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Kolumnist: Klaus Stopp

Handelskrieg treibt Kurse am Rentenmarkt weiter in die Höhe




06.07.18 09:32
Klaus Stopp

Die Börsen stehen weiterhin im Banne des eskalierenden Handelskriegs, den D. T., der Unberechenbare, angezettelt hat. Am Rentenmarkt macht sich die Verunsicherung der Investoren durch steigende Kurse von Bundesanleihen bemerkbar, die bekanntlich als Save Haven gelten. So notieren zehnjährige Titel wie eine bis 2/2028 laufende Bundesanleihe (WKN 110244) bei ca. 101,65% und damit deutlich über dem Jahrestief von ca. 97,50% im Februar. Die Renditen für Zehnjährige sind gleichzeitig auf ein Niveau von rund 0,328% gefallen.


Jedoch ist eine weitere Eskalation des Handelskriegs nicht auszuschließen. So sollen diesen Freitag Zölle auf chinesische Importe in die USA im Wert von 34 Mrd. USD in Kraft treten, für die China bereits Vergeltung avisiert hat. Daraufhin hat wiederum der Egomane Trump mit weiteren Sonderzöllen auf chinesische Waren von mehr als 200 Mrd. USD gedroht. Ob nun Peking mit einem Währungskrieg auf den Handelskrieg reagiert, wird sich bald zeigen. Zumindest steht angesichts der Talfahrt des chinesischen Yuan die Frage im Raum, inwieweit China die Abwertung der eigenen Währung nutzt, auf Trumps Strafzölle zu reagieren. So schaukelt sich das System von Drohung und Gegendrohung immer weiter hoch – und die Vernunft scheint auf der Strecke zu bleiben.




Schließlich könnte diese Art des Protektionismus den globalen Handel weltweit zwei Billionen US-Dollar kosten, wie die Ratingagentur Fitch ausgerechnet hat. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass auch Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini für die Weltwirtschaft pessimistisch eingestellt ist. Das Extremrisiko eines Handelskriegs drohe schon bald das Wachstum zu belasten, und die US-Notenbank könnte gezwungen sein, die Zinsen wegen einer stetig steigenden Inflation schneller zu erhöhen, sagte er der Zeitung „Finanz und Wirtschaft“.




Dabei macht Trump bekanntlich vor Drohungen gegenüber US-Unternehmen nicht Halt. So hat er den Motorradhersteller Harley-Davidson nach dessen Ankündigung, Teile der Produktion aus den USA abzuziehen, mit Schimpftiraden per Twitter überhäuft. Seitdem verhalten sich andere Unternehmen zumeist still, fürchten sie doch indirekte Boykottaufrufe von Trump. Lediglich GM hat sich erst kürzlich ebenfalls sehr kritisch über die jüngsten Maßnahmen zum Schutz der US-Wirtschaft geäußert. Aber der US-Präsident droht nicht nur vermeintlich unpatriotischen US-Firmen mit hohen Steuern und Boykottaufrufen. Nun trifft der Bannstrahl aus Washington auch den Stuttgarter Autobauer Daimler. Die EU sei möglicherweise so schlimm wie China, nur kleiner, hatte der US-Präsident gewettert, um erneut mit der Verhängung eines 20-prozentigen Einfuhrzolls auf Autos zu drohen. Dabei richtete er seinen Zeigefinger ausdrücklich in Richtung Untertürkheim, wo die Daimler-Zentrale sitzt. „Sie schicken uns ihren Mercedes, wir können unsere Autos nicht einführen“, dröhnte Trump. Jedoch unterbreitete gestern Abend angeblich der neue US-Botschafter Grenell den deutschen Autobossen eine Lösung im Auto-Zollstreit. Allerdings könnte es sich hierbei um eine bewusste Finte handeln, da die Eingeladenen die falschen Entscheider für Zölle sind!




