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EWU: Schwächeres erstes Quartal kein Grund zur Besorgnis - Energiepreise treiben Inflation nach oben




05.06.18 13:44
aktiencheck.de

Bonn (aktiencheck.de) - Mit Veröffentlichung der offiziellen deutschen BIP-Daten für das erste Quartal wurde bestätigt, was sich im Vorfeld auf Basis diverser harter und weicher Konjunkturindikatoren bereits angedeutet hatte: Das Wachstum hat sich zum Jahresauftakt deutlich von 0,6% auf 0,3% im Vorquartalsvergleich verlangsamt, so die Analysten von Postbank Research.

Die Entwicklung in den Monaten Januar bis März habe nach zwei Quartalen mit annähernder Stagnation von einer Wiederbelebung des privaten Verbrauchs profitiert, der um 0,4% zugelegt habe. Deutlich positive Impulse seien zudem erwartungsgemäß vonseiten der Bruttoanlageinvestitionen (+1,7%) gekommen. Hingegen hätten Staatskonsum und insbesondere Außenbeitrag die Dynamik gedämpft. Für das BIP des Euroraums lägen zum heutigen Zeitpunkt noch keine Detaildaten vor. Aber auch hier habe sich das Wachstum im ersten Quartal vorläufigen Angaben zufolge klar von 0,7% auf 0,4% abgeschwächt. Bereits bekannte Detaildaten aus einzelnen EWU-Staaten würden dabei vermuten lassen, dass sich wie in Deutschland der Außenhandel als Belastung erwiesen habe.

Grund für ernsthafte Konjunktursorgen gebe es aber nicht, zumal nach der Verzerrung der Dynamik im ersten Quartal durch temporäre Faktoren - wie z.B. die Grippewelle, Streiks oder widrige Witterungsbedingungen - einiges für einen positiven Rückprall spreche. Skeptisch mache die Analysten aber die weitere Eintrübung des Sentiments. Die Konjunktur-Euphorie vom Jahreswechsel scheine angesichts des - trotz des jüngsten Rückgangs - stärkeren Euro, der Sorgen vor Handelskrieg und Brexit und zunehmend wirksam werdender Kapazitätsgrenzen verflogen. Die hohe konjunkturelle Dynamik des Vorjahrs dürfte vor diesem Hintergrund nicht mehr erreicht werden.

Für das zweite Quartal würden die Analysten hierzulande mit einem BIP-Wachstum in Höhe von 0,6% rechnen, bevor im weiteren Jahresverlauf eine Moderierung auf 0,5% erfolgen sollte. In der EWU dürfte im laufenden wie auch in den folgenden Quartalen in etwa ein Wachstum in Höhe von 0,5% zu Buche stehen. In der Summe kämen die Analysten daher nicht umhin, ihre BIP-Wachstumsprognosen für Deutschland und den Euroraum von jeweils 2,3% auf 2,0% beziehungsweise 2,1% im laufenden Jahr abzusenken.

Als Wachstumstreiber dürfte sich dabei neben den Investitionen und dem angesichts hoher Beschäftigung und steigender Löhne robusten privaten Verbrauch insbesondere der von der anhaltend starken globalen Konjunktur profitierende Außenhandel erweisen, auch wenn sich hier perspektivisch durch den Handelsstreit mit den USA gewisse Risiken auftun würden. Auch wenn die Analysten für 2019 mit einer weiteren Moderierung des Wachstums auf 1,8% beziehungsweise 1,7% rechnen würden, bleibe der konjunkturelle Ausblick damit weiterhin positiv.

Nachdem die Preisdynamik im Euroraum im bisherigen Jahresverlauf nicht habe überzeugen können, habe die EWU-Inflationsrate im Mai vorläufigen Angaben zufolge einen kräftigen Sprung von 1,2% auf 1,9% verzeichnet. Maßgeblich verantwortlich hierfür sei die Energiekomponente gewesen, die angesichts des starken Ölpreisanstiegs 6,1% mehr gekostet habe als im entsprechenden Vorjahresmonat - im April habe das Plus noch bei "lediglich" 2,6% gelegen. Aber auch die Teuerungsraten bei Nahrungsmitteln und Dienstleistungen hätten sich im Mai spürbar beschleunigt. Selbst wenn sich - wovon die Analysten ausgehen würden - der im bisherigen Jahresverlauf gesehene Ölpreisanstieg nicht weiter fortsetze, sondern stattdessen eine Konsolidierung in der Nähe des aktuellen Niveaus einsetze, dürfte sich die Inflationsrate auf einem erhöhten Niveau befestigen.

Unterstützung sollte angesichts der hohen Kapazitätsauslastung sowie im Zuge des engen Arbeitsmarkts steigender Löhne zudem von der Kerninflation kommen. Die Prognose der Analysten für die gesamte Inflationsrate in Höhe von 1,6% im Jahresdurchschnitt 2018 habe vor diesem Hintergrund weiter Bestand. Dieses Niveau sollte im kommenden Jahr bestätigt werden. (Zinsen und Währungen Juni 2018) (05.06.2018/ac/a/m)







 
 
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