Kolumnist: Christian Grabbe

Krise im Nahen Osten lässt Gold heller scheinen




08.03.11 06:38
Christian Grabbe

Libyen-Ängste und Furcht vor einer Beschleunigung der Inflation treiben die Anleger in Edelmetallanlage. Goldpreis nähert sich wieder dem Rekordhoch. Edelmetall gehört als Schutz ins Anlegerdepot.


 


Die Eskalation der Auseinandersetzungen in Libyen und das Übergreifen der Unruhen auf andere arabische Staaten haben die Energiepreise kräftig in die Höhe getrieben, da diese Region zu einem Großteil zur weltweiten Erdölförderung beiträgt. Nachdem das Rohöl der Sorte Brent innerhalb von Stunden von 100 Dollar auf fast 120 Dollar und damit auf den höchsten Stand der vergangenen zweieinhalb Jahre gestiegen ist, wächst die Angst vor einem steilen Anstieg bis in die Region 145/150 Dollar je Barrel. Die Befürchtung nimmt zu, dass sich die Unruhen auf andere wichtige Förderstaaten wie Algerien oder die Golfstaaten ausweiten. Nach Ansicht von Analysten der Deutschen Bank bestehen gerade im Jemen, in Jordanien, Marokko, Syrien und Algerien wegen ihrer sozio-ökonomischen, politischen und demografischen Rahmenbedingungen die größten Risiken für ein Übergreifen der Unruhen. Gerade Algerien wird wegen seiner Gasexporte als hohes Risiko für Europa gesehen. So erhalten Italien und Spanien zwischen 55 und 43 Prozent ihrer Gasimporte aus Nordafrika.


 


Im Sog der steigenden Ölpreise und der Verschärfung der Unruhen im Nahen Osten hat sich auch der Goldpreis wieder den alten Höchstkursen genähert. Mit 1.418 Dollar je Unze notiert das Edelmetall in Schlagweite zum Rekordhoch von 1.431 Dollar in der ersten Dezemberwoche. Der Kursverlauf ähnelt der Entwicklung während ähnlicher politischer Krisen wie dem Yom Kippur-Krieg 1973, der Sowjet-Invasion Afghanistans 1979 und der Invasion Kuwaits durch die Iraker 1990. Endet die Revolution nordafrikanischer Staaten nach Ägypten und Tunesien in Libyen, dann besteht Hoffnung, dass sich auch die Lage an den Edelmetallmärkten beruhigt. Doch der steigende Ölpreis wirkt sich zusammen mit dem Anstieg der Rohstoffpreise negativ auf die Inflationsrate aus. Nach vorläufigen Daten ist die Inflationsrate allein in Deutschland im Februar von 2 auf 2,2 Prozent gestiegen. Im Euroraum liegt sie bei 2,4 Prozent. In früheren Zeiten hat eine vergleichbare Entwicklung zu einem Handlungsdruck  für die Zentralbanken geführt, ein Ende der Liquiditätsflut einzuläuten und den Leitzins zu erhöhen. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte auf ihrer kommenden Sitzung am 3. März deutlicher vor Inflationsrisiken warnen. Damit unterscheidet sie sich von der amerikanischen Notenbank Fed. Denn sie setzt bewusst auf Inflationierung zur künstlichen Sanierung der Staatsfinanzen. Auch die EZB kann mit Rücksicht auf die unter Refinanzierungsproblemen leidenden prekären Euro-Länder keinen restriktiven Kurs fahren. Der ehemalige Bundesbank- Präsident Helmut Schlesinger hat in einem Interview die Anleihen-Aufkäufe der EZB als eine Methode der Finanzierung der Kriege von Staaten in der Vergangenheit kritisiert. Das Ergebnis sei überall Inflation oder Währungsreform gewesen. Letztlich dürften also die Inflationsraten in den kommenden Monaten stark wachsen. Die Angst vor einer Geldentwertung dürfte den Run der Bürger auf Edelmetalle verstärken. Schon jetzt berichten die Edelmetallhändler über wachsende Verkaufszahlen bei physischen Goldbarren und Silbermünzen.


