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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Erklären Sie mich für irre - die Regierung macht einen guten Job!




07.02.12 12:52
Sven Weisenhaus

Es gehört in Deutschland ja quasi zum guten Ton, über die amtierenden Politiker zu schimpfen. Natürlich ist die Bundesregierung zu nichts in der Lage und eigentlich ist alles, was von dort aus geregelt wird, irgendwie immer falsch. Der Karren wird also eigentlich permanent gegen die Wand gefahren so zumindest die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung.


 


Natürlich bin auch ich nicht mit allem einverstanden und habe oft genug eine andere Meinung oder aus meiner Sicht gar bessere Ideen. Ähnlich wie jeder Fußballbegeisterte ja auch der bessere Bundesligatrainer ist. Nun werden Sie mich vielleicht für irre halten, aber ich glaube tatsächlich, dass die Regierung, zumindest im Bezug auf die Bekämpfung der aktuellen Staatsschuldenkrise einen guten Job macht. Meinen Lesern habe ich im kostenlosen E-Mail-Newsletter Wave Daily auch genau erläutert, warum ich dies glaube:


 


Regierung macht einen guten Job


 


Aus meiner Sicht dürfte uns eine Eskalation der Lage in Europa, meinetwegen um einen Schlussstrich zu ziehen und neu anzufangen, deutlich härter treffen als die aktuellen (Rettungs-)Maßnahmen. Ein Ende des Euros und eine Rückkehr zur D-Mark ebenfalls.


 


Auch ein wildes Sparen würde die heimische Wirtschaft weiter belasten und die aktuell drohende Rezession nur noch deutlich verschärfen. In einigen Ländern, die bereits einem Sparzwang unterliegen, ist dies ja bereits der Fall. Womöglich würde es dann gar zu einer Deflation kommen, die sicher niemand haben will. Ein gemäßigtes Vorgehen, welches oft als zu zögerlich verurteilt wird, ist für mich die genau richtige Vorgehensweise, in einer so fragilen Lage.


 


Es gab schon immer Staatsverschuldung und es wird die immer geben


 


Für mich stellt sich die aktuelle Vorgehensweise so dar: Die Krise wird bekämpft, bis sie aus den Köpfen verschwunden ist. Ein Gewöhnungseffekt hat inzwischen schon längst begonnen. Die Märkte sind schon wieder deutlich angestiegen. Wenn die Märkte wieder Vertrauen geschöpft haben und es zu einem soliden Wirtschaftsaufschwung kommt, kann man immer noch die Schulden bekämpfen. Leider dürfte unseren Politikern dann die Motivation fehlen, weil ja der derzeit vorherrschende Handlungsdruck dann nicht mehr besteht. Aber wie schrieb ich an meine Leser im Wave Daily bereits: Es gab schon immer Staatsverschuldung und es wird die immer geben.


 


Euro-Austritt als Lösung?


 


Es wird auch immer wieder heiß diskutiert, ob sich ein Austritt aus dem Euro für die betroffenen Länder (insbesondere Griechenland) lohnen könnte. Die Vorteile wären, dass diese Staaten wieder eine eigene Geldpolitik betreiben könnten, die die Interessen des jeweiligen Staates besser vertreten könnte.


 


So soll eine Abwertung der eigenen Währung die inländischen Produkte auf dem Exportmarkt wieder wettbewerbsfähig machen, da sie für das Ausland durch das Wechselkursverhältnis günstiger würden. Gleichzeitig würden sich ausländische Waren für die Inländer verteuern, was die Nachfrage nach Produkten auf dem Binnenmarkt ankurbeln würde. Die heimische Wirtschaft würde also angekurbelt, weil mehr inländische Produkte nachgefragt werden.


 


So zumindest die Theorie. Die Praxis sieht allerdings, wie Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, meist anders aus.


 


Abwertung der Währung führt zu Inflation


 


Mit einer Abwertung der eigenen Währung würde man nämlich die Inflation im eigenen Land befeuern - logisch, wenn die ausländischen Waren für die eigene Bevölkerung teurer werden und man dann auf die ebenso teuren heimischen Produkte ausweichen muss.


 


Ein  Beispiel hierfür ist Großbritannien. Dort wird mit der eigenen Währung Pfund bezahlt, die von Anfang 2007 bis Ende 2008 massiv gegenüber dem Euro abwertete. Bekam man Anfang 2007 für einen Euro nur 0,65 Britische Pfund, so waren es Ende 2008 bereits im Hoch 0,96 eine Abwertung des Pfund um fast 50 % in 2 Jahren. Die Inflation stieg dort auf 5,2 %.


 


In Island stieg die Inflation gar auf 12 % in 2009, obwohl die Krone um 51 % gegenüber dem Euro abwertete.


 


Wirkung eines Euro-Austritts


 


Hinzu kommen natürlich Nachteile, die allein durch den Euro-Austritt hervorgerufen werden. Natürlich würde die Unsicherheit in der eigenen Bevölkerung groß sein, was sich belastend auf den Konsum auswirken dürfte.


Ein Beispiel hierfür ist Ungarn, dessen Forint zwar um 27 % abwertete, aber der private Verbrauch gleichzeitig um 11 % einbrach und die Wirtschaft in 2009 um 6,3 % schrumpfte.


 


Und die ausländischen Kreditgeber dürften auf nicht absehbare Zeit verschreckt werden. Hohe Kreditzinsen wären die Folge. Zudem würden die bereits vorhandenen Auslandsschulden, die allein durch einen Euro-Austritt ja nicht einfach wegfallen, durch die Abwertung der eigenen Währung entsprechend ansteigen. Denn man muss ja die eigene Währung zur Tilgung der Schulden in die dann deutlich teurere Währung des Auslands tauschen, um dort die Schulden zu bezahlen.


 


Lösung ja, aber keine gute


 


Ein Euro-Austritt wäre also durchaus eine Lösung allerdings nicht für die austretenden, sondern nur für die verbleibenden Euro-Länder. Doch auch dort würde ein Austritt aus dem Euro eines Landes nicht ohne Wirkung bleiben. Denn auch hier würde ein Vertrauensverlust in die eigene Währung sicherlich nicht ohne Folgen bleiben.


 


Es macht also durchaus Sinn, sich für den Erhalt der Euro-Zone mit entsprechenden Mitteln einzusetzen. Die Bundesregierung geht bislang den genau richtigen Weg. Dies zeigt auch das Vertrauen der Märkte, welches an den aktuell extrem niedrigen Refinanzierungskosten der Bundesregierung ablesbar ist.


 


Wave Daily liefert die nötigen Hintergrundinformationen


 


Im kostenlosen E-Mail-Newsletter Wave Daily setze ich mich des öfteren mit solchen Themen auseinander und beleuchte die Hintergründe genauer. Davon können auch Sie als Leser profitieren, wenn Sie den Wave Daily abonnieren.


 


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Ich wünsche Ihnen gute Gewinne


Sven Weisenhaus

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