Kolumnist: Hannes Huster

Gold ist Geld: Ein Blick nach Südamerika




13.05.20 08:31
Hannes Huster

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


beim Thema Gold als Anlage-Klasse scheiden sich immer wieder die Geister. Die einen lieben es, die anderen hassen es.


Es gibt sicherlich gute Argumente gegen Gold und auch Zeiten, in denen Gold nicht unbedingt die beste Geldanlage ist. Jedoch gibt es auch Zeiten, in denen Gold in keiner Vermögensstruktur fehlen darf und in genau einer solchen Zeit befinden wir uns aktuell.


Gold wird seit Jahrtausenden als Geldersatz geschätzt und überall auf der Welt bekommt man für seine Unze Gold entsprechendes Papier-Geld im Tausch. Das Schöne und Einzigartige an Gold ist, dass es nicht beliebig vermehrt werden kann, sondern die Grenzen der Gold-Vermehrung von der Natur gesetzt werden.


Während in der heutigen Zeit Papier-Währungen, wie der US-Dollar oder der Euro per Knopfdruck „erzeugt“ werden, steigt die vorhandene Goldmenge jährlich meist nur um wenige Prozentpunkte.


Weltweites Goldangebot von 2010 bis 2019, Quelle: gold.org

In der obigen Grafik sehen wir in lila die Goldproduktion aus den Goldminen und das Gold-Angebot aus dem Recycling. Es ist schön zu erkennen, wie stabil das Angebot in den vergangenen Jahren war. Selbst als der Goldpreis das bisherige Rekordhoch im Jahre 2011 erreichte, blieb das Angebot aus den Goldminen stabil.


Diese Eigenschaft macht Gold als Schutz vor Geldentwertung und Kaufkraftverlust so interessant.


Schauen wir uns dagegen einmal an, was die US-Notenbank FED mit den Angebot an US-Dollars veranstaltet.


Die Geldmenge M2 explodiert seit der Corona-Krise regelrecht nach oben. Die jüngsten Daten zeigen ein Geldmengenwachstum von über 21% an. In den vergangenen 50 Jahren gab es noch nie eine derart explosive Ausweitung der Geldmenge in den USA.


Die Frage, die man sich nun als Anleger stellen muss ist, fühle ich mich in einer beliebig vermehrbaren Währung, wie dem US-Dollar oder dem Euro wohl oder in einer seit Jahrtausenden bewährten Währung wie Gold. Ich denke die Antwort ist recht einfach.


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Weltweite GOLD-ETF-Nachfrage explodiert

Auch wenn Gold noch immer eine sehr untergeordnete Rolle im heutigen Finanzsystem und in den Medien spielt, so sehen wir seit Wochen massive Zuflüsse in die weltweiten Gold-ETFs.


In den beiden Grafiken oben sehen Sie links die Goldbestände der weltweiten Gold-ETFs in Unzen, rechts daneben den US-Dollar-Wert dieser Bestände.


Die Zukäufe in Milliarden-Höhe werden kaum vom Stammtisch-Kumpanen kommen, der das Vertrauen in das Geldsystem schon seit Jahren verloren hat.


Hier kaufen sich seit Monaten große Geldverwalter ein, um sich und ihre Kunden vor der unglaublichen Geld-Druck-Orgie zu schützen, die ohne jeden Zweifel in einem gewaltigen Kaufkraftverlust enden wird.


Südamerika als Paradebeispiel

Leider ist die werterhaltende Funktion von Gold vielen nicht bewusst bzw. sie wird absichtlich verschwiegen.


Denken Sie an den Bankberater, der Ihnen liebend gerne Fonds, Zertifikate und sonstige margenstarke Produkte verkauft aber vermutlich selten dazu rät, ein paar Unzen Gold zu kaufen. Zu gering die Marge und dann fließt das Geld auch noch heraus aus dem System.


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Doch Gold ist als Vermögensschutz heute wichtiger als jemals zuvor. Die Zentralbanken weltweit stopfen ein Loch nach dem anderen, dass COVID-19 in die vorher offensichtlich so heile Welt gerissen hat.


Sie müssen mir nicht glauben, Sie können aber über 250 Millionen Südamerikaner zu diesem Thema befragen.

Knapp 45 Millionen Einwohner hat Argentinien und fast 210 Millionen Menschen leben in Brasilien. Jeder Argentinier oder Brasilianer, der in den vergangenen 15 Jahren auch nur einen Teil seiner Peseten oder Reals in Gold „getauscht“ hat, hat sich Kaufkraft und Wert erhalten.


Goldpreis in Argentinischen Peso, 15 Jahren Goldpreis im Brasilianischen Real, 15 Jahre

Wir müssen gar nicht die Tiefststände im Chart wählen um zu sehen, wie dramatisch der Goldpreis in diesen beiden südamerikanischen Währungen in den vergangenen 15 Jahren zugelegt hat. Vervielfachungen binnen kürzester Zeit!


Oft haben wir nur die Beispiele von Simbabwe vor Augen, doch auch weit entwickelte Systeme wie in Südamerika zeigen, dass Gold seine Schutzfunktion so einfach erfüllt, wie kein anderes Instrument der Welt.


Sachwerte, zu denen auch Aktien zählen, bieten im Allgemeinen immer mehr Schutz vor Geldentwertung und Inflation als Geldwerte. Doch nicht immer sind die Aktienmärkte der Königsweg. So verlor der brasilianische Aktien-Leitindex BOVESPA seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert.


Fazit:


Die Entwertung von Papier-Geld ist in der Geschichte nichts neues und jede Papier-Geld-Währung hat meist nur eine begrenzte Lebenszeit. Durch die Corona-Pandemie, bzw. vor allem durch die Schutzmaßnahmen vor Covid-19, wurden unglaubliche Löcher in die Wirtschaft gerissen, die nun erneut von den Notenbanken und den Regierungen gestopft werden sollen.


Doch diesmal könnte die Aufgabe eine Nummer zu groß werden. Die ganze Welt wurde getroffen und alle Notenbanken weltweit mussten den Geldhahn gleichzeitig aufdrehen, wie nie zuvor.


Gold als ultimative Währung sollte also in keinem Depot fehlen und die richtig dicken Gewinne, werden die Goldförderer und Goldexplorer einfahren, die für die Goldversorgung zuständig sind.


Bereits kurz nach dem Corona-Tief waren es die Goldaktien, die sich am schnellsten wieder erholt haben und auf ein neues Jahreshoch gestiegen sind. Dies ist kein Zufall, sondern erst der Anfang des vermutlich größten Gold-Bullen-Marktes der vergangenen Jahrzehnte.


Beste Grüße


Ihr


Hannes Huster



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