Dabei haben die US-amerikanischen Firmen durchaus auch noch andere Probleme, die man anpacken sollte - etwa die hohe Verschuldung. So mache eine Rekordverschuldung die US-Unternehmen so verwundbar wie kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, warnt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Der „Schulden-Exzess“ berge „signifikante Risiken“, schreiben die Analysten. So haben US-Unternehmen insgesamt Schulden von 6,3 Bill. USD angehäuft. Damit sind die Schulden seit 2006 um 150% gestiegen, aber die Unternehmen verdienen jetzt auch deutlich mehr.




Allerdings addieren sich die Schulden inzwischen auf mehr als das Vierfache des operativen Gewinns, so S&P. Im Jahr 2006 war es noch weniger als das Dreifache. Damit droht den US-Firmen das Ergebnis der weltweiten Strategie der Notenbanken auf die Füße zu fallen. Schließlich haben diese nach der Finanzkrise über Kredite und Anleihekäufe Billionen von US-Dollar in die Finanzmärkte gepumpt und parallel dazu die Zinsen extrem niedrig gehalten. Die Rechnung für diese expansive Geldpolitik könnte also schon bald den US-Unternehmen serviert werden.






QE der EZB treibt Target2-Saldo vor sich her


Seit Anfang 2015 sind unter anderem bedingt durch die Anleihekäufe der nationalen Notenbanken im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) die Target2-Salden angestiegen. So ist es beispielsweise nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forderungen der Deutschen Bundesbank die Marke von einer Billion Euro überschreiten. Vor diesem Hintergrund sind sicherlich auch die jüngsten Äußerungen des Bundesbankpräsidenten, Jens Weidmann, zu verstehen, der als Hauptaufgabe des zukünftigen EZB-Präsidenten die Normalisierung der Geldpolitik im Euroraum unter Berücksichtigung der Preisstabilität anmahnt. Ob er sich sogar höchst persönlich damit beschäftigen muss, werden wir allerdings erst in einigen Monaten erfahren. Denn der Vertrag von Mario Draghi ist bis Ende Oktober 2019 terminiert, und über die Personalie seiner Nachfolge wurde noch nicht beraten.




In diesem Zusammenhang hat auch erst vor wenigen Tagen der EZB-Chefvolkwirt Peter Praet darauf verwiesen, dass man inzwischen erhebliche Fortschritte erzielt habe, die Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielzone von 2% zu treiben. Daran wird sich seines Erachtens auch nach dem Ende der Anleihekäufe nichts ändern. Das wäre allerdings schon Grund genug, sich von der expansiven Geldpolitik zeitnah zu verabschieden, was inzwischen von immer mehr EZB-Ratsmitgliedern gefordert wird.




Jedoch verweisen führende Notenbanker wie der Chef der Banque de France, Villeroy de Galhau, auch darauf, dass die Zeit gekommen sei, zur Stärkung der Eurozone endlich die notwendigen Reformen auf den Weg zu bringen. Zu lange verlassen sich bereits die Politiker auf die „Heilkräfte“ der EZB, doch können die in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen nicht beliebig oft wiederholt werden. Die Geldpolitik kann nicht die alleinige Antwort auf wirtschaftliche Krisen sein! Daher ist es notwendig, ein wirtschaftlich homogenes Gebilde in der Eurozone zu schaffen und sich gegen Protektionismus zu wappnen. Damit hat er sich in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ als Befürworter der Vorschläge des deutsch-französischen Duos „Mercron“ geoutet. Deshalb sollte nicht länger mit der Ausarbeitung und Umsetzung dieser pro-europäischen Ideen gezögert werden, bevor noch mehr Politiker und Bürger von nationalen Gedanken infiziert werden.




