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Kolumnist: Miningscout.de

EZB auf den Spuren der Fed – Digitaler Euro in Planung




15.09.20 09:48
Miningscout.de

Aktuelle Daten zum Sentiment belegen, die Stimmung unter den Investoren und Ökonomen für den Euro ist äußerst euphorisch, nachdem die Gemeinschaftswährung seit März von 1,08 US-Dollar auf 1,20 US-Dollar aufgewertet hat. Hier erreichte die europäische Gemeinschaftswährung nun ihren langfristigen Abwärtstrend, an dem die Europäische Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit stets intervenierte und eine Fortsetzung des übergeordneten Trends sicherstellte. Auch diesmal konnte man sich auf die EZB verlassen und deren Chefökonom Philip Lane ließ die Märkte vorletzte Woche wissen, dass die Höhe des Euro „relevant für ihre Geldpolitik“ sei. Die hauseigenen Ökonomen der EZB rechnen mit einem Wechselkurs von 1,09 Dollar in diesem und mit 1,08 US-Dollar im kommenden Jahr. Dies und die Verbalintervention von Lane sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die EZB mit aller Macht gegen eine weitere Aufwertung des Euro zum US-Dollar stemmen wird. Sollten die Notenbanker die Abwertung des Euro von nun an beschleunigen wollen, so wäre dies schlecht für Sparer im Euroraum, da deren Ersparnisse noch schneller als bisher an Kaufkraft verlieren werden. Goldbesitzer dürften sich hingegen über einen steigenden Goldpreis und den Erhalt ihrer Kaufkraft freuen.


Der Euro stieg seit dem Shutdown auf in der Spitze 1,20 US-Dollar an Verbalintervention gegen den Euro

Daher lag der Fokus des Marktes vergangene Woche auch auf der EZB-Ratssitzung am vergangenen Donnerstag, auf der EZB-Chefin Christine Lagarde wichtige Weichen für die weitere Reise der europäischen Gemeinschaftswährung stellte. Zu Beginn enttäuschte sie die Erwartung des Marktes und lieferte keine Verbalintervention zulasten des Euros, worauf der Euro kurzzeitig einen US-Cent auf 1,192 US-Dollar hinzugewinnen konnte. Dass der Leitzins angesichts des gigantischen Anleihekaufprogramms (PEPP) unverändert bei null Prozent belassen wurde, ist und bleibt vorerst eine selbstverständliche Randnotiz.


Die Fragen im Anschluss an Lagardes Rede hatten es jedoch in sich. Sie wurde dreimal zum Wechselkurs mit nahezu ähnlichen Fragen gebohrt, wobei ihre Aussagen von Mal zu Mal konkreter wurden. Der Wechselkurs hatte erst nicht auf ihre Stellungnahme reagiert. Lagarde wiederholte, dass die EZB zwar kein fixes Wechselkursverhältnis anstrebe, die Teuerung anhand des HVPI jedoch zu niedrig sei, was auch an dem starken Wechselkurs läge und man gewillt wäre alles zu tun, damit die Inflationsrate (Teuerung) deutlicher ansteigen würde. Letztlich drang die Botschaft einer Intervention beim dritten Mal durch, worauf der Euro fiel und sich der gesamte Tagesanstieg von einem US-Cent bis zum Handelsschluss wieder in Luft auflöste. Wir hatten auf diese Aussagen gewartet und die Gunst der Stunde genutzt, um eine Shortposition auf den Euro zum US-Dollar aufzubauen und somit die Kaufkraft unserer Investments abzusichern. Das nun kurzfristig bärische Szenario für den Euro bleibt bestehen, solange der Abwärtstrend intakt bleibt.


