Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Holger Steffen

K+S: Wende in Sicht?




08.11.18 10:41
Holger Steffen

Mit kräftigem Rückenwind aus der eigenen Branche hat es der Kali-und
Salz-Produzent K+S in den vergangenen Tagen geschafft, seine bislang
desolate Kurs-Performance der letzten Monate etwas abzumildern.
Allerdings bleiben noch weitere Stolpersteine zu überwinden. Die Branche
der Düngemittel-Hersteller scheint zunehmend ihre eigene Dürreperiode
hinter sich zu lassen. Vor Jahren war ein osteuropäisches Preiskartell
zerbrochen und hatte in der Folge die Preise für Kali-Dünger massiv
unter Druck gebracht. Den Unternehmen fiel es in der Folge extrem
schwer, hier einen Trendumschwung zu erreichen.
Doch in den letzten zwölf Monaten scheint dies geglückt zu sein.
Entsprechend erfreulich war auch, was nun aus Nordamerika zu hören war.
Denn die dort beheimateten Düngemittelkonzerne Nutrien und Mosaic
konnten nach einem starken dritten Quartal die Prognosen für das
Gesamtjahr anheben. Das färbte auch auf den deutschen Anbieter K+S ab,
der etwas positive Unterstützung dringend nötig hat. Insbesondere die
starke Trockenheit in Westeuropa in den Sommermonaten hatte dazu
geführt, dass K+S einige Standorte abschalten oder die Produktion
zumindest herunterfahren musste. Was schon seit Wochen die bislang vom
Unternehmen bestätigte Gewinnschätzung für das Gesamtjahr unter
Vorbehalt stellte. Entsprechend gespannt ist der Markt auf die Vorlage
der Q3-Zahlen in der kommenden Woche am 15. November.

Schon im Vorfeld hatte K+S gemeldet, dass man aufgrund der
Produktionsstillstände mit einem negativen Ergebniseffekt von rund 80
Millionen Euro rechnet. Insofern will man zur Bekanntgabe der
Quartalszahlen auch eine neue Ergebnisprognose präsentieren. Bislang
ging das Unternehmen von einem EBITDA zwischen 660 bis 740 Millionen
Euro aus. Mit den positiven Nachrichten aus Nordamerika könnte die von
allen erwartete Herabsetzung des Gewinnziels in einem anderen Licht
erscheinen. Denn wenn K+S glaubhaft nachweisen kann, dass sich ein
geringeres Geschäftsergebnis in diesem Jahr vor allem aus den bekannten
klimatischen Herausforderungen ergeben wird, könnten die Anleger
durchaus gnädig bleiben, so dass sich die begonnene Erholung in der
Aktie weiter fortsetzen kann. Dabei stehen K+S aktuell die ersten
charttechnischen Herausforderungen ins Haus. Nicht nur die 50-Tage-Linie
steht bei rund 18 Euro im Weg, sondern auch eine Widerstandszone im
Bereich von 17,70-18,50 Euro aus der Seitwärtsbewegung im
September/Oktober.

Sollte es die Aktie schaffen, hier einen Ausbruch zu erreichen, stünde
als nächstes die 100-Tage-Linie bei derzeit rund 19,45 Euro auf dem
Programm. Ob K+S ausreichend Kraft und Dynamik aufbringen kann, diese
Widerstände nach oben zu durchbrechen, hängt letztlich wohl auch davon
ab, unter welchen Prämissen man das kommende Geschäftsjahr stellen wird.
Zwar erwarten wir hier im Rahmen des Q3-Ergebnisses keinen konkreten
Ausblick auf 2019. K+S wäre allerdings gut beraten, hier zumindest eine
gewisse Tendenz zu formulieren. Grundsätzlich gehört K+S angesichts
einer möglichen positiven Trendwende im Geschäft für uns auf die
Watchlist. Käufe würden wir wegen der noch schwierigen Charttechnik aber
weiter zurückstellen.



powered by stock-world.de




 

 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...