Theresa May entdeckt ihre sanfte Seite


Nach den monatelangen Querelen in der britischen Regierung um den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gibt es nun einen überraschenden Schwenk. Um den Brexit möglichst ruhig und problemlos zu gestalten, möchte Premierministerin Theresa May ihrem Kabinett einen möglichst sanften Brexit schmackhaft machen. Demnach soll Großbritannien auch nach einem EU-Austritt, der für Ende März 2019 geplant ist, weiterhin die Import-Zölle für die EU einnehmen. Dadurch will May verhindern, dass es zu Grenzkontrollen zwischen der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland kommt. Dies geht auf Informationen des Senders ITV zurück. Von Regierungsseite gab es mit Blick auf eine geplante Kabinettsklausur am Freitag keine Stellungnahme dazu.




Nachdem zwei frühere Pläne in der Tory-Partei keine Mehrheit gefunden hatten, gibt sich May damit flexibel. Sollte es tatsächlich gelingen, so das äußerst heikle Grenzproblem zwischen Nordirland und der Republik Irland zu entschärfen, würde dies die Position der angeschlagenen Premierministerin stärken. Allerdings muss sie zuerst noch die Hardliner unter den Brexiteers überzeugen. Dazu zählt auch Boris Johnson, der den Außenminister in London gibt und erst vor kurzem von einem möglichen Brexit-Kollaps (Breakdown) gemunkelt hatte.




Wie es seitens ITV weiter hieß, soll May der EU auch Vorrechte für ihre Bürger anbieten, die in Großbritannien leben. Im Gegenzug soll Großbritannien der Zugang zum Dienstleistungsmarkt der EU erleichtert werden.




Zumindest die Banken in Großbritannien sind für den Brexit gewappnet. Das bescheinigt den Instituten jedenfalls die britische Zentralbank. Wie aus einem Stress-Test der Bank of England (BoE) hervorgeht, wäre die Stabilität der Wirtschaft nicht gefährdet, selbst wenn das Land ohne Abkommen aus der EU ausscheiden sollte. Damit widerspricht sie der Einschätzung der EU-Bankenaufsicht, die vor kurzem noch davor gewarnt hatte, dass die Banken in Großbritannien nicht angemessen auf den Brexit vorbereitet seien. Allerdings warnt auch die BoE, dass sowohl von Brüssel als auch von London mehr unternommen werden müsse, um Verwerfungen für Finanzdienstleister zu minimieren.




Indessen geht die Stadt Frankfurt davon aus, dass ihr der Brexit mindestens 5.400 neue Stellen bescheren wird. Das hat die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH errechnet. Weil die Aufsichtsbehörden keine Briefkastenfirmen dulden, müssen Finanzinstitute, die sich für Frankfurt entscheiden, größere Abteilungen in der Rhein-Main-Metropole aufbauen.




Fed hilft Wallstreet-Banken durch die Prüfung


Dass ausgerechnet die Deutsche Bank bei der zweiten Runde des Stresstests der US-Notenbank Fed als einziger Prüfling durchgefallen ist, mag angesichts der jahrelangen Selbstfindungsversuche des Instituts nicht unbedingt verwundern. Ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach sich die Fed aber gegenüber zwei US-Investmentbanken gnädig gezeigt hat, lässt aufhorchen.




Demnach wurden Goldman Sachs und Morgan Stanley vor negativen Ergebnissen des in der vergangenen Woche veröffentlichten Stresstests gewarnt. Beide Institute hätten in dem von der Fed simulierten Krisenfall nicht mehr über ausreichend Kapital verfügt und wären deshalb durchgefallen - genauso wie die Deutsche Bank eben. Goldman Sachs und Morgan Stanley aber erhielten im Vorfeld den dezenten Hinweis, die Dividenden und Aktienrückkäufe auf dem bisherigen Niveau einzufrieren, um ihr Kapital zu schonen. Wenn es um die eigenen Institute geht, kann man ja schon mal beide Augen zudrücken.