EZB wird das Inflationsziel anpassen

Sehr interessant waren zudem Lagardes Aussagen zur kürzlichen Änderung des Inflationsziels der US-Notenbank (Fed). Die Fed hatte das Ziel für den Anstieg des statistischen Warenkorbs (CPI-U) zur Berechnung des Kaufkraftverlustes von „höchstens“ auf „durchschnittlich“ zwei Prozent verändert. Während man früher bei einem zu starken Anstieg der amerikanischen Konsumentenpreise prozyklisch mit Zinsanhebungen reagierte, um die ungedeckte Kreditvergabe einzuschränken und die Währungsabwertung wieder zu verlangsamen, will man künftig durchschnittlich zwei Prozent Inflation anpeilen. Das Perfide daran ist, dass man die vergangene Entwicklung der Teuerung von unter zwei Prozent heranziehen will, um künftige Anstiege deutlich über zwei Prozent zu rechtfertigen. Dies bedeutet, dass man selbst dann, wenn die offiziell ausgewiesene Teuerungsrate bei fünf oder mehr Prozent liegen sollte, dies mit dem Verweis auf in der Vergangenheit niedrige Teuerungsraten und als kurzfristige Folge der Pandemiemaßnahmen rechtfertigen wird.


EZB-Chefin Lagarde bezeichnete am Donnerstag die Anpassung des geldpolitischen Inflationsziels der Fed als interessant und man werde auch im EZB-Rat schon sehr bald darüber diskutieren. Damit ist klar, dass auch die EZB diese Anpassungen in Bälde ankündigen und letztlich ebenso umsetzen wird, was weiteren Abwertungsdruck auf den Euro und Aufwertungsdruck für den Goldpreis nach sich ziehen wird.


Die EZB wird die Druckerpressen heiß laufen lassen und die Inflationserwartungen schüren, um so den Euro abzuwerten Zweistellige Inflationsraten wie in den siebziger Jahren

Da die reale Teuerungsrate nach seriösen Berechnungsmodellen ohnehin 6-8% höher liegt, wird diese Strategieänderung durchaus reale Inflationsraten von zeitweise 15% nach sich ziehen, womit diese dann ähnlich hoch wie in der Stagflation der siebziger Jahre wären. Genau dieses Szenario zeichnete ich in vielen dutzend Artikeln und Webinaren der letzten Jahre als Folge der nächsten Kreditkrise an die Wand, was jetzt zunehmend Realität wird.


Anders als in den siebziger Jahren sind die offiziellen Konsumentenpreisindizes heute jedoch geschönt, womit ein künstlich niedriger Ausweis der Inflation und somit eine bedingte Kontrolle der Zinsstrukturkurve möglich wird. Nur Wenige Sparer, Ökonomen und Investoren werden dieses Spiel durchschauen und entsprechend kaum Inflationsabsicherung in ihren Portfolios betreiben. Dies wird zu einer Ausweitung der Schere zwischen Arm und Reich sowie einer Verringerung des Kapitalstocks mit einhergehender Verarmung in der Bevölkerung führen. Sündenböcke werden Politik und Medien auch diesmal finden und die Schuld gekonnt von sich weisen.


Die EZB hat ihre Notenbankbilanz um 2,6 Billionen Dollar ausgeweitet in diesem Jahr Die US-Notenbank (Fed) hat ihre Bilanzsumme in 2020 bisher um 2,7 Billionen US-Dollar aufgeblasen Digitaler Euro der EZB in Planung

Auf der Herbstkonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB), die in diesem Jahr online stattfand, kündigte EZB-Chefin Christine Lagarde Ergebnisse einer Taskforce zur Einführung einer digitalen Währung an. Bundesbank-Präsident Weidmann nannte es Ironie, dass digitales Notenbankgeld (Central Bank Digital Currencies – CBDC) jetzt von den Notenbanken diskutiert würden, während Kryptowährungen ursprünglich geschaffen wurden, um die Zentralbanken zu umgehen. Der EZB-Ökonom Ulrich Blindseil hatte bereits ein konkretes Modell eines zweistufigen digitalen Euros vorgelegt, das auch für den allgemeinen Gebrauch gedacht sei. Man betonte auf der Konferenz jedoch, dass der digitale Euro das Bargeld nicht abschaffen, sondern lediglich ergänzen solle und man stelle sich die Frage, wie man Anonymität mit digitalem Geld entsprechend der vom Bargeld sicherstellen könne, da diese Eigenschaft vom Bürger so geliebt würde. Dies sind natürlich leere Phrasen, denn das Zentralbankgeld ist längst digital und Online-Zahlungen via Banküberweisung sowie die Zahlung an der Kasse sind Standard und einfach, weshalb eine weitere staatliche Digitalwährung müßig wie ein Kropf ist und nur mit der Intention der schrittweisen Abschaffung des Bargeldes einen Sinn ergibt.


