Kolumnist: Admiral Markets

EUR/USD Analyse: Der schwache Dollar stärkt die US Wirtschaft




02.08.17 13:28
Admiral Markets

Der US Dollar hat die schwächste Marke seit 2,5 Jahren erreicht. Als einer der Gründe sehen die Markteilnehmer die aktuelle US Politik. Trumps Wahlversprechen blieben auch nach 6 Monaten nur Versprechen, es fehlen Resultate. Hinzu kommen die Bedenken, ob die FED in diesem Jahr die Zinsen tatsächlich noch anheben wird, die immer lauter werden.


Die Kehrseite der Schwäche ist aber die Ankurbelung der US Wirtschaft, die von dieser Schwäche seit einem halben Jahr profitiert. Wenigstens hier kommt der Wahl-Slogan von Donald Trump - „America first“ - klar genug zum Vorschein. Für das Paar wird aktuell eine Korrektur erwartet.


Nun aber ausführlicher dazu in unserer Technischen Analyse:


eurusd-kw31_2017_am.jpg



Rückblick (26.07.2017 - 01.08.2017)


Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1645/1,1640. Er notierte damit über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Am Mittwochmorgen wurde zunächst das Tief im Betrachtungszeitraum formatiert. Von hier aus ging es dann am Abend in dynamischen Aufwärtsimpulsen an und über die 1,1700. Der EUR konnte sich dort festsetzen. Am Donnerstag wurde die Bewegung des Vortags zwar wieder ab verkauft, der EUR schaffte es aber, sich bei 1,1650 zu stabilisieren und von hier aus dann wieder an die 1,1700 zu laufen, die am Freitag dann auch überwunden wurde. Der EUR ging bei 1,1746 aus dem Wochenhandel. Zu Wochenbeginn konsolidierte er zunächst und setzte im Zuge dessen bis an die 1,1725/20 zurück. Von hier aus ging es am Montagabend dann in dynamischen Aufwärtsimpulsen an und über die 1,1800. Über dieser Marke konnte sich der EUR festsetzen. Am Dienstag konsolidierte er zunächst über der 1,18000, gab dann am spä ten Nachmittag aber erneut unter die 1,17000 nach, konnte sich gegen Handelsschluss wieder über diese Marke schieben.


Das Hoch im Betrachtungszeitraum lag deutlich über dem Hoch der Vorperiode. Der EUR konnte auch in den vergangenen fünf Handelstagen weiter an Boden gut machen. Er übertraf das Hoch um über 130 Pips. In den letzten fünf Handelstagen schaffte es der Index sich über der 1,16000 zu etablieren. Das Tief der Vorperiode wurde nicht angelaufen. Die Range war mit 234 Pips vergleichbar mit der der Vorperiode.


Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1765/67 weiter bis maximal 1,1778/80 laufen könnte. Dei 1,1778/80 wurden erreicht und auch deutlich überschritten. Der EUR konnte sich über diesem Level verbindlich festsetzen. Das Setup hat damit auf der Oberseite nicht richtig gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1620/18 nicht ganz an unseren nächsten Anlaufbereich bei 1,1608/06. Hier haben 3 Pips gefehlt.





  • Wochenhoch*: 1,1845 Vorwoche 1,1712
  • Wochentief*: 1,1611 Vorwoche 1,1479
  • Wochen-Range*: 234 Pips Vorwoche 233 Pips

*Betrachtungszeitraum 26.07.2017 bis 01.08.2017





Wie könnte es weitergehen?


  • EUR/USD-WS: 1,1848/71/90.....1,1913/45/87.....1,2126/85
  • EUR/USD US: 1,1765/29...1,1643....1,1576/09.....1,1401.....1,361/30/13.....1,1261/21/05




Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden


  • Box-Bereich: 1,1911 bis 1,0223
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,1790 und 1,1463
  • Intraday-Marken: 1,1767 und 1,1530
  • Range: 1,2355 bis 0,9631




EUR/USD-Chart


Der EUR hat mit dem Überschreiten der 1,1800 eine weitere Duftmarke gesetzt. Er notiert damit auf dem Niveau von Januar 2015. Nachdem es monatelang um die Frage der Parität ging, hat sich der EUR in den vergangenen Handelswochen deutlich von der 1,0300/1,000 entfernt und bewegt sich jetzt in Schlagdistanz zur 1,2000. Er hat diese Aufwärtsstrecke praktisch ohne große Rücksetzer ausgebildet und ist seit Mitte April alleine um 1.200 Pips gestiegen. Aktuell notiert er im Bereich der 200 Tage Linie (im Weekly). Sollte er es schaffen, sich über der 1,1830/50 auf Wochenbasis zu etablieren, so wäre die ein weiterer wichtiger Meilenstein. Aber der EUR bewegt sich jetzt auch auf einem Niveau, wo sich Rücksetzer einstellen könnten. Das Währungspaar ist weit gelaufen und ein Rücksetzer an die 1,1600/1,15000 wäre durchaus gesund und würde die Aufwärtsbewegung stärken. Aber auch eine Konsolidierung auf hohem Niveau ist denkbar. Das Chartbild ist bullisch zu interpretieren.





