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Kolumnist: Feingold-Research

Dow – größter Tagesverlust der Geschichte




06.02.18 07:14
Feingold-Research

Vierstellige Verluste summieren sich derzeit beim Dow Jones. Aufgrund der Fallhöhe wäre dies mit Abstand der höchste Verlust in der Geschichte (in Punkten). Kurz vor Börsenschluss liegt der DOW Jones deutlich unter 25.000 Punkten. Die Vola zeigt absolute Panik und springt heute um 115 Prozent auf 37 an. Praktisch signalisiert die Vola damit einen Ausverkauf, der kurzfristig eine Gegenreaktion benötigen würde. Auch der DAX kommt nachbörslich deutlich unter Druck.

Alle 30 Werte im Dow Jones liegen im Minus, vergleichsweise gut hält sich noch Indexschwergewicht Apple. Auch bei Intel und Microsoft fallen die Abschläge mit rund zwei Prozent nicht ganz so kräftig aus, der technologielastige Nasdaq büßt ebenfalls weniger ein als die großen Standardwerte. Für den S&P 500 ist dies der schlechteste Auftakt in einen Februar seit 1933.


Ganz unten im Performance-Ranking sind die beiden Ölwerte Exxon Mobil und Chevron zu finden, der Ölpreis fällt um rund zwei Prozent. Der Nikkei-Future startet rund acht Prozent tiefer, auch in Asien setzt sich somit sehr wahrscheinlich der Ausverkauf fort.


Vom Crash am Aktienmarkt können die klassischen sicheren Häfen aber nur teilweise profitieren. Gold legt im späten Geschäft nur um 0,4 Prozent auf 1336 Dollar zu, auch an den Devisenmärkten sind keine stärkeren Bewegungen zu beobachten. So büßt der Dollar gegen den Yen um moderate 0,6 Prozent ein, liegt aber mit 109,35 Yen noch deutlich über dem kürzlich markierten Tief von 108,50 Yen. Gegen den Euro steht der Dollar ebenfalls nur geringfügig fester im Markt bei gut 1,24 Dollar.


Der Crash am späten Abend spielt sich somit vor allem an den Aktien- und Anleihemärkten ab. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Bonds sackte in den vergangenen Stunden von 2,85 auf 2,72 Prozent ab. Auch der DAX kommt kräftig unter die Räder, die Tiefs liegen bei rund 12.146 Punkten. Bis zur Schlussglocke an der Wall Street setzt eine leichte Gegenbewegung auf 12.240 Zähler ein. Der Chart zeigt deutlich den nachbörslichen Absturz des XDAX (rote Linie).


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Unter den Einzelaktien weisen die drei Autobauer Abschläge von fünf Prozent auf, auch Continental zieht kräftig abwärts. ProSieben, Henkel und HeidelbergCement büßen ähnlich kräftig ein, vergleichsweise gut halten sich die Papiere der Deutschen Börse. Die anspringende Marktvolatilität spielt dem Börsenbetreiber in die Karten. In der zweiten Reihe stehen vor allem die Biotech-Papiere wie Evotec und Medigene kräftig im Minus.


Unser Kommentar:


Die Börsen brechen zum Februarbeginn ein und manche Investoren überkommt die Panik. Doch ehe man mit diesem Wort inflationär umgeht, sollte man es einordnen:


Beim deutschen Aktienmarkt herrschte bis 17.00 Uhr keinesfalls Panik. Die jüngste Korrektur ist eine wie sie normalerweise alle paar Monate vorkommt, bloß 2017 war dieser Modus ausgeschlossen und abgestellt. Deutsche Aktien sind nun rund 1.500 Punkte im DAX gefallen, doch mehr als ein starker temporärer Ausverkauf ist es noch nicht.


Das Angstbarometer ist nach oben geschossen aufgrund der stark gekletterten Zinsen in den USA, doch fundamental und konjunkturell ist noch alles in Ordnung. Aktien in Europa waren vor zwei Wochen etwas zu teuer, jetzt sind sie anständig bewertet.


Auch in den USA fallen die Kurse, doch US-Titel waren in der Tat reichlich überzogen bewertet. Ein Teil der heißen Luft wird herausgelassen, von einem nachhaltigen Crash am US-Aktienmarkt zu sprechen wäre viel zu früh. Auch in den USA stimmen die Wirtschaftsdaten noch, deshalb eben klettern mitunter auch die Zinsen.


Folgt zuletzt der Markt für Kryptowährungen. Dort stehen wir an der Schwelle des Neuen Marktes im Jahr 2000. Eine riesige Menge Schrott wird in Zukunft verschwinden und die Perlen aus dem Blockchainbereich müssen sich herausfiltern lassen. Bitcoin scheint nicht die Zukunft zu sein, womöglich technisch eher NEO, Ethereum oder auch IOTA. Ein Crash ist es am Kryptomarkt in der Tat – aber einer mit Ansage.


Viele Kurse sind nun auf den Niveaus vom Herbst 2017 angekommen. Sie können sich durchaus noch einmal halbieren. Dann geht die Party womöglich von Neuem los, nur deutlich geordneter und mit hoffentlich weniger Gier und Schaum vor dem Mund.



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