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Kolumnist: Geldanlage-Report

Kursexplosion bei Solar-Aktien: Das müssen Sie jetzt beachten!?




03.06.13 14:30
Geldanlage-Report

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Lieber Geldanleger,


erinnern Sie sich an unseren Report vom 27. April: "Grüne Aktien: Wie ein Phönix aus der Asche?" hatte mein Kollege Florian Schulz vom Emerging-Markets-Trader in seinem Gastbeitrag getitelt.


Für wahr ein gutes Timing. Speziell in den USA waren in den letzten Wochen Gewinne von 50 Prozent und mehr mit chinesischen und amerikanischen Titeln zu erzielen.


Lesen Sie, wie Sie auch künftig mit Solar-Aktien verdienen und was es mit Shootingstar Solarcity auf sich hat...


Solarcity als Aushängeschild


Solarenergie bringt die Amerikaner endlich wieder zum Strahlen. Nach langer Durststrecke herrscht Aufbruchsstimmung. Im Fokus steht dabei erneut Elon Musk, der auf dem besten Wege ist, als neuer Superstar der Technologieszene in die Fußstapfen des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs zu treten.


Musk ist nicht nur Gründer der Elektroauto-Hoffnung Tesla Motors (Marktkapitalisierung inzwischen 12,4 Milliarden US-Dollar(!) nach Sprung in die Gewinnzone im letzten Quartal) sondern auch von Solarcity, die mit einem revolutionären Geschäftsmodell die US-Solarwirtschaft aufmischen.


Die Idee: Solarcity montiert Hausbesitzern Solarmodulsysteme aufs Dach und übernimmt die Vorlauf- und Montagekosten. Kunden zahlen nur eine relativ geringe monatliche Leasinggebühr. Dafür geht das Eigentum an den Systemen auf Solarcity über.


Die produzierte Energie verkauft Solarcity dann seinen Kunden, die mittels 20-Jahres-Verträgen langfristig gebunden werden. Das entscheidende Verkaufsargument: Die Kunden senken so ihre Energiekosten - und das ohne lange Amortisationszeit für die Anfangsinvestition, wie es in Deutschland der Fall ist.


Entsprechend hoch ist die Nachfrage. Der Clou am Geschäftsmodell: Wird im Haus weniger Strom benötigt als von den Solarmodulen produziert wird, verkauft Solarcity die Überkapazität an die Energieversorger und verdient dabei nochmal.


Behält die Citigroup mit ihrer Studie Recht, wonach der Preis von Fotovoltaik-Modulen bis 2020 auf 0,25 US-Dollar je Watt Leistung fallen soll, könnte Solarcity bereits in wenigen Jahren den etablierten herkömmlichen Energieversorgern den Rang ablaufen.


Denn Solarcity hat noch einen Trumpf in der Hand: Momentan sind die meisten Solaranlagen direkt ans Stromnetz gekoppelt, um im Falle eines Stromausfalls Stromschläge durch Überspannung zu verhindern.


Die Lösung: Batterie-Backups! Der Technologiepartner, Sie ahnen es vielleicht: Tesla Motors!


Das Batterien-Know-how von Tesla verbindet Solarcity mit seinen Sonnenkollektoren und erreicht so tatsächlich 100 Prozent stromnetz-autarke Häuser. In mehr als 70 Projekten wurde das Verfahren bereits erprobt.


Typisch Musk: Er baut nicht einfach nur ein Unternehmen auf, er will gleich die ganze Branche revolutionieren.


Die Börsenhistorie von Solarcity reicht nur bis Dezember letzten Jahres zurück und verdeutlicht die Stimmungsumkehr gegenüber Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien: Ursprünglich sollten mit dem IPO über 200 Millionen US-Dollar eingenommen werden, die Preisspanne zwischen 18 und 20 US-Dollar liegen.


Doch es fanden sich nicht genug Interessenten. Die Range wurde im Vorfeld auf 13 bis 15 US-Dollar je Aktie gesenkt. Der tatsächliche IPO-Preis lag dann bei 8 US-Dollar je Aktie. Erlöst wurden dabei nur noch 92 Millionen US-Dollar. Die Aktien wurden verscherbelt wie qualitativ minderwertige Ware auf einem orientalischen Bazar.


Nicht einmal ein halbes Jahr später gehen die Aktien für knapp 50 US-Dollar das Stück um. Dabei hat sich operativ gar nicht so viel getan. O.k., Solarcity hat die Prognosen eingehalten, sogar leicht übertroffen, aber damit alleine lässt sich die Bewertungsdiskrepanz zwischen Dezember und heute nicht einmal im Ansatz erklären.


Die Ursache ist vielmehr in der Person Elon Musk zu suchen, dessen Erfolg mit Tesla gewissermaßen auf Solarcity übergeschwappt ist. Genau darauf habe ich übrigens auch spekuliert als ich die Aktie bei Kursen von 29 US-Dollar den Lesern meines Premium-Dienstes Trend-Trader als Top-Empfehlung ans Herz gelegt habe.


Ähnlich wie Steve Jobs ist Elon Musk ein Meister darin, die eigenen Firmen zu vermarkten und nutzt dabei auch seine exzellenten Kontakte in die Finanzszene. Sowohl bei Tesla als auch bei Solarcity ist ein Teil des Erfolgs auf gute Finanzierungsmöglichkeiten zurückzuführen - für die Unternehmen selbst und im Falle Tesla auch für die Kunden des Unternehmens, die günstige Kredite für den Kauf der Autos zur Verfügung gestellt und zudem garantierte Rücknahmepreise für ihre Autos zugesichert bekommen. Ergänzt wird das Ganze durch großzügige staatliche Förderungsprogramme.


