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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Grüner Fisher: "Jetzt Aktien kaufen?"




16.04.17 10:25
Redaktion boerse-frankfurt.de


Grüner warnt Anleger davor, vor lauter Crash-Angst die Chancen, die Aktien bieten, zu übersehen. Die Performance der Aktienmärkte in den vergangenen acht Jahren kann sich sehen lassen. Relevant für Anleger ist allerdings nicht die Frage, welche Rendite verschiedene Indizes in den letzten Jahren angeboten haben, sondern was unter dem Strich in die Realität umgesetzt werden konnte. Letztendlich ist die Investmentstrategie für den Anlageerfolg verantwortlich, der Markt dient nur als "Instrument". Erschwerend für den Renditetransfer ins eigene Portfolio war in den vergangenen Jahren sicherlich, dass sich der laufende Bullenmarkt in keiner Phase großer Beliebtheit erfreuen konnte. 

In der Schockstarre des Jahres 2009 waren viele Anleger nicht bereit, den Start des Bullenmarkts überhaupt als solchen zu erkennen. Trotz dynamischer Erholung in den Folgejahren wurde dem Aufholeffekt keine Nachhaltigkeit zugestanden. Kritiker sahen sich in der Euro-Krise 2011 bestätigt, doch der Bullenmarkt marschierte auf globaler Ebene unbeirrt weiter. Über alle wirtschaftlichen Krisenherde, politische Störfeuer und sämtliche Korrekturen hinweg. Das Resultat: Neue Höchststände auf breiter Ebene. Jetzt noch Aktien kaufen? Oder ist es längst "zu spät"? 

Anleger, was nun?


Wer Aktien besitzt, begibt sich ins Risiko. Dieser falsche Mythos findet leider nur in euphorischen Phasen kein Gehör mehr - genau dann, wenn das Risiko tatsächlich hoch ist. Im intakten Bullenmarkt dagegen gilt die Marschroute: Keine Angst vor neuen Höchstständen, die nicht als Warnsignal, sondern als angenehme Begleiterscheinung in einem übergeordneten Trend zu verstehen sind. Falsche Ängste, vor allem in Europa, werden sich in den kommenden Jahren sukzessive auflösen und neue Käuferschichten auf den Plan rufen. Dabei ist die fehlende Attraktivität alternativer Anlageklassen sicherlich hilfreich, doch die langfristige Überlegenheit der Aktienmärkte definiert sich nicht über schwache Alternativen, sondern über die grundlegenden Effekte einer wachsenden, produktiven und innovativer werdenden Welt.

Offensichtliche Vorteile


Der aktuelle Tenor lautet: Crash-Gefahr überwiegt Chancenvielfalt. Losgelöst von diesen Diskussionen sollten Anleger die grundlegenden Vorteile der Aktienmärkte nicht außer Acht lassen, die in jeglichen Marktphasen für eine sehr gute langfristige Perspektive sorgen. 

Erstens: Aktienmärkte bilden den langfristig unaufhaltsamen Fortschritt der Weltwirtschaft ab. Korrekturen und Crash-Bewegungen sind stets im Fokus, diese werden aber eindeutig von übergeordneten Aufwärtsbewegungen dominiert. Es entstehen wertvolle und unbeschränkte Zinseszinseffekte. 

Zweitens ist die rechtliche Ausgestaltung der Aktien äußerst vorteilhaft. Sondervermögen, Sachwerte! Man wird zum Inhaber und Eigentümer, nicht zum Schuldner bzw. Kreditgeber. 

Drittens sind die Aktienmärkte an sich nicht "gefährlich". Emotionale Handlungen der Anleger, getrieben von Angst und Gier, beschwören die tatsächliche Gefahr herauf. 

Fazit


Warten auf bessere Zeiten - diese Verhaltensweise hat Anleger in den vergangenen Jahren zu vorsichtig agieren lassen und ist für die große Diskrepanz verantwortlich, die sich zwischen Markt- und Anlegerrendite im laufenden Bullenmarkt ausgeprägt hat. Die gute Nachricht: Es ist noch längst nicht zu spät für einen Stimmungswandel. Unterschätzte Weltwirtschaft, überschätzte politische Risiken, keine Euphorie weit und breit. Der laufende Bullenmarkt hat noch jede Menge Zeit, sich neue Freunde zu machen. 

13. April 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor


Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.



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