Kolumnist: Feingold-Research

Große Investoren ziehen weiter Kapital ab




06.09.17 10:01
Feingold-Research

Der DAX trotzt vorläufig der Nordkorea-Krise und dem starken Euro und bleibt im Seitwärtstrend. Wir empfehlen weiterhin Inliner wie die Papiere HW4830, SC4ZSF und HU9T9C mit Luft in beide Richtungen. In den vergangenen Tagen und Wochen hat sich die charttechnische Situation an den globalen Börsenplätzen insgesamt wieder etwas entspannt – jedenfalls von außen betrachtet. Unterhalb der Oberfläche der Indizes brodelt es aber nach wie vor gewaltig und die Marktbreite verschlechtert sich, analysiert Klaus Buhl von Libra-Invest.


Durch die Brille der überwältigenden Mehrheit der Anleger, die die bekannten Indizes nur von außen betrachten und nicht unter deren Oberfläche sehen, sieht die charttechnische Ausgangslage gar nicht so schlecht aus. Obwohl wir uns inmitten der aus saisonalen Gründen bei uns Anlegern schwierigen Sommermonate befinden, will die weltweit als Leitbörse anerkannte US- Börse kaum unter Verkaufsdruck geraten.


Der DAX hat es diesbezüglich natürlich wieder einmal viel gründlicher gemacht – natürlich mit Hilfe des schwachen Autosektors. Der größte Helfer des Bullenlagers ist derzeit der große Pessimismus und die diesbezüglich schrillen Medien – obwohl die  Kursverluste bisher nur moderat sind. Übergeordnet betrachtet ist das Aktienklima nicht schlecht. Die Rohstoff- und Energiepreise sind günstig und wirken als Konjunkturprogramm für Produzenten und Konsumenten.


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Auch die Zinsen scheinen im Keller zu bleiben – wenigstens gibt es seitens der Inflation kaum Gründe für die Notenbanken, genau jetzt die Konjunktur abzuwürgen. Auch die steigenden Firmengewinne und die auf beiden Seiten des Atlantiks positiv verlaufende Berichtssaison geben keinen Anlass zur Sorge für uns Aktionäre. Trotzdem wird an allen Orten nach dem berühmten „Haar in der Suppe gesucht“ – ist die vorsichtige Haltung dennoch berechtigt?


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In der Tat ziehen die großen und grundsätzlich gut informierten Investoren seit einiger Zeit Kapital ab und verhalten sich defensiv. Da es dafür – von den einschlägig bekannten und seit Jahren andauernden geopolitischen Risiken einmal abgesehen – wenig plausible Gründe gibt, gehe ich bisher von einer völlig normalen und gesunden Konsolidierung aus. Auf diese Weise atmen die Kurse aus, Übertreibungen werden abgebaut und dadurch neue Käufer angelockt. Die wichtigste Frage, die heute die Investoren bewegt: was kann zukünftig noch besser werden, um die Firmengewinne weiter nach oben zu treiben?


Transportaktien rutschen in die Umgebung der Trendgeraden

Der Sektor der Transportaktien zählt zu den wichtigsten der Börse überhaupt. Während einer intakten Hausse sollten sich die Industrie- und die Transportaktien gegenseitig durch steigende lokale Hochs und höhere Tiefs bestätigen. Doch genau dieses intakte Trendverhalten ist im Augenblick nicht zu erkennen, wie Ihnen der gelassene Point & Figure Chart verdeutlicht.


Buhl_Chart 1

Quelle: stockcharts.com



Deutlich sehen Sie, dass das Juli- Hoch (Ziffer 7) bei 9.750 Punkten keinen Bestand hatte und vom Markt abgelehnt wurde. Rasch bildete sich eine negative 0- Spalte und ein Verkaufssignal bei 9.150, wo ein dreifacher Boden durchschlagen wurde. Dies deutet nicht auf besonderes Kaufinteresse auf dem heutigen Niveau, welches übrigens knapp unter der wichtigen 200- Tage- Linie liegt.


