Kolumnist: Feingold-Research

Euro – was nun?




01.08.17 14:13
Feingold-Research

In den USA geht das Schauspiel um die Trump-Administration weiter. Eigentlich dürfte dies niemanden überraschen. Trump bleibt sich treu und viele Stolpersteine, die eine Gesundheits- oder Steuerreform behindern waren von Anfang an abzusehen. An den Devisenmärkten hatte man jedoch recht deutlich auf Erfolge der Trump-Regierung gesetzt. Der US-Präsident drückt den Dollar in den Keller. Dies hatten wir so nicht erwartet. Wir rechnen jedoch weiter mit einem Ende der Euro-Rally. Hierzu empfehlen wir die Discount-Puts PR4S6W und PR4S68.

Der Euro könnte bei diesen Scheinen das Niveau um 1,17-1,18 sogar halten, damit die Rendite bezahlt wird. Franz-Georg wird sich ab 19.00 Uhr auch mit den Devisenmärkten beschäftigen. Hier gehts zur Anmeldung. Wir stellen die Einschätzung der Commerzbank-Analysten vor:


USD: Der neue Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, greift hart durch: Nach nur 10 Tagen im Amt muss der vor allem durch verbale Ausfälle in Erscheinung getretene Kommunikationschef Anthony „The Mooch“ Scaramucci die Koffer packen. Das Weiße Haus bemüht sich um einen Neuanfang: „No WH Chaos“, lässt US Präsident Donald Trump via Twitter wissen. Für den US-Dollar ist vor allem entscheidend, dass sich der Neuanfang auch auf die politische Agenda erstreckt. Nach dem Scheitern der Gesundheitsreform konzentrierte Kelly seine erste Kabinettsitzung am Montag auf die ebenfalls noch ausstehende Steuerreform. Bis zum Labor Day am 1. September soll ein Gesetzentwurf stehen, der im Oktober im Repräsentantenhaus und im November im Senat verabschiedet werden kann. Den Markt überzeugt diese neue Professionalität noch wenig.


Angesichts der anhaltenden Zerstrittenheit der verschiedenen Flügel der Republikaner, wird es schwierig, eine Mehrheit für eine umfangreiche Reform zu finden, selbst wenn man mithilfe eines für September oder Oktober geplanten Haushaltsbeschlusses die Steuerreform ohne die Hilfe der Demokraten beschließen könnte. Bisher ist nur bekannt, dass ein für den USD sehr relevanter „Border Tax Adjustment“, also ein steuerlicher Grenzausgleich, nicht länger verhandelt wird, womit jedoch unklar ist, wie geplante Steuersenkungen finanziert werden können.


Das ganze Drama und die Verwicklungen in Washington errinert an das Drehbuch einer Seifenoper. Viele Fragen sind offen und der Markt ist noch nicht überzeugt, dass dem Neuanfang im Weißen Haus auch endlich wirtschaftspolitische Erfolge folgen werden. Der USD hatte dem EUR-USD-Anstieg bis auf 1,1846 am Montag auf jeden Fall nichts entgegenzusetzen. Und auch die Daten am Dienstag versprechen erst einmal nichts Gutes. Nach dem leicht enttäuschenden Chicago Einkaufsmanagerindex von gestern, dürfte auch der ISM-Index schwächeln. Und bereits vorher dürfte der PCE-Deflator jedem Marktteilnehmer in Erinnerung rufen, dass die Inflation das Fed-Ziel noch immer unterschießt und damit von Seiten der Geldpolitik zumindest vorerst auch keine Unterstützung zu erwarten ist. Vor allem, da die Geldpolitik nicht unabhängig von der Fiskalpolitik zu sehen ist. Fed-Vize Stanley Fischer hat noch einmal den Finger in die Wunde gelegt: „Unsicherheit über die Regierungspolitik in den Bereichen Gesundheitswesen, Regulierung, Steuer und Handel“ könne die Investitionstätigkeit von Unternehmen belasten und damit das langfristige Zinsniveau drücken. Derzeit überwiegen für den USD noch die schlechten Zeiten.


AUD: Der AUD profitiert aktuell von einer guten Marktstimmung. Zu Unrecht, wie das Statement der australischen Zentralbank RBA zeigt. Die RBA ließ ihren Leitzins zwar wie erwartet unverändert, doch sie warnte scharf und überraschend explizit vor den Folgen des höheren AUD-USD-Wechselkurses. Die starke Währung trägt zum schwachen Preisdruck bei und belastet den Wachstums- und Arbeitsmarktausblick. Trotzdem handelt der AUD nach kurzen Verlusten nahezu unverändert, nachdem die RBA ansonsten ein erfreuliches Bild der Wirtschaft zeichnete und die Verbesserungen am Arbeitsmarkt nicht länger in Zweifel zu ziehen scheint. Natürlich handelt auch AUD-USD nur aufgrund der ausgeprägten USD-Schwäche seit Jahresanfang auf Niveaus bei 0,80. Trotzdem tut der Devisenmarkt meiner Meinung nach nicht gut daran, die Warnung der RBA mit Blick auf die Währung in den Wind zu schießen. Eine weitere Aufwertung könnte die Prognosen der RBA wieder eintrüben und dann könnte auch eine weitere Zinssenkung wieder ein Thema werden. Die Luft nach oben wird immer dünner in AUD-USD.


Quelle: Commerzbank, eigene Recherche



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