Kolumnist: Bernd Raschkowski

Gold nach Corona-Einbruch mit neuem Jahreshoch




08.05.20 16:23
Bernd Raschkowski

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die ersten Monate des laufenden Jahres können an der Börse durchaus als Turbulenz bezeichnet werden. Starke Schwankungen gab es nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch unter den Rohstoffen. Selbst die krisen-erprobten Edelmetalle verzeichneten eine hohe Volatilität. Dennoch: Gold notiert momentan in der Nähe des Jahreshochs und gehört damit zu den Gewinnern der Corona-Krise.


Unter starken Schwankungen nach Norden


Während der Corona-Crash-Phase im März verzeichnete Gold zunächst eine massive Talfahrt (Rohstoffnews berichtete). Dies ist erstaunlich, schließlich gilt Gold doch immer als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten. Aber natürlich werden in Phase, in denen die Panik reagiert, ganze Depots zum Verkauf gestellt – darunter leidet natürlich auch das Gold. Zudem sorgten die Liquiditätsanforderungen der Banken kurzfristig für Verkaufsdruck unter den Edelmetallen (Margin Calls).


Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch wieder eindrucksvoll gewendet. Gold erholte sich sehr schnell und dynamisch von der zwischenzeitlichen Talfahrt. Das Edelmetall kletterte im April auf neue Jahreshochs. Im Euro gerechnet markierte der Rohstoff sogar ein neues Allzeithoch.


Die Notenbanken geben Rückenwind


Die neue Aufwärtsbewegung liegt unter anderem in den extremen Maßnahmen der internationalen Notenbanken begründet. Die geldpolitischen Lockerungseinheiten fluten die Märkte rund um den Globus mit Geld. Dies soll die Wirtschaft unterstützen. Wie erfolgreich solche Maßnahmen sind, muss zunächst abgewartet werden. Schon vor der Corona-Krise waren die expansiven Maßnahmen in hohem Maße vorhanden, brachten aber nicht den gewünschten Effekt.


Eines aber ist sicher: Gold profitiert von der Öffnung der Geldschleusen. Zum einen sinken die Opportunitätskosten des Edelmetalls im Vergleich zu anderen Anlagen. Zum anderen wird die inflationäre Tendenz durch die expansive Geldpolitik verstärkt, was Gold als Stabilitätsanker noch attraktiver werden lässt. Bislang ist nicht abzusehen, dass die Notenbanken die Maßnahmen irgendwann zurücknehmen werden. Im Gegenteil, weitere expansive Geldgeschenke sind möglich.


Charttechnik: Kurzfristige Konsolidierung möglich


Aktuell kostet eine Feinunze Gold rund 1.718 US-Dollar je Feinunze. Im April wurde das Hoch bei 1.747 Dollar markiert.


In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Goldes seit September 2018 dargestellt (in US-Dollar je Feinunze, Candlestick-Chart, eine Kerze entspricht einem Tag):


 



 


In der obigen Abbildung ist der langfristige Aufwärtstrend des Edelmetalls eindrucksvoll zu sehen. Trotz verschiedener Korrekturphasen kletterte Gold im Großen und Ganzen beständig nach oben.


Apropos Korrekturphase: Nach dem jüngsten Anstieg ist auch jetzt wieder eine ausgedehnte Konsolidierung des Edelmetalls möglich. Dies wäre nur gesund und völlig normal. In den letzten Tagen kam der Rohstoff bereits um 30 Dollar zurück. Über die Sommermonate könnte diese Tendenz anhalten.


Wichtig ist allerdings, den übergeordneten Trend im Blick zu behalten. Der langfristige Aufwärtstrend ist vollkommen intakt, weshalb deutliche Rücksetzer zum Einstieg genutzt werden können. Mittelfristig dürfte Gold aufwärts tendieren, schließlich profitiert das Edelmetall generell von der massiven Unsicherheit rund um den Globus sowie von den steigenden Schuldenbergen der Staaten.


Freundliche Grüße aus Köln


Ihr



Bernd Raschkowski
Chefredakteur
www.rohstoff-und-devisen-news.de



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