Kolumnist: Feingold-Research

Finanzmärkte hoffen auf stabilisierenden Effekt der Bundestagswahl




09.09.17 08:23
Feingold-Research

Der DAX überspringt nach einer guten Handelswoche zum ersten Mal seit 5 Wochen wieder die Marke von 12.300 Punkten. In unserer Produktauswahl finden interessierte Anleger frisch ausgewählte Discount Calls, – HW4ER1HW4ER2HW4ER3HW4ERR -, mit denen Anleger sowohl von einer Seitwärtsbewegung als auch von einer weiteren Steigerung profitieren können. In den Fokus der Anleger und Investoren rückt zunehmend auch die anstehende Bundestagswahl. Auch wenn Beobachter mit keinen großen Überraschungen rechnen, werfen wir einen Blick auf die Analyse Carsten Mumm für die Börse München zu den möglichen Auswirkungen für die Kapitalmärkte. 


Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Langsam wird die Wahl auch ein bedeutenderes Thema in Öffentlichkeit und Medien. Demgegenüber hatten sich Börsianer mit den Präsidentschaftswahlen in den USA und der Brexit-Abstimmung im letzten Jahr oder den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich im ersten Halbjahr 2017 schon Monate zuvor intensiv beschäftigt. Woran liegt das? Und was bedeutet die anstehende Wahl für Kapitalanleger?


Zweifellos ist der Urnengang für deutsche Bürgerinnen und Bürger von großer Bedeutung. Anders sieht es jedoch für Anleger aus. Die Bundestagswahl dürfte sich auf die Börsen kaum bzw. nur segmentspezifisch und auf längere Sicht auswirken. Es geht zwar für einzelne Interessengruppen um entscheidende Weichenstellungen. Allerdings ist keine deutliche Kehrtwende in der bundesdeutschen Politik oder gar ein Infragestellen des Euro-Währungsraums zu befürchten. Aus Sicht eines Anlegers mit einem globalen Anlagehorizont, werden sich daher keine sofortigen Handlungsnotwendigkeiten ergeben.


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Wichtigere Treiber der Börsen werden auch in den kommenden Monaten die politische Stabilität Europas und der USA sowie geopolitische Aspekte sein. Darüber hinaus blicken die Marktteilnehmer im Zusammenhang mit der geldpolitischen Ausrichtung der großen Notenbanken auf die Entwicklung der Inflation und die (globale) konjunkturelle Dynamik. Beispielsweise sind die Löhne einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Inflation. Auf die Konjunktur wiederum wirken Konsum, Exporte und Investitionen sowie im weiteren Sinne Demografie und Bildung.


Lesen Sie auch: Euro-Rally senkt Handlungsspielraum der EZB 


Wahlprogramme teilweise mit konträren Aspekten

Eine Analyse der Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP zeigt jedoch, dass diese Aspekte nur teilweise und oftmals ungenau von den Parteien adressiert werden. Es gibt sogar einzelne Konsensvorhaben. So wollen alle die unteren Einkommen entlasten, Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur vorantreiben sowie die Bürokratie abbauen. Einzig die Mittel zur Erreichung dieser Ziele divergieren teilweise.


Grundsätzlich stehen die genannten Parteien zu einem geeinten Europa mit einer stärker abgestimmten Außen-, Sicherheits- und teilweise Wirtschaftspolitik. Auch der Euro steht nicht in Frage, wenngleich die FDP auf ein stärkeres Einfordern von Reformen und Sparanstrengungen der Peripherie-Staaten pocht. Von SPD und Grünen hingegen kann eher ein Entgegenkommen für die kriselnden Euro-Teilnehmer erwartet werden.


Insbesondere Grüne und FDP stehen sich jedoch in einigen Punkten auch konträr gegenüber. So plädieren die Liberalen für eine sofortige Abschaffung des Solidaritätszuschlages, während die Grünen diesen behalten wollen. CDU/CSU und FDP positionieren sich gegen eine Reichensteuer, SPD und Grüne sind dafür. Zudem fordern sie einen steigenden Spitzensteuersatz, während die Parteien Merkels und Lindners auch höhere Einkommen entlasten wollen. Die FDP wiederum plädiert für ein sofortiges Ende der EZB-Niedrigzinspolitik, was allerdings in keiner Weise im direkten Einflussbereich einer Bundesregierung liegt.


