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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Marktstimmung: "Die Chips vom Tisch genommen"




11.02.21 09:10
Redaktion boerse-frankfurt.de

Deutsche Aktien steigen, Anleger steigen aus und positionieren sich auf der anderen Seite. Keine schlechte Position für weitere Gewinne.


Zusammenfassung

Der DAX kratzt an seinem Allzeithoch und die hiesigen, mittelfristig orientierten Anleger wenden sich ab. 17 Prozent der institutionellen Anleger haben seit vergangenem Mittwoch ihre Aktien verkauft, 19 Prozent sind short gegangen. Der Sentiment-Index fällt um 36 (!) Punkte auf -4. Private haben sich in dieselbe Richtung bewegt, nur in kleinerem Ausmaß. 


Für Joachim Goldberg stehen auf der anderen Seite dieses Trends langfristig orientierte, internationale Anleger gegenüber, "die Gier der Anderen". Hiesige Investoren hätten Gewinne gesichert, vermutlich um die 14.150 Punkte und stünden jetzt ab 13.700 Punkten vermutlich wieder als Käufer zur Verfügung. Außerdem erwartet der Verhaltensökonom, dass die Bären spätestens ab Erreichen neuer Allzeithochs "ins Grübeln kommen". 


10. Februar 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es ist noch nicht einmal zwei Wochen her, als der DAX seine erste größere Korrektur dieses Jahres mit einem Verlust von zeitweise mehr als 5 Prozent abschloss. Und am vergangenen Montag dürften sich viele Marktteilnehmer gefreut haben, dass dieser Verlust mehr als aufgeholt wurde: Es gab sogar ein neues Allzeithoch. Und für einen Teil dieser vornehmlich aus den USA befeuerten eindrucksvollen Rallye wurde wieder einmal das US-Konjunkturpaket als Grund genannt. Ein Paket, dessen angestrebtes Volumen von etwa 1,9 Billionen US-Dollar immer noch gleich hoch ist. Mehr noch: Dass dieses Paket zum Tragen kommen würde, ist nun seit Anfang Januar, seitdem die Demokraten im US-Senat über eine hauchdünne Mehrheit verfügen, bei den Börsianern Konsens. Einzig das Tempo bis zum Inkrafttreten und die endgültige Höhe des Paketes sind weiterhin offen.


Gier ohne Angst – aber nicht hierzulande


Nun hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Akteure an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks anscheinend keine Angst vor Korrekturen haben müssen. Im Gegenteil: Mit jedem Rücksetzer am Aktienmarkt, der anschließend von einer noch stärkeren Rallye abgelöst wird, erhöht sich das Gefühl der Akteure, den Markt noch besser unter Kontrolle zu haben. Nicht umsonst sprach ein Kommentator von einem Stadium der Gier ohne Angst.


Von grenzenloser Gier oder gar Euphorie kann bei den von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren allerdings keine Rede sein. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index zeigt heute den stärksten Stimmungsumschwung seit Dezember 2018: Der Index ist mit einem Rückgang von 36 Punkten geradezu eingestürzt und liegt nun bei einem Stand von -4.


Mit anderen Worten: Der vergleichsweise hohe Optimismus aus der Vorwoche ist vordergründig einer fast schon kühl anmutenden Rationalität der Investoren gewichen. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass fast alle der (seinerzeit neuen) Bullen aus der Vorwoche nicht nur ihre Gewinne im besten Fall in der von uns avisierten Zone (kurzzeitig oberhalb von 14.150 DAX-Zählern) realisiert haben. Vielmehr wurden diese Engagements fast durchweg um 180 Grad auf „Absichern“ bzw. „Short“ gedreht.


Bei den Privatanlegern ergibt sich ein ähnliches Verhaltensmuster, aber längst nicht so stark ausgeprägt wie bei den institutionellen Pendants: Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist um 15 Punkte auf einen Stand von nunmehr +5 gefallen. Im Wesentlichen liegt dieser Veränderung das Verhalten einer Gruppe von ca. 7 Prozent aller befragten Privatanleger zugrunde, die ihre bullishen Positionen aus der Vorwoche wahrscheinlich mit Gewinn glattgestellt und ebenfalls nun mit Short-Positionen nun auf einen stärkeren Rücksetzer des DAX setzen.


Besonnene Reaktion auf die Gier „der Anderen“?


Man könnte die heutige Stimmungsveränderung der heimischen Investoren unseres Panels zunächst als besonnene Reaktion auf die Gier und Euphorie „der Anderen“ interpretieren. Vermutlich aber gibt es einen viel naheliegenderen Grund für den starken Umschwung: aufgelaufene Gewinne, die gesichert werden mussten.


So gesehen wurden im übertragenen Sinne die Chips vom Tisch genommen. Verbunden mit der Chance, im Falle einer abermaligen Korrektur nunmehr mit bearishen Engagements eine Extra-Rendite zu generieren und später wieder auf niedrigerem Niveau mit erneuten bullishen Engagements zuzugreifen. Kurzum: Das positive Markterlebnis der vergangenen beiden Wochen soll möglichst wiederholt werden, weswegen Nachfrage dieser Akteure zwischen 13.650 und 13.700 Zählern einsetzen könnte.


Aber nicht nur dies ist für den DAX als Stütze zu werten. Auch die Tatsache, dass das Börsenbarometer trotz dieser starken Stimmungsveränderung zum Erhebungszeitpunkt nicht gesunken, sondern gegenüber der Vorwoche sogar um 0,7 Prozent gestiegen ist, spricht dafür, dass den jüngsten Abgaben unserer Panel-Teilnehmer langfristige Käufer gegenüberstanden. Gut möglich, dass es deswegen gar nicht erst zu einer größeren DAX-Abwärtsbewegung kommt und die Bären von heute auf der anderen Seite spätestens mit Erreichen neuer Allzeithochs beim DAX ins Grübeln kommen und zumindest teilweise ihre Engagements schnell zurückdecken werden.


10. Februar 2021, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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