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Keine schlechten Voraussetzungen für Aktien




05.06.18 14:03
aktiencheck.de

Essen (aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte haben auf die finalisierte italienische Regierungsbildung mit Erleichterung reagiert, so die Analysten der National-Bank AG.

Trotz der aktuell leicht schwächeren Konjunktur im Euroraum, bleibe das globale Konjunkturbild klar aufwärtsgerichtet, das Inflationsumfeld sei moderat und auch die US-Notenbankpolitik verlasse nicht ihren an den Kapitalmärkten fest verankerten graduellen Zinserhöhungspfad. Gespannt sein dürfe man jedoch auf die nächste EZB-Sitzung am 14.06. Die Entscheidungsparameter für die EZB hinsichtlich der zeitlichen Komponente der Anleihenkäufe, aber auch des Umfangs seien aktuell etwas widersprüchlich. Eine leicht schwächelnde Wirtschaft in der Eurozone, jedoch spürbar anziehende Inflationsdaten für den Mai (Nachhaltigkeit?), weiterhin starke Divergenzen zwischen den einzelnen Ländern der Eurozone (z.B. bezüglich der Arbeitslosigkeit) sowie politische Unsicherheiten in den Südländern seien einige der Parameter, die die Entscheidung nicht leicht machen würden. Vieles spreche dafür, dass es eher zu einer weiteren Hinauszögerung der geldpolitischen Wende komme. Keine schlechten Voraussetzungen für Aktien.

Nun also doch: Dieser vermeintliche Erleichterungsseufzer gelte nicht nur für das nunmehr doch stattfindende Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Kim Jong Un in einer Woche in Singapur, sondern auch für die Regierungsbildung in Italien. Letztere sei nach zahlreichem Hin und Her nunmehr im Amt und die Kapitalmärkte hätten zunächst erleichtert reagiert. Die Renditen auf italienische Staatsanleihen seien spürbar zurückgegangen und die Aktienmärkte hätten sich wieder stabilisiert.

Was zunächst in Anbetracht des Regierungsprogramms der neuen Amtsinhaber paradox klinge, erkläre sich aus dem dadurch vermiedenen Schreckgespenst abermaliger Neuwahlen und einer damit einhergehenden wahrscheinlichen weiteren Stärkung der populistischen Kräfte. Eines sei jedoch klar: Da die Italiener mehrheitlich sowohl einen Austritt aus der EU als auch aus dem Euro ablehnen würden, seien die Freiheitsgrade der neuen italienischen Regierung hinsichtlich eines starken Abgrenzens von EU-Vorgaben bzw. bezüglich einer starken Ausgabenerweiterung deutlich geringer, als man das vielleicht in Rom wahrhaben wolle.

Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU gehe in die nächste Runde. Seit dem 01.06. seien nunmehr Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU von den zunächst aufgeschobenen US-Zöllen betroffen. Die EU drohe mit zeitnahem Handeln, wolle aber wohl zunächst noch den G7-Gipfel am nächsten Wochenende in Kanada abwarten. Scheinbar erhoffe man sich noch ein Einlenken. Die diesbezügliche Wahrscheinlichkeit erscheine den Analysten der National-Bank AG aber vor dem Hintergrund der in fünf Monaten stattfindenden "Midterm-election" und der diesbezüglichen reinen Klientel-Politik Trumps als nicht besonders hoch. Ob mit dieser Handelspolitik allerdings der besagten Klientel dauerhaft ein Gefallen getan werde, sei eher unwahrscheinlich. (05.06.2018/ac/a/m)







 
 
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