Das sich dieses fremdfinanzierte Wachstum im Falle eines Misserfolgs schnell als Bumerang erweisen könnte, steht außer Frage. Aber Musk geht aufs Ganze.


Dabei öffnen ihm vergangene Erfolge viele Türen (Musk gehört u.a. zu den Gründern des Onlinebezahldienstes PayPal und hat diesen im Oktober 2002 für 1,5 Milliarden US-Dollar an Ebay verkauft), so auch die von Goldman Sachs.


Die Goldmänner, nach wie vor mit Abstand die Nummer eins im Investmentbanking-Segment, gewähren Finanzierungen in Höhe von bis zu 500 Millionen US-Dollar mit denen - Stand heute - Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 110 Megawatt installiert werden können.


Mit der aktuellen Marktkapitalisierung von 3,6 Milliarden US-Dollar macht Solarcity nun sogar First Solar den Thron als Nummer eins im US-Solarsektor streitig.


Konsolidierung weit fortgeschritten


Doch unabhängig von der Erfolgsgeschichte Solarcity scheint auch in der Solarbranche an sich die Talsohle bereits durchschritten. Solar-Pioniere wie Sunpower und First Solar legten zuletzt beeindruckende Erholungsrallyes aufs Parkett. Gleiches gilt für die chinesischen Vertreter mit Yingli an der Spitze. Was steckt dahinter?


Grundsätzlich ist wichtig zu verstehen: Solarenergie bleibt ein höchst aussichtsreicher Zukunftsmarkt, gerade wegen der schnell fallenden Modulpreise, die die Technologie in immer mehr Regionen konkurrenzfähig macht - auch ohne staatliche Subventionen. Genau das war ja auch das politische Ziel.


Für viele der bisherigen Topfirmen und erst recht für kleinere Player ist eben dieser rasante Preisverfall (Stichwort: Chinesische Importe) tödlich, weil nicht mehr profitabel produziert werden kann. Laut einer Untersuchung von IHS ist die Zahl der Solar-Hardware-Unternehmen innerhalb von drei Jahren von 750 auf 150 gefallen.


Auch die nach Produktionsvolumen dominanten chinesischen Player wie die genannten Yingli sind inzwischen hoch verschuldet, werden aber durch großzügige staatliche Kredite (China Development Bank) und Förderprogramme am Leben erhalten. Das führt dazu, dass die Abhängigkeit vom Staat für diese Unternehmen immer größer wird.


Für die freien Aktionäre ist das gefährlich: Ist das Eigenkapital aufgebraucht kann Peking über so genannte Debt-to-Equity-Swaps das geliehene Fremdkapital in Eigenkapital umwandeln und würde so zum dominanten Mehrheitseigner. Die Anteile der freien Aktionäre würden umgekehrt extrem verwässert, was zu hohen Wertverlusten führen dürfte.


Genau deshalb sollten Sie als Anleger meiner Meinung nach die chinesischen Solarfirmen meiden und stattdessen auf neue Player setzen. Diese haben den so genannten Late Mover-Advantage, weil sie einerseits mit der neuesten Technologie operieren können und andererseits keine Altlasten in Form hoher Schulden tragen müssen.


Auch finanzstarke Großkonzerne, die neu in den Solarbereich einsteigen.


Comeback der Maschinenbauer


Spannend werden langsam auch wieder die Solarmaschinenbauer, sofern sie die Krise mit einer einigermaßen intakten Bilanz überstanden haben. Wegen der massiven Produktionsüberkapazitäten orderten die Kunden in den letzten ein, zwei Jahren zwar so gut wie keine neuen Maschinen.


Allerdings zwingt der rapide Preisverfall die Produzenten früher oder später dazu, in die neueste Technologie zu investieren, weil die Anlagen sonst schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig sind.


Neuere Player werden - wie beschrieben - sofort in die neueste Technologie investieren. Zu beachten sind hier beispielsweise Firmen aus Südkorea, die bereits hiesigen Autobauern und Technologieunternehmen das Leben schwer machen.


Welche Firmen genau zu den großen Gewinnern zählen werden erfahren Sie unter www.emerging-markets-trader.de im Rahmen der neuen Solarstudie von Florian Schulz oder unter www.trend-trader.de, wo wir vor kurzem die Aktie des aus unserer Sicht besten Solarmaschinenbauers ins Musterdepot aufgenommen haben.


MEIN FAZIT:


- Solar-Aktien feiern gerade ein beeindruckendes Comeback, nachdem die Branchenkonsolidierung bereits weit fortgeschritten ist.


- Elon Musk und seine Solarcity entwickeln sich dabei zum Posterchild der US-Solarbranche. Allerdings ist das Geschäftsmodell auf Fremdfinanzierung ausgelegt und Gewinne werden noch bis 2015 auf sich warten lassen. Das macht die Aktie riskant.


- Chinesische Solar-Aktien sollten Sie eher meiden, weil hier mittelfristig eine Teilenteignung der freien Aktionäre droht.


- Stattdessen sollten Sie Ausschau halten nach neuen finanzstarken Playern mit spannender Technologie oder einem großen Konzern im Rücken.



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