als angemessen in den Augen der Anleger ein. Nachfrage erwartet er zwischen 12.350 und 12.400 Zählern. Das Gesamtszenario ist aber für ihn immer noch neutral mit leicht positivem Anklang.


9. September 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung haben vor allen Dingen die US-Aktienmärkte von sich Reden gemacht. Weniger wegen des Erreichens neuer Allzeithochs – daran hatte man sich vielerorts, wenn auch oft ungläubig, schon längst gewöhnt –, sondern wegen der teils heftigen Korrekturen seit vergangenem Donnerstag. In der Spitze schlugen die Gegenbewegungen bei der Technologiebörse Nasdaq mit mehr als 11 Prozent und beim breit gestreuten S&P 500 Aktienindex mit etwas mehr als 7 Prozent zu Buche. Fast schon harmlos nimmt sich dagegen die DAX-Reaktion aus, die in der Spitze 5,2 Prozent erreichte. Indes: Bis zum Erhebungszeitpunkt machte das Börsenbarometer vom verlorenen Boden schon wieder mehr als die Hälfte wett, so dass im Punktvergleich gegenüber vergangenem Mittwoch nur noch ein Verlust von 0,8 Prozent übriggeblieben ist.


Sicherlich kam diese Reaktion für viele Akteure nicht unerwartet, zumal man vielerorts der Ansicht ist, dass sich die Aktienkurse zu deutlich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Eine technische Korrektur schien also überfällig, wobei man sich jedoch immer noch nicht über das Ausmaß der Abwärtsbewegung einig zu sein scheint.


Vorsichtige Optimisten


Die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren scheinen zumindest mehrheitlich nicht der Meinung zu sein, dass die DAX-Korrektur groß genug ausgefallen ist. Im Gegenteil: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist wieder gefallen, und zwar um 5 Punkte auf einen Stand von -8 Punkten. Dabei vermittelt die Wanderung zwischen den einzelnen Gruppen den Eindruck, dass ein Teil der Optimisten aus der Vorwoche noch Gewinne mitgenommen haben dürfte, als der DAX sich dem Wochenhoch von 13.450 Zählern genähert hatte. Dabei haben sich etwa drei Viertel dieser Akteure nicht mehr direkt zu den Bären gesellt.


Nach wie vor bleibt erstaunlich, dass der Anteil der Pessimisten mit insgesamt 42 Prozent der Befragten immer noch ausgesprochen robust ist. Mit anderen Worten: Obwohl bei vielen dieser Engagements zwischenzeitlich recht deutliche Buch-Verluste aufgelaufen sein dürften, sah man sich nicht veranlasst, die Notbremse zu ziehen. Und im Nachhinein mag dies auch die richtige Entscheidung gewesen sein, wenn man etwa bedenkt, dass sich bei den Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU die Gefahr eines Brexit ohne Anschlussabkommen seit ein paar Tagen deutlich erhöht hat.


Erfolgreiche Privatanleger


Bei den Privatanlegern können wir ein ähnliches Verhalten, allerdings deutlich ausgeprägter, beobachten. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist um 14 Punkte auf einen Stand von -14 zurückgefallen. Dahinter steckt nicht nur die Realisierung von recht ordentlichen Gewinnen ehemaliger Optimisten. Vielmehr haben sich rund 75 Prozent der ehemaligen Bullen direkt ins Bärenlager begeben und somit ihre Engagements um 180 Grad von „long“ auf „short“ gedreht.


Mit der heutigen Befragung wird deutlich, dass zumindest beim DAX die bisherigen Abwärtskorrekturen nicht ergiebig genug ausgefallen sind, um die sich in der Mehrzahl befindenden Pessimisten zu Gewinnmitnahmen zu verleiten. Dies mag zum einen damit zusammenhängen, dass der durchschnittliche Einstandspreis zu diesen Engagements wahrscheinlich deutlich unterhalb des Tiefpunkts beim DAX-Rücksetzer seit unserer vergangenen Erhebung liegen mag. Zum anderen verstehen diese Marktteilnehmer unter einer „gesunden Korrektur“ offensichtlich mehr als die bisher verbuchte DAX-Reaktion von rund 5 Prozent. Allerdings bleibt derzeit unklar, wo im Falle erneuter Kursrückgänge – sofern sie überhaupt noch stattfinden – substantielle Nachfrage aus diesen Quellen einsetzen wird – möglicherweise erst zwischen 12.350 und 12.400 Zählern.


In der relativen Betrachtung auf Sicht von drei bzw. sechs Monaten können wir bei den institutionellen Anlegern ohnehin immer noch von einem leichten Optimismus, bei den Privatanlegern von einem kleinen Pessimismus sprechen, so dass sich die Sentiment-technische Situation für den DAX gegenüber der Vorwoche fast nicht verändert hat: Das Umfeld bleibt neutral, und auch die leicht positive Note besteht weiterhin.


9. September 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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