 


Der Anteil der Edelmetalle am Gesamtdepot sollte nach Meinung von Experten rund 10 Prozent betragen. Für Anleger, die Wert auf eine Auslieferungsmöglichkeit legen, bietet die Deutsche Börse Commodities XETRA Gold (DE000A0S9GB0) an. Mit einem Anteil von 60 Prozent an den Umsätzen ist es das beliebteste Gold-Produkt an der Deutschen Börse. Jeder Anteil verbrieft einen Lieferanspruch auf 1 Gramm des Edelmetalls. Der Anleger kann sich auf Wunsch gegen Gebühren das Gold ausliefern lassen. Das Produkt weist eine ansehnliche Performance auf. Der Kurs hat in den zurückliegenden zwölf Monaten bereits 26 Prozent zugelegt, in den vergangenen drei Jahren liegt der Gewinn für den Anleger bei 61 Prozent. Geht der mutigere Anleger von einem Ausbruch des Goldpreises auf ein neues Rekordhoch aus, bietet die Commerzbank einen Call-Optionsschein auf Gold (DE000CM7GL08) an, der die Kursbewegungen des Edelmetalls mit einem Hebel von 9,9 verstärken kann. Der Basispreis liegt bei 1.410 Dollar und ist damit „am Geld“, die Laufzeit endet am10.November 2011.


 


Bei Silber liegen zwei Einflussfaktoren für den kräftigen Anstieg bis auf das Dreißigjahreshoch von 34,31 Dollar je Unze vor. Zum einen gilt Silber als das Gold des kleinen Mannes und wird als preiswerterer Ersatz in Deutschland vorwiegend in Form von Münzen gekauft, da dort nur ein Mehrwertsteuerbetrag von 7 Prozent anfällt. Zum anderen besitzen nach Untersuchungen der amerikanischen Finanzaufsicht (SEC) mehrere große amerikanische Adressen Short-Positionen, mit denen der Silberkurs lange Zeit gedrückt werden sollte. Dem Vernehmen nach hat auch eine größere britische Bank eine überdurchschnittliche Shortposition. Diese werden offenbar nach und nach geschlossen, was die Preissprünge erklärt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Schließen der Short-Positionen den Silberpreis bis auf 40 oder gar 50Dollar treibt. Für Anleger gibt es  verschiedene Möglichkeiten, am Anstieg des Silberpreises zu partizipieren. Von der UBS kommt ein Tracker-Zertifikat (CH0017003044), das eins zu eins an den Bewegungen des Spotpreises des Silbers partizipiert. Seit unserer Empfehlung im Mai 2010 konnte das Produkt rund 55 Prozent zulegen. Für die konservativeren Anleger bietet die Société Générale ein Bonus-Zertifikat mit Cap auf den Silberpreis (DE000SG106E0) an. Das Papier bietet bei einer Laufzeit von 25 Monaten eine Bonus-Rendite von 23,2 Prozent bzw. 17,1 Prozent p.a. Der Abstand zur Barriere beträgt 25 Prozent. Der Cap liegt bei 29 Dollar. Das Produkt hat aber derzeit ein Abgeld von 3,2 Prozent. Für die mutigeren Anleger bietet die Deutsche Bank einen Kauf-Optionsschein auf das Edelmetall (DE000BN7TA30) an, Basispreis 31Dollar, Laufzeit bis zum 19. Dezember 2011. Das Omega liegt bei rund 6.


 


Der Autor dieses Artikels ist Christian Grabbe, Derivateexperte bei der Baader Bank AG und zuständig für alle Derivategeschäfte. Weitere Informationen rund um die Themen Indizes, Aktien, Anleihen, Hebelprodukte, ETFs, Devisen und Rohstoffe erhalten Sie auf www.Baadermarkets.de [Link: http://ad2.adfarm1.adition.com/redi?sid=157899&kid=98633&bid=596527] sowie in dem kostenlosen Newsletter Zertifikate Börse [Link: http://ad2.adfarm1.adition.com/redi?sid=157899&kid=98633&bid=596528].


 


 


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