Kolumnist: Sven Weisenhaus

Geldmenge steigt um 1.314% !!! - Wird der Goldpreis wieder explodieren?




03.01.12 06:58
Sven Weisenhaus

Vielfach wird behauptet, die Entwicklung der Geldmenge hätte einen erheblichen Einfluss auf die Inflation und auch auf den Goldpreis. Dies ist auch der häufigste Grund, der genannt wird, um die steigenden Goldnotierungen zu erklären und auch wieder steigende Goldpreise zu prognostizieren.


 


Geldmenge steigt um 1.314% !!!


 


So hatte ich erfahren, dass die amerikanische Geldmenge M2 zwischen 1970 und 2008 um 1.314% gestiegen ist. Von 624 Mrd. Dollar auf 8,2 Billionen Dollar.


 


Wow, na das sind natürlich beeindruckende Zahlen. 1.314% Geldmengenzuwachs. Da muss der Goldpreis ja logischerweise explodieren und die Inflation entsprechend ausufern – oder?! Oder vielleicht doch nicht?! Schon Anfang Dezember hatte ich diese Frage für meine Leser im kostenlosen E-Mail-Newsletter WAVE DAILY geklärt.


 


Keine Frage, dass man entsprechenden Empfehlungen gerne folgt, wenn man solche Zahlen hört oder liest. Und da ist Gold eben derzeit am populärsten. Keiner fragt allerdings, ob die GOLDmenge nicht vielleicht auch in ähnlicher Höhe gestiegen ist. Man geht einfach davon aus, dass dies nicht der Fall ist.


 


Geldmenge steigt “nur“ um 7,1% !


 


Ein Anstieg um 1.314% klingt natürlich gigantisch. Auf die Laufzeit von 38 Jahren bezogen ist dies jedoch nur ein Zuwachs von 7,1% pro Jahr. Klingt schon anders, oder?


 


Jährlich werden auf der Welt 2.500 Tonnen Gold gefördert. Weltweit gibt es derzeit 155.000 Tonnen. Ein jährliches Wachstum also um ca. 1,7 %. Da schrumpft die Differenz zwischen GELD- und GOLDmengenwachstum auf schon nur noch 5,4%. Der Goldpreis dürfte also um jährlich 5,4% zulegen, um die Differenz zwischen Geld- und Goldmengensteigerung auszugleichen. Gold hat aber in den vergangenen 10 Jahren deutlich mehr zugelegt und das Tempo permanent gesteigert. OK, ich gebe zu: das Geldmengenwachstum allerdings auch.


 


Mit reißerischen Zahlen erweckt man leicht einen überzogenen Eindruck


 


Mit extrem reißerischen Zahlen kann man natürlich einen entsprechenden Eindruck erwecken. Mich stört einfach, dass viele sich nicht die Mühe machen, so etwas zu hinterfragen, denn näher betrachtet verbirgt sich dahinter meist ein harmloser Sachverhalt.


 


Zwischen Geld und Inflation gibt es einen Zusammenhang


 


In den Medien wird immer behauptet, seit einiger Zeit würden die Märkte mit Liquidität überschwemmt und "Geld gedruckt". Das verleitet natürlich zu der Annahme, die Inflation müsse irgendwann stark ansteigen. Und im Prinzip ist dieser Zusammenhang auch durchaus richtig und logisch. Denn zwischen vorhandenem Geld und Inflation gibt es einen Zusammenhang.


 


Beachten Sie jedoch alle Elemente der Gleichung!


 


Wichtig in dieser Gleichung (in der VWL auch als Quantitätsgleichung bekannt) ist jedoch auch die Geldumlaufgeschwindigkeit. Denn wenn Banken, Unternehmen und Konsumenten ihre Liquidität bzw. das Geld horten, kann die Geldmenge steigen, ohne Inflationsdruck zu erzeugen. Denn Preise können nur steigen, wenn auch mehr Nachfrage erzeugt wird. Doch das Geld fließt nicht sondern bleibt in den Händen der Empfänger. Genau diesen Effekt sehen wir derzeit an den Märkten.


 


Sie sehen also, dass selbst ein Geldmengenanstieg von 1.314% nicht zwingend zu einer Hyperinflation führen muss und ebenso den zuletzt übertriebenen Goldpreisanstieg nicht begründet. Natürlich sind steigende Goldpreise gerechtfertigt, verstehen Sie mich da nicht falsch – allerdings nicht in dem aktuellen Ausmaß.


 


Wave Daily liefert die nötigen Hintergrundinformationen


 


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So hoffe ich, dass Sie mit dem Wave Daily Hintergrundinformationen erhalten, die Ihnen helfen, viele reißerische Schlagzeilen und Medienberichte besser einordnen zu können. Vor Gold warne ich meine Leser übrigens schon seit vielen Wochen und damit seit dem Höhepunkt des Hypes. Viele dürften daher vor den aktuellen Kursverlusten in Gold und Silber frühzeitig gewarnt gewesen sein.


 


 


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Ich wünsche Ihnen auch im neuen Jahr 2012 gute Gewinne


Sven Weisenhaus


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