Kolumnist: Bernd Raschkowski

Gold: Unterstützung hat mustergültig gehalten




10.10.17 11:16
Bernd Raschkowski

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Der Goldpreis hat zuletzt vier Mal hintereinander einen Verlust auf Wochenbasis hinnehmen müssen. Nach der Aufwärtsbewegung im Juli und August kam das Edelmetall damit auf eine wichtige Chartmarke zurück. Investoren stellen sich nun die Frage wo die Reise für den glänzenden Rohstoff hingeht. Die Charttechnik liefert wie immer wertvolle Hinweise - es ergibt sich derzeit eine interessante Konstellation.


Rücksetzer auf das Unterstützungsniveau

Rein charttechnisch betrachtet befindet sich Gold seit circa einem Monat in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Dieser brachte das Edelmetall von seinem Verlaufshoch im September bei rund 1.350 Dollar im Tief bis auf 1.260 Dollar zurück. Gold vollzog damit eine gesunde Konsolidierung nach dem vorherigen Anstieg.


In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Edelmetalls seit Anfang 2017 dargestellt (in US-Dollar je Feinunze, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):


 



 


Wichtig ist, dass die Unterstützung bei 1.250 Dollar gehalten hat. Bisher kann die Entwicklung der vergangenen Wochen als klassisch bezeichnet werden – Gold drehte exakt kurz vor dem Erreichen der beschriebenen Linie wieder nach Norden und bestätigte damit das bestehende Szenario.


Langfristiger Aufwärtstrend intakt

Blättert man die Zeiteinheit etwas weiter zurück, so relativiert sich die kleine Abwärtsbewegung der vergangenen vier Wochen. Man erkennt in der langfristigen Ansicht schnell, dass Gold seit vielen Monaten in einem Aufwärtstrend notiert. Dieser langfristige Aufwärtstrend, der im Oktober 2015 begann, führt das Edelmetall konstant nach oben.


Die langfristige, positive Trendphase ist demnach trotz des kurzfristigen Abwärtstrends immer noch intakt. Steigende Notierungen sind wahrscheinlich. Erst ein Rutsch unter die Chartlinie bei 1.243 Dollar würde die technische Situation des Edelmetalls eintrüben (siehe Abbildung).


Rücken geopolitische Krisen wieder in den Fokus?

Mit Blick auf die Auseinandersetzungen mit Nordkorea und den Spannungen im Nahen Osten war der Goldpreis in den letzten Monaten generell gestiegen. Seit Jahresbeginn legte der Goldpreis um rund 150 Dollar zu. Aktuell kostet die Feinunze 1.286 US-Dollar.


Kommt es zu verschärften geopolitischen Auseinandersetzungen, so ist ein erneuter Anstieg des Goldpreises obligatorisch. Vor diesem Hintergrund kann es derzeit nicht schaden, mit Gold eine Art Versicherung im Depot zu haben. Übergeordnet ist das seit Jahresbeginn etablierte Szenario ohnehin intakt. Als mittelfristiges Kursziel gilt zunächst der Widerstandsbereich bei 1.350 Dollar.


Freundliche Grüße aus Köln


Bernd Raschkowski


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