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Europäische Aktienmärkte setzen ihre Talfahrt fort




04.06.18 18:17
aktiencheck.de

Hannover (aktiencheck.de) - Erneut waren vor allem politische Ereignisse dafür verantwortlich, dass die wichtigsten europäischen Aktienindices in der vergangenen Woche ihre Talfahrt fortsetzten, so die Analysten der NORD LB.

In Italien hätten sich Populisten und Rechte nun doch noch zu einer Regierungsbildung zusammengerauft und damit zumindest die politische Unsicherheit beendet, die Neuwahlen mit sich gebracht hätten. Die Ausgabenpläne der neuen Regierung würden aber die völlige Abkehr von den EU-Stabilitätsregeln bedeuten, was angesichts der ohnehin schon hohen Verschuldung des Landes kein gutes Vorzeichen sei. Auf Neuwahlen steuere dagegen Spanien zu, nachdem der Sozialist Sanchez mit einer Minderheitsregierung den bisherigen konservativen Amtsinhaber Rajoy abgelöst habe.

Die politischen Turbulenzen hätten den Euro gegenüber dem US-Dollar zeitweise auf den tiefsten Stand seit Herbst 2017 gedrückt. Innerhalb von dreieinhalb Monaten habe die Gemeinschaftswährung somit rund 7% eingebüßt, ohne dass dabei zuletzt aber Erleichterung bei der Exportwirtschaft zu spüren gewesen sei. Gedämpft worden sei hier die Stimmung durch die mittlerweile in Kraft getretenen Strafzölle der USA für Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa. Trotz intensiver Verhandlungen würden die USA unter Präsident Trump also an ihrem protektionistischen Kurs festhalten. Die Androhung der EU-Kommission, ihrerseits Zölle auf bestimmte US-Waren einzuführen, und die nun nicht auszuschließende Möglichkeit, dass die USA auch europäische Autoimporte mit höheren Zöllen belegen würden, würden für den weltweiten Handel nichts Gutes erwarten lassen.

In diesem Umfeld dürfe seitens der Notenbanken mit einem ausgesprochen behutsamen Vorgehen gerechnet werden. Dennoch sei davon auszugehen, dass die US-Notenbanker auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche die Leitzinsen weiter anheben würden. Und von der EZB, die ebenfalls in der nächsten Woche über ihr künftiges geldpolitisches Vorgehen berate, sei eine Bestätigung des langfristig angelegten Pfades zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik für die Eurozone zu erwarten, wobei im Anschluss an die Sitzung am kommenden Donnerstag möglicherweise erste Details dazu bekannt gegeben würden. Eine schnelle Erholung der Aktienkurse sei in dieser Gemengelage recht unwahrscheinlich. Die Analysten der NORD LB würden vielmehr zunächst von einer volatilen Seitwärtsbewegung der wichtigsten Indices ausgehen. (04.06.2018/ac/a/m)







 
 
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