Fundamentale Analyse:


Der EUR wird aktuell nicht nur von der Geldpolitik, sondern vor allem auch von den politischen Turbulenzen in den USA beeinflusst. Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung keinerlei Änderung der geldpolitischen Ausrichtung beschlossen, dennoch gewinnt der EUR an Wert. Auch die Zinsentwicklung in den USA, die wesentlich konkreter als in Europa ist, beeinflusst den EUR nicht negativ. Aktuell sind es die Unsicherheiten aus den USA die den EUR stärken. Kein Tag ohne deprimierende Nachrichten aus Amerika. Das Scheitern der Gesundheitsreform, die schlechten Aussichten in Sachen Steuerreform, hoher Personaldurchsatz etc. Dabei stehen sehr wichtige Entscheidungen wie der Haushalt und die Erhöhung der Schuldenobergrenze an. Das wird im Herbst noch einiges an Dynamik bringen, zumal überhaupt nicht klar ist, was der Plan und die Strategie der Trump Administration in Bezug auf diese beiden Kernthemen ist. Auf der anderen Seite ist es auch das, was die Trump Administration möchte - einen wei chen Dollar, um die einheimische Wirtschaft zu stärken. Zumindest das hat bis her sehr gut geklappt. Ob dahinter aber ein Plan, bzw. eine Strategie steht, ist mit großen Fragezeichen zu versehen. Am Freitag werden die US Arbeitsmarktdaten für 07/2017 veröffentlicht - die Güte der Daten könnten zumindest kurzfristig für Vola beim EUR sorgen.





Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:


Der EUR könnte zunächst versuchen, sich über der 1,1820/25 zu stabilisieren und dort zu etablieren. Gelingt dies, so könnte der EUR dann versuchen, die 1,1835/37, die 1,1846/48 und dann die 1,1858/60 zu erreichen. Schafft es der EUR, sich über die 1,1860 zu schieben, wäre der Weg an die 1,1869/71, an die 1,1880/82 und an die 1,1891/93 frei. Sollte der EUR bis an die 1,1891/93 laufen, so könnten sich hier Rücksetzer einstellen. Gelingt es dem EUR, sich über die 1,1893 zu schieben, so wären die 1,1898/1,1900, die 1,1911/13, die 1,1922/24, die 1,1932/34 und die 1,1943/45 die nächsten Anlaufbereiche. An all diesen Marken können sich Rücksetzer einstellen. Über der 1,1945 könnte er dann die 1,1957/59, die 1,1966/68, die 1,1979/81 und die 1,1987/89 erreichen. Über der 1,1989 wären die 1,1995/97 und dann die 1,1200/05 weitere Anlaufbereiche.


Kann sich der EUR nicht über der 1,1825/20 stabilisieren, so wäre mit Rücksetzern zu rechnen die bis 1,1813/10, bis 1,1796/94, bis 1,1787/86 und dann bis 1,1774/72 bzw. bis 1,1765/63 gehen könnten. Bereits hier bestehen vergleichsweise gute Chancen der Stabilisierung und der Erholung. Rutscht der EUR unter die 1,1763 wären die nächsten Anlaufmarken bei 1,1755/53, bei 1,1744/42 und bei 1,1731/29 zu suchen. Stellen sich bei 1,1731/29 keine Erholungen ein, so wäre mit weiteren Abgaben zu rechnen, die bis 1,1724/22, bis 1,1715/13 und dann weiter bis 1,1704/02 gehen könnten. Sollte der EUR bis 1,1704/02 zurücksetzen, so bestehen hier gute Chancen auf Erholung. Stellen sich diese nicht ein und rutscht der EUR unter die 1,1702 könnte der EUR dann die Bereiche bei 1,1692/90, bei 1,1679/77, bei 1,1668/66 und bei 1,1657/55 anlaufen. Geht es in den nächsten fünf Handelstagen unter die 1,1657/55, so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die bis 1,1639/37, bis 1,1623/21 und dann bis 1,1613/10 gehen könnten.


Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/ abwärts


Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:


  • 03.08.2017 – USA: ISM-Dienstleistungsindex (Jul)
  • 04.08.2017 – USA: Non-farm* Gehaltsabrechnungen (Jul)
  • 04.08.2017 – USA: Arbeitslosenquote (Jul)
  • 08.08.2017 – DE: Handelsbilanz (Jul)
  • 08.08.2017 – DE: JOLTS report (Jun)






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RISIKOHINWEIS: Dieser Artikel liefert eine Einschätzung zum Basiswert DAX-Index, unabhängig davon, mit welchem Instrument ggf. getradet wird. Admiral Markets UK ist Forex- & CFD-Broker, sollten Sie den Basiswert als CFD traden, beachten Sie bitte: Forex & CFDs sind Hebelprodukte und nicht für jeden geeignet! Der Hebel multipliziert Ihre Gewinne, aber auch die Verluste. Verluste können Einlagen übersteigen! Lesen Sie den kompletten Warnhinweis über folgenden Link, Disclaimer: http://www.admiralmarkets.de/risikohinweis


Quellen: Eigenanalyse; genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4

Über den Autor:


Im Namen von Admiral Markets UK wünsche ich Ihnen erfolgreiche Trades!


Jens Chranowski


Ihr Jens Chrzanowski Geschäftsführer Admiral Markets Kundenservice Deutschland



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