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Kolumnist: Björn Junker

HPA - Drei Buchstaben für die stille Revolution bei Batterien & LEDs




06.12.17 11:06
Björn Junker

Es passiert nicht oft, dass man bei der Geburt einer neuen Industrie live dabei sein kann. Aber genau diese Chance haben Investoren aktuell und zwar bei einem Rohstoff, der noch wenig bekannt ist, dessen Nachfrage aber analog zum Erfolg von LEDs, Mobiltelefonen und Lithium-Ionen-Akkus wächst.


Die Rede ist von High Purity Alumina, kurz HPA, chemisch genauer: 99,99prozentiges Aluminumoxid. Das sagt Ihnen nichts? Wir wetten: In spätestens zwei Jahren werden diese drei Buchstaben „HPA“ Investoren genauso geläufig sein wie heute schon Lithium oder Kobalt. Hier bahnt sich in aller Stille eine technische Revolution an, die in ihrer Tragweite durchaus vergleichbar ist mit jener bei anderen kritischen Batteriemetallen – allerdings ist die Ausgangsbasis noch wesentlich kleiner.


Der Markt für HPA dürfte derzeit bei rund einer halben Milliarde Dollar pro Jahr liegen – rund 26.000 Tonnen im Jahr 2017. Das Wachstum wird auf rund 20 Prozent pro Jahr geschätzt. 2024 soll die Nachfrage nach HPA schon das Zweieinhalbfache von heute betragen. Die bedeutendsten Wachstumstreiber sind die beiden Boombranchen: LEDs und Lithium-Ionen-Akkus. Allein der Markt für LEDs soll sich bis 2024 vervierfachen. Bei Lithium-Batterien wird HPA zur Bedampfung der Polymermembran zwischen Anode und Kathode eingesetzt, wodurch die Brandgefahr erheblich vermindert wird. HPA löst also ein gewaltiges Problem für die Batterieindustrie! Das Wachstum allein in dieser Industrie könnte enorm sein.


Damit HPA seine besonderen Eigenschaften voll entfalten kann, muss das Material bis auf das letzte Hundertstel rein sein. Zwischen 99,9 Prozent Reinheit und 99,99 Prozent liegen deshalb Welten, auch preislich. Das höhergradige Material wird derzeit für 27.000 USD gehandelt, 99,9prozentiges Aluminiumoxid kostet „nur“ 6.000 USD.


Der Trick: nur aus absolut reinem HPA kann monokristallines Saphirglas mit den gewünschten Eigenschaften „gezüchtet“ werden, hart wie Diamant und vielseitig verwendbar z.B. bei Mobiltelefonen oder Uhren, Wafern, LEDs, Kameralinsen und vielem mehr. Den Anspruch Vorreiter und zugleich Marktführer dieser jungen Industrie zu werden, hat das australische Unternehmen Altech Chemicals (ASX: ATC, FRA: A3Y). Auf der Homepage heißt es selbstbewusst: „Altech is set to become the world's largest supplier of HPA“.


Und nicht nur das: Altech möchte auch das erste Unternehmen auf der Welt sein, das HPA nicht auf dem traditionellen Weg aus Bauxit und Aluminiummetall gewinnt, sondern aus dem unscheinbaren Rohstoff Kaolin. Altechs Technologie soll den energieintensiven Zwischenschritt über Aluminiummetall obsolet machen und die Kosten in etwa halbieren. Das wird die traditionellen Produzenten wie Sumitomo, Alcoa, Norilsk und Chinalco herausfordern, für die HPA bisher nicht zum Kerngeschäft gehört. Mit alter Technologie können sie bei den Kosten nicht mithalten.


Folgt man der öffentlichen Ankündigung des Managing Directors von Altech, Iggy Tan, dann steht der genaue (Geburts-)Termin fest, rund sechs Jahre nach Gründung (Zeugung) des Unternehmens. Es soll der 14. Dezember 2017 sein. An diesem Tag wird erwartet, dass die deutsche KFW-Bank ihre Entscheidung über eine Darlehensfinanzierung von rund 185 Mio. US-Dollar bekannt geben wird. Die Rolle des Geburtshelfers übernimmt die deutsche SMS Group, ein im Stahl- und Aluminiummarkt tätiger Anlagenbauer aus Düsseldorf. Der Jahresumsatz des privaten Unternehmens lag 2016 bei rund 3 Mrd. EUR, die Zahl der Beschäftigten weltweit betrug 14.000. Die SMS Group gehört zu den führenden Partnern der KFW bei Hermesbürgschaften. Altech hat fast ein Jahr in die Verhandlungen mit der KFW investiert und zuletzt hat SMS seine Zusage für einen Equity-Anteil an der ebenfalls noch ausstehenden Eigenkapitalfinanzierung auf 15 Million USD erhört. Man sieht also, dass der Termin am 14. Dezember gründlich vorbereitet wurde.


