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Kolumnist: Markus Fugmann

Immobiliencrash in Kanada nimmt volle Fahrt auf - deftiger Einbruch in Toronto weist den Weg




06.08.17 07:13
Markus Fugmann

Der Immobiliencrash in Kanada nimmt jetzt richtig Fahrt auf. In den USA crashte der Markt brutal in den Jahren 2007 und 2008, was der Auslöser für die Finanzkrise war. In Kanada blieb damals dieser Crash aus, die Immobilienpreise stiegen immer weiter, und vor allem auch die Verschuldung der Hausbesitzer. Hierzu hatten wir vor Kurzem schon auf interessante Zahlen hingewiesen. Aktuell nun veröffentlicht das Toronto Real Estate Board (TREB), der lokale Immobilienverband, dramatische Zahlen.

Für den Monat Juli ist im Vergleich zum Juli 2016 die Zahl der Immobilientransaktionen im Großraum Toronto demnach um 40% zurückgegangen. Mehr Absturz geht wohl kaum! Die Zahl der verfügbaren Objekte stieg um 5,1%. Laut TREB gehe es hierbei vor allem um Marktpsychologie. Potenzielle Käufer würden abwarten, wie sich die Marktkonditionen entwickeln. Aus Finanzkreisen hört man aber auch dramatische Stories. So sollen zahlreiche Kaufverträge nicht mehr zum Abschluss gekommen sein, weil die Käufer einfach nicht überwiesen haben.


Die Erwartung von möglicherweise bald einbrechenden Preisen scheint so groß zu sein, dass die Käufer wohl Panik haben. Wenn sie nämlich jetzt kaufen, kann der Wert der Immobilie in wenigen Tagen viel geringer sein. Das ist umso dramatischer, wenn man die Immobilien fast komplett oder sogar ganz auf Kredit finanziert, und dazu noch flexible Zinssätze mit der Bank vereinbart hat.


Das TREB beschwichtigt in seiner aktuellen Veröffentlichung. So aussagekräftig sei der Absturz bei den Verkaufszahlen ja gar nicht, denn die Sommermonate seien nie der beste Indikator für den Markt. Ab Herbst sei bei den Kaufinteressenten wieder mehr los. Fakt ist aber: Die Daten aus letztem Juli waren dann ja genau so wenig aussagekräftig. Dennoch sind sie in diesem Jahr 40% schlechter!


Die folgende Grafik zeigt: Während die Verkäufe dramatisch einbrechen, sind die Preise im selben Zeitraum sogar noch um 5% gestiegen! Was hat das zu bedeuten? Wenn die Preise sogar noch weiter steigen, die Verkäufe aber um 40% einbrechen, dürften die Verkäufer demnächst so nervös sein, dass sie ihre Verkaufspreise zügig absenken. Denn damit erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, dass sie doch noch ihre Häuser los werden. Und die Käufer treten in den Streik, weil sie die hohen Preise nicht mehr akzeptieren wollen.


Das Problem dabei ist: Die Kanadier sind pro Kopf deutlich stärker mit Immobilienkrediten überladen als die Amerikaner. Wenn Verkäufer nun bald ihre Preise drastisch senken müssen, können sie ihre Kredite nicht mehr vollumfänglich tilgen. Eine weitere Parallele zum Immobiliencrash der USA vor zehn Jahren besteht in der jüngst in Kanada eingeleiteten Zinswende. Bei höheren Notenbankzinsen und oft flexiblen Zinsen in den Kreditverträgen steigen die monatlichen Belastungen der Kreditnehmer schnell.


Immobiliencrash-in-Kanada


Grafik: TREB


Bei gewerblichen Immobilien sieht die Lage noch viel dramatischer aus. Laut TREB ist die an Kunden vermietete Gewerbefläche binnen eines Jahres um 55% rückläufig. Auch hier steigen die Mietpreise parallel dazu erst einmal kräftig weiter (Grafik). Also akzeptieren die gewerblichen Mieter die steigenden Preise nicht mehr! Die Preisbereinigung steht also bevor!


Immobiliencrash-in-Kanada


Grafik: TREB


Die Verkäufe gewerblicher Immobilien gingen um 12% zurück.


Immobiliencrash-in-Kanada


Grafik: TREB


Quelle: finanzmarktwelt.de



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