Der Forderung der Grünen nach einem Produktionsstopp für Verbrennungsmotoren ab 2030 steht das Bekenntnis Horst Seehofers und die Einschätzung Angela Merkels gegenüber, dass es selbst den Diesel-Motor noch jahrelang geben wird. Da wir eine Regierungsbeteiligung der Linken und der AFD für unwahrscheinlich halten, haben wir deren Positionen an dieser Stelle nicht genauer benannt.


Die anstehenden Koalitionsverhandlungen könnten also anspruchsvoll werden. Je nach möglicher Regierungskonstellation dürften allerdings auch einzelne vorab programmatisch fest abgesteckte Zielsetzungen im Zuge einer Konsensfindung aufgeweicht werden. Insofern bleibt abzuwarten, wer sich am Ende an einen Tisch setzt und welche Rückendeckung die Verhandlungspartner durch die Wahlergebnisse auf ihrer Seite wissen.


Bundeskanzlerin Angela Merkel und Große Koalition wahrscheinlich

Aktuelle Umfragen lassen erwarten, dass Angela Merkel mit einem Stimmanteil von ca. 38% – 40% für die CDU/CSU die alte und neue Bundeskanzlerin sein wird. Die amtierende Regierungschefin nutzt ihren Amtsbonus und zeigt sich beispielsweise als Treiberin der – neu entdeckten – europäischen Einigung. Einzig die hohen Anteile an Nichtwählern (voraussichtlich knapp 30%) und noch Unentschlossenen (knapp 50% inkl. Nichtwählern) könnten für überraschende Verschiebungen der absoluten Prozentwerte sorgen.


Angesichts des scheinbar uneinholbaren Vorsprungs Merkels besteht zudem die Möglichkeit, dass einige potenzielle CDU-Wähler ihre Stimme doch nicht abgeben und sich dadurch für die Kanzlerin ein schlechteres Ergebnis als erwartet ergibt. Die klare Nummer zwei wird die SPD mit aktuell ca. 22% – 24% sein. Darauf folgen die vier kleineren Parteien mit Stimmenanteilen von aktuell zwischen 7% und 10%.


Sollte die Wahl in etwa gemäß dieser Umfragewert ausgehen, hätte SchwarzGelb keine Mehrheit. Da die inhaltlichen Hürden für eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene sehr hoch erscheinen, deutet einiges auf eine Neuauflage der Großen Koalition (GroKo) hin. Dafür spricht auch, dass Umfragen recht hohe Zustimmungswerte für die Regierungsarbeit der letzten 4 Jahre aufzeigen. Die derzeit dynamische konjunkturelle Entwicklung Deutschlands unterstützt ebenfalls die amtierende Regierung. Anders als in vielen internationalen Wahlen der vergangenen 12 Monate herrscht in Deutschland derzeit eben keine Wechselstimmung.


Da die Börsen vor allem von Unsicherheit – z.B. über den zukünftigen Kurs einer neuen Regierungskoalition – belastet werden würden, sollte eine absehbare GroKo die Aktienmärkte tendenziell stützen. Aufgrund der guten Haushaltssituation und der versprochenen Investitionen würden staatliche Impulse die ökonomische Entwicklung weiter untermauern. Das Bekenntnis von SPD und CDU/CSU zu Europa dürfte für eine weitere Unterstützung der Euroland-Peripherie sorgen. Vor dem Hintergrund der im Frühjahr anstehenden Parlamentswahlen in Italien wäre dies ein wichtiger stabilisierender Aspekt. Eine schwarzgelbe Koalition wäre naturgemäß ebenfalls positiv für die Börsen. Aufgrund der FDP-Forderungen nach einem härteren Kurs gegenüber den schwächelnden Eurostaaten, könnten die Risikoprämien hier kurzfristig jedoch eher steigen.


Quelle: Börse München / eigene Recherche



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