Kolumnist: Feingold-Research

Deutsche Bank, Commerzbank – Europäische Banken entwickeln sich positiv




09.08.17 13:29
Feingold-Research

Während die Deutsche Bank nach der Trump-Rally im vergangenen Winter in diesem Jahr keine neuen Impulse setzen konnte, steht die Commerzbank mit einem Plus von 60 Prozent fast an der DAX-Spitze. Mit RWE und Lufthansa liefern sich die Frankfurter ein enges Rennen. Dabei hörte man im ersten Halbjahr auch immer wieder schlechte Nachrichten aus Spanien oder Italien. Banken mussten gerettet werden. Alles nicht so schlimm? Und was bedeutet die mögliche Wende in der Geldpolitik für die Banken.Die Deutsche Bank scheint in einer Seitwärtsrange gefangen. Wir empfehlen den Inliner HW3ZCU. Ebenfalls interessant, der Inliner auf den EURO STOXX Banks Index HW3L73. Wer klassische Produkte bevorzugt, dem empfehlen wir den Capped-Bonus PR5LCZ auf die Deutsche Bank.Wir schauen uns die ausführliche Einschätzung von T. Rowe Price an. Die jüngsten Ereignisse im europäischen Bankenwesen haben das Scheinwerferlicht auf die Anleihen der Finanzunternehmen Europas geworfen.

Das Stressniveau des Bankensektors hat abgenommen


T. Rowe Price kommt zu dem Ergebnis, dass in jüngerer Vergangenheit eine Reihe möglicher Krisen abgewendet werden konnte. Santanders Akquisition des in Not geratenen spanischen Kreditgebers Banco Popular für den symbolischen Betrag von einem Euro sowie die Entscheidung der italienischen Regierung, die Monte dei Paschi die Siena zu sanieren und zwei notleidenden mittelgroßen Banken unter die Arme zu greifen, seien Beispiele von Risiken, die gut eingedämmt wurden. Diese Entwicklung sei von den Märkten positiv aufgenommen worden – als ein Zeichen dafür, dass die europäischen Aufsichtsbehörden und Mitgliedsländer effektiv mit Problemen innerhalb des Bankensystems umgehen können.


Bei Euer Egmond stehen weniger die Banken, als viel mehr die große Konjunktur im Fokus - hier die Aufzeichnung…


„In diesen Fällen konnte erfolgreich verhindert werden, dass die Krise sich auf andere Banken ausweitet. Das hat dazu beigetragen, die finanzielle Stabilität in Europa aufrechtzuerhalten“, sagt Steven Huber, Portfoliomanager bei T. Rowe Price . „Insgesamt ist das Stressniveau im Bankensektor gesunken, was sehr positiv ist.“


Weitere Verknappung bei Senior Bonds


Für Investoren sei dabei die Erkenntnis wichtig, dass unabhängig davon, wie die Aufsichtsbehörden mit den scheiternden Banken umgegangen seien, Inhaber sogenannter Senior Bonds, also vorrangiger Schuldtitel, geschützt wurden. „Im Gegensatz dazu haben die lokalen Aufsichtsbehörden in den meisten Fällen ihre Bereitschaft unter Beweis gestellt, den Inhabern nachrangiger Schuldtitel starke Verluste zuzumuten“, sagt Steven Huber.


Commerzbank_BerlinWenig überraschend hätten diese Entwicklungen zu einer weiteren Verknappung an Senior Bonds geführt. Vielleicht am interessantesten sei aber die Reaktion im nachrangigen Bereich gewesen: Während die Spreads von Tier 1 und Tier 2 leicht gestiegen seien, habe es nur wenige Zeichen von Schwäche bei den niedriger klassifizierten Additional Tier 1 (AT1) sowie bei den sogenannten Coco Bonds gegeben.


„Die Performance der stark nachrangigen Schuldtitel europäischer Banken täuscht über die Tatsache hinweg, dass dieser Markt weiterhin sehr selektiv bleibt”, sagt Steven Huber. „Abweichungen zwischen den größeren, bekannteren Banken und den weniger bekannten, mittelgroßen und kleinen Häusern werden aller Voraussicht nach bestehen bleiben. Das bedeutet, dass in dieser Assetklasse eine sorgfältige Analyse und Auswahl nach wie vor entscheidend ist.“


Positive Fundamentaldaten bieten Potenzial, zusätzliche technische Unterstützung


Insgesamt seien einige positiven Fundamentalfaktoren im europäischen Bankensektor zu beobachten: Die Banken hätten eine bessere Kapitalausstattung, weniger notleidende Kredite, mittelfristig sänken sich die Rückstellungen für Prozesskosten und zudem helfe das stärkere Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Zusätzlich könnten technische Faktoren künftig Unterstützung für Finanzanleihen liefern. Anders als viele andere Unternehmen seien europäische Banken nie Teil des Programms zum Ankauf von Wertpapieren im Unternehmenssektor (CSPP) der Europäischen Zentralbank (EZB) gewesen. Deshalb seien sie auch nicht von möglichen Kapitalabflüssen gefährdet, sollte die EZB im nächsten Jahr damit beginnen, ihre expansive Geldpolitik einzuschränken.


Quelle: eigene Recherche, T. Rowe Price



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