Anstatt die Ausschüttungen der beiden Banken auf 8 Mrd. USD zu senken, dürfen die Dividenden bei zusammen 13 Mrd. USD belassen werden. Eine geplante Erhöhung auf 16 Mrd. USD gibt es zwar nicht. Aber dennoch dürfen sich die Aktionäre über unterm Strich 5 Mrd. USD freuen, die sie nur aufgrund der Gnade der Fed einstreichen dürfen. Wohl dem, der Freunde in der heimischen Notenbank hat. „America First“ gilt offenbar auch bei der Fed.






Ungewisse Aussichten für Hellas


Ungewiss bleiben die langfristigen Aussichten für Griechenland. So hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF) skeptisch zu den Aussichten des Landes geäußert, seine Schulden langfristig ohne eine weitere Erleichterung tragen zu können. Die kürzlich mit Griechenlands europäischen Partnern vereinbarte Schuldenerleichterung habe zwar die mittelfristige Schuldentragfähigkeit deutlich verbessert, aber die längerfristigen Aussichten blieben unsicher, schreibt der IWF. Gleichzeitig hält der Fonds, der sich bekanntlich aus der Gruppe der rettenden Geldgeber von Hellas verabschiedet hat, den Anleihe-Marktzugang langfristig ohne eine weitere Schuldenerleichterung für schwierig. Ende August soll Griechenland ja wieder am Kapitalmarkt auf eigenen Beinen stehen und somit können diese Äußerungen als indirektes Plädoyer für eine weitere Schuldenerleichterung gewertet werden.




Dies wird nach Überzeugung der griechischen Notenbank den jüngsten Deal mit seinen Kreditgebern erleichtern, der unter anderem eine Streckung der Schulden beinhaltet. Längerfristig aber hängt laut der Bank von Griechenland die Schuldentragfähigkeit des Landes davon ab, dass der Reformweg beibehalten werde und es seitens der Euro-Länder weitere Schuldenerleichterungen gebe. Damit stoßen die Bank von Griechenland und der IWF in dasselbe Horn. Denn auch der IWF weist dezent auf die Bereitschaft der europäischen Partner hin, weitere Schuldenerleichterungen zu gewähren, glaubt aber, „dass es entscheidend sein wird, realistische Annahmen vor allem im Hinblick auf die Primärüberschüsse zu machen".




Die Finanzminister der Euro-Länder hatten im Juni eine Verlängerung der gewährten Kredite sowie eine größere Atempause von zehn Jahren bis zu ihrer Rückzahlung beschlossen. Gleichzeitig erhielt die Regierung in Athen 15 Mrd. € für ein Finanzpolster. Außerdem wurde die Einhaltung eines deutlichen Primärüberschusses über viele Jahre vereinbart, was auch stärkere Volkswirtschaften kaum aufzuweisen vermögen.




Die Sommerpause wird eingeläutet


So langsam müssen sich die Investoren auf die Sommerpause einstellen. Nur noch wenige Unternehmen wagten in dieser Woche den Weg an den Kapitalmarkt. Insgesamt gab es 4 nennenswerte Neuemissionen aus diversen Industriesektoren. Mit einem Doppelpack von BP Capital Markets, Telefónica Deutschland und Radisson Hotel dürfte allerdings für jeden Investor in dieser Handelswoche noch etwas dabei gewesen sein, wobei die Mindeststückelung bei diesen Bonds auf 100.000 € festgelegt wurde und somit eher für institutionelle Investoren interessant sein dürfte.




Zunächst legte BP Capital Markets einen 6-jährigen Bond (A1921Z) mit einem Emissionsvolumen von 1 Mrd. € auf. Fällig wird das Papier am 03.07.2024. Das Finanzierungsunternehmen BP Capital Markets gehört zum britischen Mineralölkonzern BP und zahlt den Investoren für Ihr Investment jährlich 0,90% Zinsen. Der Emissionspreis belief sich auf 100%, was einem Spread von +50 BP über Mid Swap entsprach. Mit dem zweiten Bond (A19210) refinanziert sich das Unternehmen für 10 Jahre bis zum 03.07.2028. Bei der 900 Mio. € schweren Anleihe werden jährlich 1,594% Zinsen an die Anleger gezahlt. Der Reoffer lag bei pari (+72 BP über Mid Swap).




