Kolumnist: Feingold-Research

Draghi bestraft Sparer und Euro-Investoren




11.03.19 06:39
Feingold-Research

Vor 20 Jahren ist der Euro als Buchgeld eingeführt worden. Mit der Gründung gab es Befürchtungen vor einer Schwachwährung, die sich allerdings nicht bewahrheitet haben. Dennoch dürfte der Euro nach der jüngsten EZB-Entscheidung, Zinserhöhungen zu verschieben, zur Schwäche neigen. Sparern empfehlen wir auf den DAX denn Capped-Bonus GA2S5E von Goldman Sachs. 


Das wichtigste Fernreiseziel für viele Deutsche ist die USA. In diesem Jahr dürfte der Urlaub allerdings etwas teurer werden, schließlich ist der Euro in den vergangen zwölf Monaten um acht Prozent gegenüber dem Dollar gesunken. Dennoch sollten sich Urlauber überlegen, ob sie die USA-Reise nicht doch noch in diesem Jahr antreten, weil die Talfahrt des Euro gegenüber dem Greenback weitergehen könnte und ein Trip im nächsten Jahr noch teurer wäre.


Denn die anhaltend laxe Geldpolitik der EZB dürfte nach den jüngsten Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi anhalten und den Euro tendenziell schwächen. Aufgrund der sich verlangsamenden Wirtschaftsdynamik in der Euro-Zone hat die EZB nicht nur eine neue Runde von günstigen Krediten für Banken angekündigt, sondern auch Leitzinserhöhungen zeitlich noch weiter nach hinten verschoben. Im aktuellen Umfeld war es daher nicht verwunderlich, dass sie außerdem ihre Konjunkturprognosen deutlich gesenkt hat.


Europas Banken brauchen Unterstützung

Vor allem die erneute Hilfe für europäische Banken, die zwischen September 2019 und März 2021 bei der EZB günstige Kredite mit einer Laufzeit von zwei Jahren abrufen können, signalisiert, wie anfällig der Bankensektor sowie die europäische Wirtschaft immer noch sind. Entsprechend flüchteten Anleger in deutsche Bundesanleihen, deren Renditen auf das niedrigste Niveau seit 2016 gefallen sind. Gleichzeitig sank der Euro zum Dollar, weil die Zinsdifferenz gestiegen ist – zugunsten der US-Anleihen. Anleger beginnen an den Maßnahmen der EZB zu zweifeln, sie konnten die Wirtschaft in der Euro-Zone nicht nachhaltig beleben.


Italien nicht eingepreist

Noch verspüren Anleger aber auch keine Panik. Denn Investoren nehmen das Italien-Risiko weiterhin sehr gelassen hin, auch nachdem die Ratingagentur Fitch zuletzt das Rating für das mit 2,3 Billionen Euro hochverschuldete Land mit BBB bestätigt hat. Das ist die zweitniedrigste Stufe im solideren Bereich der Investment Grade-Anleihen. Allerdings steht der Ausblick für Italien auf „negativ“, weshalb Fitch im nächsten Schritt das Rating abstufen könnte. „Das bereitet Investoren allerdings keine Kopfzerbrechen, was die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen widerspiegeln“, erklärt Carlo Alberto de Casa, Chefanalyst beim britischen Brokerhaus ActivTrades. „Die Zinsen liegen mit rund 2,7 Prozent in der Nähe des Sieben-Monats-Tiefs“ ergänzt de Casa.


Aufgrund der Entwicklungen in Europa und den USA ist es daher nicht verwunderlich, dass unter den Währungspaaren der Euro-Dollar immer noch am stärksten gehandelt wird, etwa auf der Handelsplattform gettex, die aktive Anleger gerne nutzen. Mit einem Euro-Dollar-Bear-Papier profitieren Anleger von einem weiteren Euro-Verfall gegenüber dem Dollar. Das Papier mit der WKN GM3J7E (Goldman Sachs) hat einen Hebel von 15, die WKN DS6J69(Deutsche Bank) einen Hebel von 10. Beide Hebel sind für den Währungsbereich als moderat anzusehen.


Selbst die Tatsache, dass auch die Zinsen für US-Anleihen kräftig im Rückwärtsgang sind und mit knapp 2,64 Prozent nicht weit entfernt von den 52-Wochen-Tiefs notieren, hat den Euro nicht stützen können. Da viele Konjunkturdaten auf Talfahrt bleiben dürften, könnte sich die Wirtschaft der Euro-Zone weiter in Richtung Rezession bewegen. Das wiederum würde für anhaltenden Verkaufsdruck auf den Euro sorgen – Draghi wird bis zum Ende seiner Amtszeit im November 2019 noch oft gefordert werden.



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