Mittlerweile notieren wir nur noch knapp oberhalb der aufsteigenden positiven Unterstützungsgerade, die per Definition im 45° Winkel ansteigt. Derartige Unterstützungsgeraden werden häufig getestet. Solange die Transportaktien sich oberhalb davon halten können, besteht wenig Grund zur Sorge. Sollte der Index jedoch darunter fallen, wäre der Aufwärtstrend gebrochen und es ist mit empfindlichen Kursrückschlägen zu rechnen. Dies wäre ein deutliches Zeichen dafür, dass heute die Kurse der Konjunkturentwicklung zu weit Voraus gelaufen sind und die Konsolidierung der US- Aktienmärkte noch anhält.


Mr. Market bleibt im Vorteil

Werfen wir einen Blick auf einen weiteren wichtigen Indikator des inneren Marktes. Dieser verdeutlicht die Relation derjenigen Aktien an der New Yorker Börse, die oberhalb ihrer wichtigen 200- Tage- Linie notieren als systematischen P & F Chart. Wie Ihnen die negative 0- Spalte ganz rechts zeigt (Ziffer 8 für August), befinden wir uns aktuell in einer Marktphase, in der aus irgendwelchen Gründen Kapital von der wichtigsten Börse der Welt abgezogen wird. Es geht also nicht um einen mehr oder weniger subjektiv ausgewählten Index oder nur um einige hochkapitalisierte Titel, sondern um das Kursverhalten von etwa 2.600 wichtigen US- Aktien. Dieses zeigt jetzt aus irgendwelchen Gründen unmissverständlich nach Süden. Immer mehr Aktien verlieren ihre wichtige 200- Tage- Linie und insofern eine sehr wichtige Unterstützung.


Quelle: stockcharts.com

Quelle: stockcharts.com


Kürzlich war die so genannte Marktbeteiligung noch viel höher positiver. Im Sommer 2016 z.B. notierten 82 % der an der NYSE notierten Aktien oberhalb ihrer wichtigen 200-Tage-Linie, was auf eine ungewöhnlich hohe und positive Marktbeteiligung deutet. Der Indikator befand sich damals weit in der oberen überhitzten Zone, ist aber seither tendenziell auf dem Rückzug und hat die wichtige Marke von 70 % bereits unterschritten, was ein klassisches Warnsignal ist. Heute notieren nur noch 64 % der an der New Yorker Börse notierten Aktien oberhalb der wichtigen 200- Tage- Linie – Tendenz weiter abnehmend.


In der vergangenen Woche wurde erst bei 66 % ein weiteres Verkaufssignal in diesem Indikator erzeugt, als sich die 0- Spalte unter die vorhergehende schob. Dies verdeutlicht, dass der Markt nach wie vor vom Angebot gelenkt wird. „Mr-Market“ ist also nach wie vor im Vorteil und wir Anleger sollten keine besonderen Risiken eingehen. Positiv ist aber umgekehrt, dass sich der Indikator noch knapp oberhalb der aufsteigenden Trendgerade befindet, die uns Anlegern demnächst zu Hilfe eilen könnte. Empfehlenswert ist es jetzt, sich von ohnehin schwachen Positionen zu trennen und nur in den stärksten Sektoren nach geeigneten Kaufkandidaten zu fahnden.


Während der vergangenen Schwächeperioden am Aktienmarkt drehte dieser Indikator häufig in der Umgebung von 50 % – möglicherweise wegen der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbanken und der liquiden Märkte. Grundsätzlich hat der Indikator aber die Angewohnheit, wenn er erst einmal dynamisch in Bewegung ist, bis in die Umgebung der unteren extremen Region von 30 % zu fallen. Dann wäre der Verkaufsdruck heute noch längst nicht beendet und die Konsolidierung könnte sich fortsetzen. Gute und vor allem sichere systematische Kaufchancen erleben wir erst, wenn die Konfiguration dieses Index wieder nach oben deutet, die großen Investoren also wieder Kapital in die Märkte lenken.


Quelle: Libra-Invest



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