Iggy Tan hat sich als Manager beim Lithiumunternehmen Galaxy Resources (ASX: GXY; FRA: LG9) einen Namen gemacht. Man kann sagen, dass er den Grundstein für den heutigen Erfolg des Unternehmens gelegt hat. Auf sein Konto geht die Finanzierung, der Bau und die Inbetriebnahme der Mt Cattlin Spodumenmine ($80m) sowie der Jiangsu Lithiumcarbonat Raffinerie ($100m). Wohl nur wegen dieser beeindruckenden Erfolgsbilanz sind ihm die Investoren jetzt auf unbekanntes Terrain gefolgt, denn Altech betritt Neuland.


Umso mehr Gewicht hat es, wenn ein Industrieinsider von Iggy’s Kaliber die Prognose wagt, dass HPA heute dort steht, wo Lithium vor zwei Jahren war. Iggy ist ein mutiger Visionär. Er ist überzeugt, dass Altech am Beginn einer neuen bedeutenden Industrie steht. Dabei sieht er Altech nicht als klassisches Rohstoffunternehmen, sondern als Unternehmen der Spezialchemie. Die Kaolinlagerstätte in Australien ist gewissermaßen nur ein notwendiger Anhang.


Die Zahlen aus der Feasibility-Studie markieren eindrucksvoll die Eckpunkte des Projekts: Der NPV vor Steuer (bei 7,5% Discountrate) liegt bei 505 Mio. USD, das EBITDA soll bei 76 Mio. USD jährlich liegen. Die Gesamtinvestition beträgt stramme 298 Millionen USD, wovon 185 Millionen USD durch das KFW-Darlehen abgedeckt werden sollen (siehe oben). Die Produktionskosten pro Kilo werden mit 9,90 USD veranschlagt. Der Verkaufspreis soll bei 26,90 USD pro Kilo liegen. Daraus errechnet sich eine Bruttomarge von 63%.


Die zugehörige Produktionsanlage soll mit Hilfe deutscher Ingenieure in Malaysia gebaut werden. 70 Prozent der Teile werden am Ende aus Deutschland bzw. aus der Europäischen Union kommen. Insofern würde die KFW-Finanzierung auch der Industrieförderung daheim zu Gute kommen – der Aspekt der Rohstoffsicherung käme hinzu. Obwohl es bis zur Inbetriebnahme der Produktionsanlage wohl noch zwei Jahre dauern wird, könnte die bevorstehende Finanzierung schon heute ein starkes Signal an den Markt senden.


Sehr wahrscheinlich werden weitere Unternehmen versuchen, in diesen lukrativen neuen Markt vorzudringen. Wer ganz genau hinschaut, kann schon beobachten, dass einige australische Firmen in den Startlöchern stehen. Erwähnt seien hier FYI Resources Limited (ASX: FYI; FRA: SDL) (die wir auf Goldinvest.de verfolgen werden) und Hill End Gold (ASX: HEG; FRA: H7K). Beide Aktien sind zuletzt – wohl in Erwartung guter Nachrichten von Altech – stark gestiegen.


Und beide Unternehmen befinden sich, verglichen mit Altech, noch in einer frühen Phase der Entwicklung. Beide profitieren aber von der Pionierarbeit von Altech, die das Prinzip „HPA aus Kaolin“ im Markt etabliert hat. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir nächstes Jahr ein Dutzend HPA-Unternehmen sehen werden und ein ganz neues Marktsegment entsteht. Wir kennen das von Grafit, Seltenen Erden etc.


Aber Vorsicht: Kaolinlagerstätten mag es viele geben. Der Unternehmenserfolg wird immer von der Qualität des Engineerings abhängen und von der Fähigkeit, das Endprodukt zu vermarkten. Das entscheidende Nadelöhr wird am Ende der Zugang zu Kapital sein. Sicher werden nur wenige Unternehmen auf Dauer Erfolg haben. Erst einmal drücken wir Altech die Daumen – auch für den 14. Dezember!




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