Telefónica Deutschland, besser bekannt unter dem Namen O2, legte einen 600 Mio. € schweren Bond (A2NBGF) mit Fälligkeit am 05.07.2025 auf. Die Anleihe ist mit einem Zins von jährlich 1,75% ausgestattet. O2 ist Teil der Telefónica Europe, einer Tochtergesellschaft von Telefónica, und vertreibt in Deutschland sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzanschlüsse. Neben einer Make Whole Option räumte sich das Unternehmen das Recht ein, ab dem 05.04.2025 jederzeit zu 100% kündigen zu können. Des Weiteren wurde in die Anleihebedingungen ein Aufschlag auf den Zinssatz von 3,0 PP oder ein Kündigungsrecht zu 101% vereinbart, sollte das Rating unter Investment Grade fallen. Ausgegeben wurde das Papier zu 99,628%, was +127 BP über Mid Swap bedeutete.




Als letzter im Bunde reihte sich Radisson Hotel, eine internationale Hotelkette im vier bis fünf Sterne-Bereich mit Sitz in Brüssel, ein und begab eine Anleihe (A1925Z) mit Fälligkeit am 15.07.2023. Passend zur Ferienzeit sammelte das Unternehmen erfolgreich 250 Mio. € am Kapitalmarkt ein und zahlt den Gläubigern einen Zins in Höhe von 6,875% p.a., der im Januar und Juli zur Auszahlung kommt. Emittiert wurde zu 99,473% (+729 BP über Bund). Ebenfalls ließ sich die Hotelkette eine Make Whole Option in die Emissionsbedingungen aufnehmen sowie drei weitere Kündigungstermine. Somit ist der Bond jederzeit ab dem 15.07.2020 zu 103,438%, ab dem 15.07.2021 zu 101,719% und ab dem 15.07.2022 zu pari kündbar.




Krisenmodus treibt Rentenhändlern den Schweiß auf die Stirn


Hatte man sich bereits vor Wochen und Monaten immer wieder Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen das QE-Ende auf das Renditeniveau haben könnte, so kann man inzwischen konstatieren, dass man die Rechnung ohne D.T., den Unberechenbaren, gemacht hat.




Diese Unsicherheit in punkto Wirtschaftskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt lässt die Refinanzierungskosten für solide aufgestellte Staaten weiterhin nicht ansteigen und vernichtet dadurch Vermögenswerte der vorsorgenden Bevölkerung. Wenn man hingegen zurzeit Schulden macht, kann man sich an der hohen Inflationsrate und den niedrigen Zinsen erfreuen. Ob es in diesem Umfeld zu den in den USA erwarteten Zinserhöhungen noch kommen wird, bleibt abzuwarten. Klarheit hierüber erhoffen sich die Marktteilnehmer von der heutigen Veröffentlichung der Minutes. Die Zinskurve ist zudem in den USA extrem flach und in der Eurozone sind erste Anzeichen erkennbar, dass auch dort mit einer ähnlichen Entwicklung gerechnet wird. Man muss es zwar nicht unbedingt verstehen, aber die Marktteilnehmer spielen diese Karte!




Somit kennt das Rentenbarometer nur eine Richtung und ist nur noch wenige zehntel Prozentpunkte von der magischen Renditegrenze bei 0,25% für 10-jährige Bundesanleihen entfernt. Dies wäre bei ca. 163% im September-Kontrakt erreicht. Der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und wird im Bereich bei ca. 161,99% unterstützt. Aktuell notiert der Euro-Bund-Future bei ca. 162,20%, was einer 10-Jahresrendite von ca. 0,328% entspricht.






