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Kolumnist: Holger Steffen

K+S: Eigentor?




06.09.18 11:47
Holger Steffen

Kapitalmarkttage sind für Firmen immer ein zweischneidiges Schwert. Zum
einen bieten solche Treffen gute Gelegenheit, um die Investoren von der
eigenen Firmenstrategie zu überzeugen. Aber sie können auch Probleme
offenlegen und damit die Meinung des Marktes negativ beeinflussen. Für
K+S ist noch nicht ausgemacht, wie es am Ende ausgeht. Das Unternehmen
hatte zur Wochenmitte ins neue Kaliwerk Bethune in Kanada geladen. Dabei
hielt man für die angereisten Investoren und Analysten gleich eine
Überraschung parat.
Denn der Salz- und Düngemittel-Hersteller kündigte an, seinen bisherigen
Sparkurs nochmals zu verschärfen. Dass K+S schlanker und effizienter
werden will, ist an sich keine Neuigkeit. Denn man hatte bereits im
vergangenen Jahr verkündet, ein Effizienzprogramm namens „Shaping 2030“
umsetzen zu wollen. Die Kerndaten dabei: Ein positiver Free Cashflow ab
2019, ab Ende 2020 einen jährlichen positiven Ergebniseffekt von
mindestens 150 Mio. Euro durch Synergie-Effekte und als ganz großes Ziel
das Erreichen eines EBITDA von 3 Mrd. Euro in 2030.

Mit den jüngst veröffentlichten schwachen Zahlen insbesondere durch
Wetterprobleme und hohe Abschreibungen auf das neue kanadische Werk
scheint man hier hinter den Plan zurückgefallen zu sein. Nicht anders
wäre es zu erklären, warum jetzt sofort mit einer neuen Sparrunde
begonnen werden soll. Konkret sollen 10 % der Verwaltungs-Stellen
abgebaut werden. So sollen die Verwaltungskosten um 30 Mio. Euro gesenkt
werden. In den Produktionsbereichen will man rund 50 Mio. Euro
einsparen. Nun dürfte es tatsächlich um die Interpretation im Markt
gehen. Entweder werden diese neuen Sparpläne positiv bewertet, weil mit
ihnen sichergestellt werden soll, dass das Effizienzprogramm trotz der
bekannten operativen Herausforderungen planmäßig vorangetrieben wird.
Oder die Anleger legen dies eher als Schwäche aus, weil man womöglich in
anderen Bereichen nicht mit den entsprechenden Planungen vorankommt.

Die aktuellen Kursverluste in der Aktie sollten dabei angesichts der
allgemeinen Marktschwäche noch nicht überbewertet werden. Wir hatten
schon bei unserer letzten Besprechung darauf hingewiesen, dass die
Charttechnik große Herausforderungen bereithält, K+S dennoch als
Turnaround-Spekulation anzusehen ist. Denn nach unserer Einschätzung
sollten die jüngsten Ertragsprobleme mehr als genug im Kurs eingepreist
worden sein. Daraus ergibt sich für uns grundsätzlich die Einschätzung
eines Upside-Potenzials. Angesichts der Marktsituation sollte aber
derzeit noch abgewartet werden.


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