Kolumnist: Feingold-Research

Globaler Bullenmarkt weiter intakt




06.10.17 12:40
Feingold-Research

Politische Unsicherheiten, wie die Nordkorea-Krise und eine unsichere politische Lage nach der Bundestagswahl, konnten die Märkte in letzter Zeit nicht aus der Ruhe bringen. Auf den amerikanischen Märkten führten unter anderem neue Hoffnungen und Entwicklungen zu Trumps Steuerreform zu weiteren Kursanstiegen. Auch die Aussicht auf eine Normalisierung der Geldpolitik der Zentralbanken, scheint den Anlegern kein Dorn im Auge zu sein. Positive Konjunkturdaten beeinflussen die Märkte und trotz konjunkturellen Aufschwungs, bleibt ein Anziehen des Inflationstrends bisher aus.


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Nachfolgend stellen wir Ihnen die Einschätzungen der Merck – Analysten vor.


“Während US- und weltweite Indizes wie auch heute Morgen der Dax ungeachtet globaler Risiken neue Höchststände markieren, deuten viele Konjunkturdaten auf starke Wachstumstrends nicht nur im Euroraum, sondern auch weltweit hin. „Sie stützten den Optimismus, von dem der globale Ausblick geprägt ist. Bei Aktien sprechen die auf Basis anhaltend positiver Konjunkturdaten wohl weiter anziehenden Gewinntrends trotz der Rekordstände weiterhin für unsere Übergewichtung dieser Anlageklasse“, gibt sich Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, optimistisch. Insgesamt sei es beachtlich, wie stabil die Finanzmärkte trotz der Unsicherheit hinsichtlich der Zentralbank- und Weltpolitik geworden sind.


Fokus der Märkte auf Zentralbanken

EZB_Notenbank_BörseDerzeit liegt der Fokus der Märkte auf den Zentralbanken. Nachdem die Bank of England signalisiert hatte, eine baldige Zinsanhebung sei wahrscheinlicher geworden, machte die Fed deutlich, sie lasse sich nicht von ihrer geldpolitischen Normalisierung abbringen.


Obwohl der konjunkturelle Aufschwung in der Eurozone weiter anhält und an Breite gewinnt, bleibt ein größeres Anziehen des Inflationstrends nach wie vor aus – auch weltweit. Die EZB hat ihre Inflationsprognosen für 2018 auf 1,2 Prozent und für 2019 auf 1,5 Prozent gesenkt.


Die derzeit starke Konjunkturdynamik, vor allem im Euroraum und in Japan, aber auch in den USA, dürfte den langsamen, aber stetigen Fortschritt in Richtung einer geldpolitischen Normalisierung in vielen Ländern weiter stützen. „Der mit Abstand wichtigste Termin im Oktober dürfte der 26. sein. Auf der Sitzung der EZB wird eine Entscheidung erwartet, wie schnell sie 2018 ihre Anleihekäufe und damit die geldpolitische Unterstützung zurückfahren wird“, so Greil.


Aktien: globaler struktureller Bullenmarkt 

Der globale strukturelle Bullenmarkt bleibt laut dem Chefstrategen trotz manch schwieriger Entwicklung in der Welt intakt. Aufgrund der von Notenbankseite gut kommunizierten geldpolitischen Normalisierung und sich weiter verbessernder wirtschaftlicher Trends bleibt Merck Finck trotz teils hoher Bewertungen in Aktien weiterhin übergewichtet. „Die makroökonomischen Daten lassen mit steigenden Margen ein weltweit weiteres Gewinnwachstum erwarten“, begründet dies Greil.


Die geldpolitische Normalisierung dürfte die Anleihenrenditen von ihren noch niedrigen Niveaus Schritt für Schritt nach oben treiben. Bei noch niedriger Inflation sind positive Konjunkturtrends und restriktivere geldpolitische Maßnahmen Faktoren, die die Zinsen nach oben ziehen. Merck Finck bleibt in Anleihen untergewichtet und empfiehlt kurze bis maximal mittlere Laufzeiten.


Währungen: mittelfristig weiteres Anziehen des Euro 

Börse_EZB_Euro_2Die wichtigste Entwicklung seit April war der Aufschwung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Kurzfristig wird der Schritt der Fed zur Normalisierung der Geldpolitik den Dollar stützen. „Mittelfristig deuten konjunkturelle, politische und technische Faktoren auf ein weiteres Anziehen des Euro hin“, sagt Greil. Daher habe Merck Finck die Prognosespanne für die nächsten sechs Monate um fünf Cent auf 1,10 bis 1,25 Dollar je Euro angehoben.


Auch auf der Rohstoffseite gab es einige Anhebungen der Preisspannen: bei Kupfer auf 6.000 bis 7.500 US-Dollar je Tonne, bei Öl der Sorte Brent auf 45 bis 60 US-Dollar und bei Gold auf 1.200 bis 1.400 US-Dollar je Feinunze.”


Quelle: Merck Finck, eigene Recherche



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