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Kolumnist: Stock-World Redaktion

Die Märkte haben bereits viel vorweggenommen und sind überverkauft




04.05.22 08:45
Stock-World Redaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,


das aktuelle Marktumfeld dürfte selbst hartgesottenen Marktteilnehmern die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Denn während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine mit all seinen negativen Begleiterscheinungen die Aussichten an den internationalen Kapitalmärkten weiterhin trübt und folglich für Unruhe unter den Anlegern sorgt, setzen unterbrochene Produktions- und Lieferketten sowie rasant steigende Energie- und Rohstoffpreise Unternehmen in aller Welt zusehends unter Druck. Derweil bereitet sich die Industrie in Europa mit Hochdruck auf ein mögliches Worst Case Szenario vor, nachdem bereits Bulgarien und Polen mit einem Stopp russischer Gaslieferungen konfrontiert wurden. 


Angesichts der Vielzahl an negativen Einflussfaktoren, die derzeit in geballter Form aufeinandertreffen, ist es nicht verwunderlich, dass die Stimmung unter den Anleger so negativ ausfällt wie schon lange nicht mehr. So liegen inzwischen vier von sieben Indikatoren des Fear & Greed Index, dem Stimmungsindikator des US-Senders CNN, mit einem Wert von derzeit 27 im „Extrem Angst“-Bereich. Auch die Stimmung des jüngsten AAII Investor Sentiment Survey, die das Bullen-Lager bei nur noch 16 Prozent gegenüber dem Bären-Lager von 60 Prozent sieht, fällt so pessimistisch aus, wie zuletzt im Jahr 2009 zur Zeit der letzten großen Finanzkrise. 


Als weiterer Belastungsfaktor erweist sich zudem die bereits seit Monaten deutlich höher ausfallende Inflation. In den USA betrug der Preisanstieg für März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat 8,5 Prozent, was dem höchsten Wert seit Ende 1981 entspricht. Doch auch hierzulande ist die Inflationsrate im April 2022 überraschend gestiegen, nachdem das Statistische Bundesamt einen vorläufigen Anstieg der Verbraucherpreise von 7,4 Prozent vermeldet hat, was ebenfalls der höchste Wert seit Herbst 1981 ist. Angesichts dieser Entwicklung sind die Augen zusehends auf das Verhalten der Notenbanken gerichtet. Während sich die Europäische Zentralbank (EZB) bislang noch nicht dazu geäußert hat, wann sie die Zinsen anheben wird, drückt die US-Notenbank Fed weiter aufs Tempo. So ist zu erwarten, dass die Fed bereits heute die Anhebung des Leitzinses um 50 Basispunkte beschließen wird, was dem größten Zinssprung seit mehr als 20 Jahren gleichkommen würde. 


Aus Anlegersicht dürften sich jedoch nicht nur die Ergebnisse des Fed-Meetings als richtungsweisend erweisen. Spannend wird vor allem auch die Einschätzung von Fed-Chef Jerome Powell zur US-Konjunktur und Inflation sein und wie die Märkte schlussendlich darauf reagieren werden. Auch wenn das gesamte Marktumfeld derzeit von mehreren Belastungsfaktoren bestimmt wird und es vorerst wohl weiterhin volatil bleiben wird, mehren sich jedoch die Anzeichen dafür, dass der Markt bereits viel vorweggenommen hat. Zwar ist die Bodenbildung noch nicht ganz erreicht. Doch nachdem die Märkte bereits überverkauft sind, könnten sich in den nächsten Wochen vor allem bei qualitativ hochwertigen und stark gefallenen Aktien neue Einstiegskurse ergeben. Außerdem können sich Discount- und Volatilitätsstrategien als vorteilhaft erweisen, um sicher durch die stürmische See zu navigieren.

Ihr Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG 


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