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Kolumnist: Sven Weisenhaus

Eine frühe Analyse für den kommenden Verfallstag




05.09.17 09:26
Sven Weisenhaus

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,


schon wieder beunruhigte Nordkorea durch einen Nukleartest die Märkte. Kein Wunder also, dass der DAX wieder in Richtung 12.000 Punkte abtaucht. Die Marke von 12.000 Punkten ist dabei auch für den Verfallstag am Freitag kommender Woche von besonderes Bedeutung. Dazu werfen wir heute schon einen ersten Blick auf die aktuelle Verfallstagsgrafik.


Scheidemarke ist gefährlich nah


Und in dieser sehen Sie auch den Grund dafür, warum die 12.000er Marke so wichtig ist. Genau an diesem Punkt befindet sich nämlich die größte Put-Position (rot) des aktuellen Kursbereichs. Zudem gibt es unterhalb dieser Marke fast keine Call-Positionen (blau) mehr, die bei einem Kursrückgang aus dem Geld laufen. Anders sieht es bei den Puts aus. Diese vergrößern sich sogar noch weiter. So liegt die derzeit zweitgrößte Put-Position des September-Kontrakts bei 11.500 Punkten.


Verfallstagsdiagramm DAX September 2017


(Quelle: Eurex und https://www.stockstreet.de/verfallstag-diagramm)


Auf der anderen Seite befindet sich die größte Call-Position im relevanten Kursbereich (und die zweitgrößte überhaupt) bei 13.000 Punkten. Damit liegen die Außengrenzen der aktuellen Range bei 11.500 und 13.000 Punkten. Es handelt sich also um eine äußerst breite Range, in der der DAX bis zum Verfallstag verlaufen kann. Je nach Entwicklung des DAX kann sich diese aber noch verkleinern, wenn die Positionen bei der 12.500er Marke zulegen und damit diese Marke zur neuen Obergrenze werden sollte.


Wahrscheinlich dürfte der DAX aber in einem engeren Bereich pendeln. Vor allem die 12.000er Marke stellt dabei einen psychologisch relevanten Widerstand und eine wichtige Scheidemarke dar.  Deswegen würde ein dynamischer und/oder nachhaltiger Rückfall unter eben jene Marke dazu führen, dass die Stillhalter zu Absicherungsmaßnahmen greifen müssen. Durch diese würde sich der Kursrückgang noch weiter verstärken und die Kurse auf ein Niveau von 11.500 Punkten herunter ziehen. Entsprechend motiviert sollten die Stillhalter deshalb sein, den DAX weiterhin über den 12.000 Punkten zu stabilisieren.


Breiter Zielbereich an der Oberseite Wir haben nach unten mit 12.00 Punkten also eine entscheidende Grenze für den Verfallstag gefunden. Nach oben hin gibt es aber einen relativ großen „Unschärfebereich“. Dort fangen die Call-Positionen erst ab 12.400/12.500 Punkten stärker ins Geld zu laufen, während kaum noch Put-Positionen verfallen. Entsprechend beginnt auch erst ab dieser Marke der Absicherungsbedarf für die Stillhalter für den Fall eines dynamischen und/oder nachhaltigen Ausbruchs darüber.

Deshalb haben die Stillhalter auch keinerlei Not in den Markt einzugreifen, solange der Kurs passabel unter 12.400/12.500 Punkten bleibt. Es ist also gut möglich, dass der Kurs bis zum Verfallstag einfach zwischen 12.000 und 12.400/12.500 Punkten seitwärts laufen wird.


Ein konkretes Ziel


Passenderweise liegt innerhalb dieser Seitwärtsbewegung sogar ein konkretes Ziel, welches bis zum Verfallstag angesteuert werden kann. Bei 12.200 Punkten befinden sich nämlich die größten Call- und Put-Positionen innerhalb der ermittelten Range. An dieser Stelle liegt zudem auch der minimale Wert im Max-Pain-Diagramm (siehe unterer Diagrammteil). Sollte der DAX also, während seiner Seitwärtsbewegung oberhalb von 12.000 Punkten bleiben, ist das eigentliche Ziel die 12.200er Marke.


Fazit


Zu Wochenbeginn sank der DAX gefährlich nah an die untere Grenze seines „Komfortbereichs“ zum Verfallstag am 15. September bei 12.000 Punkten. Es ist dennoch nicht unwahrscheinlich, dass der Kurs in einer Range bis 12.400/12.500 Punkte bleiben wird. Schließlich gibt es innerhalb dieser Seitwärtsbewegung mit der Marke von 12.200 Punkten sogar ein konkretes Ziel zum Verfallstag. Man darf hierbei jedoch nicht vergessen, dass sich die Verhältnisse am Markt bis zum Verfall durch heftigere Kursausschläge jederzeit ändern kann. Und das ganz besonders im Hinblick auf die Koreakrise und den Haushaltsstreit in den USA.


Mit besten Grüßen


Ihr Torsten Ewert


(Quelle: www.stockstreet.de)



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