Kolumnist: Feingold-Research

Gold – droht Ungemach von den Aktienmärkten?




11.01.18 09:44
Feingold-Research

Die Ölpreise zeigen sich weiter stabil. Preistreibend wirken sich die anhaltenden Proteste im Iran, der zuletzt kräftige Lagerabbau sowie das kalte Winterwetter in den USA aus. Der Goldpreis konnte gegen Ende vergangenen Jahres dank einer starken Jahresendrally noch einmal Gewinne verbuchen. Die aktuelle CFTC-Statistik zeigt aber, dass der Preisanstieg seit Mitte Dezember größtenteils spekulativ getrieben war und somit auf wackeligen Beinen steht. Unsere Empfehlung auf Brent lautet Inliner SC7X2P. Auf Gold empfehlen wir den Barrick Gold Bonus CQ2DU0

Rohöl: Preistreibende Faktoren gewinnen die Oberhand


Die Ölpreise haben einen erfolgreichen Wochenauftakt verzeichnet. Die Sorte Brent handelte zu Wochenbeginn fester bei knapp unter 68 US-Dollar je Barrel, US-Leichtöl WTI bei 62 US-Dollar. Preisstützend – vor allem für die Nordseesorte Brent – sind laut Experten der Commerzbank die anhaltenden Proteste im Iran, der zuletzt kräftige Lagerabbau sowie das kalte Winterwetter in den USA und die Umsetzung der Produktionskürzungen durch die OPEC und Russland. Aus Sicht der Analysten der DZ Bank sorgen darüber hinaus die weiter anziehende Ölnachfrage seitens vieler Industrieländer und Produktionsausfälle einiger bedeutender Ölförderländer für Support.


Ein Rückgang der Ölbohrlöcher in den USA stützt dagegen vornehmlich den US-Leichtölpreis. Am Freitag hatte die US-Ausrüsterfirma Baker Hughes gemeldet, dass die Zahl der Bohrlöcher in den USA in der vergangenen Woche um 5 auf 742 gesunken sei. Der Rückgang erfolgte, obwohl die Ölpreise in der vergangenen Woche ein Mehrjahreshoch erreicht hatten. Steigende Ölpreise sprechen tendenziell für eine steigende Produktion, weil die teure Förderung von Schieferöl rentabler werden kann.


Der Rückgang der vergangenen Woche erfolgte allerdings nach Informationen der Commerzbank größtenteils in Louisiana, war also nicht auf Schieferöl zurückzuführen. Darauf deute auch der leichte Anstieg bei den horizontalen Ölbohrungen hin, die bei der Schieferölproduktion zur Anwendung kämen, so die Experten. Im größten Schieferölvorkommen Permian Basin seien hingegen zwei neue Bohrungen aktiviert worden.


Gold steht vor einem herausfordernden Jahr 

goldbarren12Dank einer starken Jahresendrally konnte der Goldpreis gegen Ende vergangenen Jahres noch einmal Gewinne verbuchen und sich von seinem zwischenzeitlichen Fünf-Monats-Tief um 1.238 US-Dollar pro Feinunze erholen. Letztlich beendete das gelbe Metall das Jahr 2017 bei einem Kurs von 1.302 US-Dollar pro Feinunze. Damit erreichte Gold auf Jahressicht ein Plus von 13,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


Die Ende letzter Woche veröffentlichte CFTC-Statistik hat gezeigt, dass der Preisanstieg seit Mitte Dezember größtenteils spekulativ getrieben war. Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Netto-Long-Positionen in den drei Wochen zum 2. Januar auf über 148.000 Kontrakte fast verdoppelt. Laut den Experten der Commerzbank hat sich damit allerdings auch Korrekturpotenzial aufgebaut. „Sollten die Marktteilnehmer ihren hohen Risikoappetit beibehalten und zum Beispiel die Aktienmärkte ihren Höhenflug fortsetzen, könnte es zu Gewinnmitnahmen kommen“, heißt es in einer aktuellen Analyse.


Obschon das Edelmetall noch weit von seinen Höchstständen bei 1.900 US-Dollar je Feinunze entfernt notiert, könnte dieses Jahr eine Konsolidierung erfolgen. Grund ist der Zinsstraffungskurs der US-Notenbank Fed. Die Mitglieder im Offenmarktausschuss sprachen sich im Dezember mehrheitlich für eine Fortsetzung der graduellen Zinserhöhungen aus. Ihrer Einschätzung nach sollte der sich einengende Arbeitsmarkt einen steigenden Lohndruck hervorrufen, was sich auf mittlere Sicht in einer höheren Inflation niederschlagen sollte. In der Theorie wirken sich höhere Zinsen negativ auf den Goldpreis aus. In der Vergangenheit haben Zinserhöhungen aber nicht per se den Goldpreis belastet. Aus Sicht der Commerzbank sprechen auch die niedrigen Realzinsen für stabile Notierungen.


Palladiumpreis kennt scheinbar keine Obergrenze

Palladium_1Der Preis für Palladium ist Anfang Januar 2018 auf ein Allzeithoch gesprungen. Am Donnerstag vergangener Woche kostete die Feinunze mit 1.108 US-Dollar so viel wie niemals zuvor. Als Hauptgrund für den Preisanstieg gilt die starke Nachfrage nach Benzinmotoren und damit Abgaskatalysatoren, in denen Palladium verwendet wird.


Nach Einschätzung der Commerzbank hat vor allem der Diesel-Abgasskandal zum Höhenflug des Palladiumpreises beigetragen. Angetrieben werde der Preis wohl weiterhin von Sorgen über fortgesetzte Knappheit und ein weiteres Angebotsdefizit, heißt es in einer Studie der Bank.


Auch wenn alle Edelmetallpreise, unterstützt durch den schwächeren Dollar, zuletzt weiter gestiegen seien, bleibe Palladium das Edelmetall der Stunde, so die Analysten weiter. Der Palladium-Preis sei schon zuvor deutlich nach oben gegangen. Von seinem langjährigen Tief im Januar 2016 her habe sich der Preis für Palladium nun mehr als verdoppelt.


Unterstützt wird die Preisentwicklung laut Commerzbank zudem von spekulativen Finanzinvestoren, deren Netto-Long-Positionen für die Wette auf steigende Preise fast auf einem Rekordhoch lägen. Der weitere Verlauf leibt dennoch abzuwarten. Abflüsse aus Palladium-ETFs spielten hingegen keine Rolle.


Quelle: Vontobel, eigene Recherche



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