Am Primärmarkt und bei der WM ist Deutschland nicht vertreten


In der feiertagsbedingt unterbrochenen US-Handelswoche wurden lediglich 125 Mrd. USD als Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten aufgelegt.




In der Eurozone hingegen beabsichtigen Österreich, Frankreich und Spanien den interessierten Investoren Altemissionen mit unterschiedlichsten Ausstattungen und Laufzeiten zu offerieren. So stockte zur Wochenmitte Österreich zwei Bonds ( A19VB0 / 2028 ; A0G4X4 / 2037) auf. Am morgigen Freitag werden dann noch Frankreich und Spanien folgen. Hierbei werden die Emissionsvolumina von vier spanischen Anleihen (A19JJJ / 2021 ; A19G01 / 2027 ; A1ZXQ6 / 2030 ; A1AM06 / 2041) und von drei französischen Staatstiteln (A1911P / 2028 ; A1Z7JJ / 2031 ; A18Z4K / 2034) erhöht. Ob hierbei Frankreich bessere Konditionen als Viertelfinalist bei der Fußball-Weltmeisterschaft für sich reklamieren kann, werden die Investoren entscheiden.







Mexikos Währung profitiert von Wahlen


Das erste Halbjahr 2018 wird an den internationalen Finanzmärkten als ein sehr ereignisreiches in Erinnerung bleiben und so hatte auch die gemeinsame europäische Währung einige Höhen und Tiefen zu durchleben. Sie erreichte am 16. Februar mit 1,2555 USD ihren bisherigen Spitzenwert und markierte zum damaligen Zeitpunkt ein Dreijahreshoch. Wurden im ersten Quartal noch vorwiegend neue Höhen erklommen, so verlor der Euro ab Ende April drastisch an Wert.




Die Gründe für den Wertverfall lagen in den politischen Unsicherheiten in Italien, den verschiedenen Entscheidungen der Notenbanken zur künftigen Geldpolitik sowie den nicht enden wollenden Handelskonflikten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt. Somit fiel der Euro am 21. Juni zwischenzeitlich bis auf 1,1509 USD zurück und erreichte damit sein Jahrestief. Der Handelskonflikt und die Strafzölle sind nach wie vor das beherrschende Thema an den Märkten und dadurch auch ein Impulsgeber für das Währungspaar EUR/USD. Der Start in die zweite Jahreshälfte erfolgte für die gemeinsame Währung nach dem gestrigen Feiertag in den USA (Independence Day) ziemlich uninspiriert und so handelt der Euro aktuell bei ca. 1,1690 USD.




Mexiko ist zwar leider nicht mehr bei der Fußball-WM vertreten, aber das Land hat seit dem Wochenende einen neuen Präsidenten und steht vor einem politischen Umbruch. Der Linksnationalist Andres Manuel Lopez Obrador ist der neue Hoffnungsträger. Zumindest am Devisenmarkt konnte er gleich überzeugen. Der mexikanische Peso konnte sowohl zum Euro als auch zum US-Dollar aufwerten. Der Euro fiel auf ein Monatstief von 22,5917 MXN, der US-Dollar tat es ihm gleich (19,3776 MXN).




In einer wenig ereignisreichen Berichtswoche waren die Handelsaktivitäten entsprechend gering. Trotzdem engagieren sich einige Privatanleger in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, russische Rubel, südafrikanische Rand und auch mexikanischen Peso. Aber auch die türkische Lira rückte in den Fokus der Anleger, zumal die Inflationsrate mit +15,4% ggü. dem Vorjahr ein 15-Jahres-Hoch erreichte und die Währung erneut schwächte.




Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de




Disclaimer


Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.


Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.


Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.




Herausgeber:


Baader Bank AG


Weihenstephaner Str. 4


85716 Unterschleißheim


Deutschland


www.baaderbank.de




Redaktion:


Robert Halver,


Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG


Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG




Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.







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