In der Europäischen Union gibt es unterdessen Bestrebungen privates Digitalgeld stärker an die Kette zu legen. Dies ist logisch, da ein digitaler Euro keine Chance gegen bessere Kryptowährungen, die der Markt immer hervorbringt, hätte. Während die Geldmenge beispielsweise beim Bitcoin unveränderlich fixiert wurde und nicht ausgeweitet werden kann, ist die Inflation der Geldmenge und somit der Raub der Ersparnisse über die Inflationssteuer gerade der Sinn hinter jeder staatlichen Währung. Aus dem gleichen Grund musste man auch Gold und Silber mittels eines Zwangsgeldmonopols kriminalisieren, da ohne staatlichen Zwang der schwache Euro schnell vom Bürger abgelehnt und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde, wie alle Fiat-Währungen in der Geschichte. Daher muss auch die EZB die Konkurrenz zu einem digitalen Euro mit Zwang ausschalten, da sonst niemand ihr digitales Geld nutzen würde.


Der Bitcoin ist dezentral und kann von keiner staatlichen Behörde vernichtet oder verboten werden, doch reicht es die Hürden zur Nutzung dessen so hoch zu hängen, dass dies einem Verbot gleich käme, ähnlich beim Waffenbesitz oder der zunehmenden Ächtung des anonymen Goldkaufs in der Bundesrepublik. Der Staat kann über sein Gewaltmonopol die Annahme von Kryptowährungen durch Unternehmen verbieten oder die rechtlichen Hürden so hoch hängen, dass es einem Quasi-Verbot gleichkäme. Begründet wird das immer mit dem Schutz des Bürgers vor Betrug und potenziellem Schaden. Wer braucht eine Kryptowährung, wenn man in keinem Online-Shop damit zahlen kann und sich strafbar macht, wenn man diese Währung in Euro tauschen will? Der deutsche Ressortchef Olaf Scholz (SPD) forderte auf der Herbstkonferenz ein „sehr klares“ Regelwerk, um die Finanzmarktstabilität zu sichern. Wo diese gefährdet sei, müssten die Kryptowährungen verboten werden, so Scholz.


Die Ursache allen Übels ist das staatliche Geldmonopol, das in Symbiose mit dem Staat darauf ausgelegt ist, die Menschen über die Inflationssteuer hinterrücks zu enteignen sowie Boom- und Bustzyklen zu erzeugen, zu verstärken und zu steuern, wovon insbesondere auch der Staat profitiert. Die Lösung der Probleme ist somit die Abschaffung staatlicher Notenbanken und des Geldmonopols. Der freie Währungswettbewerb wird wie immer die beste Lösung herausbilden und letztlich Gold und Silber den Euro ersetzen, wogegen Kryptowährungen die marktwirtschaftliche Antwort auf das SEPA-System wären. Auf staatliche Schildbürger-Ideen und Lösungen, die so schlecht sind, dass man sie mit Gewalt durchsetzen muss, kann jede Volkswirtschaft gut verzichten.


Der Preis für einen Bitcoin notiert immer noch hoch über der Marke von 10.000 US-Dollar Alternative Kryptowährungen konnten sich nach dem Platzen der Blase Anfang 2018 zumeist noch nicht wieder erholen


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