Kolumnist: Feingold-Research

Daimler, VW, BMW - die große Chance?




08.09.17 09:35
Feingold-Research

Der DAX hat seine Schwächephase erstmal hinter sich gelassen. Wir haben in der Finanzmarktrunde am Mittwoch diskutiert, wie man die sehr stabilen Aktienmärkte derzeit anpacken sollte. Die Aufzeichnung finden Sie hier. Die jüngste Aufwärtsbewegung wurde besonders von den Autobauern getragen. BMW, Daimler und VW konnten in den letzten sieben Tagen rund fünf Prozent zulegen. 


Unter dem Strich gehören besonders Daimler und  BMW weiterhin zum Schwächsten, was der DAX in diesem Jahr zu bieten hat. Die deutschen Autobauer notieren zwischen minus acht (BMW) und plus eins (VW) und liegen damit meilenweit hinter den Spitzenreitern in diesem Jahr zurück, RWE und Lufthansa, die mit knapp 75 Prozent am stärksten zulegen konnten. Genau die beiden Titel waren in den vergangenen Jahren arg gebeutelt und blühen nun auf, kann dies auch der in die Schlagzeilen geratenen Automobilindustrie passieren?


Der aktuelle Seitwärtstrend könnte außerdem signalisieren, dass einiges an schlechten Nachrichten bereits in den Kursen steckt, zumal die Aktienumsätze zuletzt recht hoch waren, nicht nur bei Brokern und an den Börsen, sondern auch auf den Social-Tradingplattformen wie etwa etoro.


Mutige Anleger, die auf eine Gegenbewegung setzen, sollten aber bei der Produktwahl aufpassen, wie Stefano Angioni, Derivate-Experte der Société Générale, erklärt: „Da die Volatilitätsbewertung bei den drei Autowerten aufgrund der Turbulenzen vergleichsweise hoch ist, können Turbo-Papiere eine bessere Alternative als Optionsscheine sein. Denn Optionsscheine sind bei hoher impliziter Volatilität vergleichsweise teuer, was sie tendenziell riskanter macht. Dagegen ist der Einfluss der Volatilität bei Endlos Turbos meist vernachlässigbar.“ Hier drei Produktalternativen mit einem moderaten Hebel von fünf, um auf steigende Kurse zu setzen: CF4DE5 (Daimler), CW88GD (BMW), HU9CU2 (VW).


Neben den oben vorgestellten Produkten finden Sie in unserer Produktübersicht auch die Duo Memory Express-Zertifikat SG9Y5K und SE00FL auf Daimler und BMW.


Diesel wird abgelöst


Der zunehmende Optimismus ist zum Teil auch auf den Umgang der Politik mit der Autobranche zurückzuführen, die von ihr mit Samthandschuhen angepackt wird, wohlwissend, dass die Autobauer der wichtigste Bereich im verarbeitenden Gewerbe ist. Sie setzen mehr als 400 Milliarden Euro im Jahr und haben rund 800.000 Beschäftigte.


Auch wenn VW den Dieselskandal losgetreten hat, weiß man um die Brisanz dieses Themas, da sie alle Hersteller betreffen wird. Von Softwareupdates für manipulierte Diesel oder gar Ersatzmotoren abgesehen, haben sich die Verkäufe für die Dieselfahrzeuge in den vergangenen Jahren bereits merklich abgeschwächt. Betroffen war vor allem der europäische Markt, da in den USA und China Dieselfahrzeuge nur einen geringen Marktanteil hatten. In Europa gingen die Marktanteile bereits vor den Skandalen merklich zurück, in Deutschland sanken sie von etwa 48 Prozent im Jahre 2012 auf aktuell rund 41 Prozent. Sollte es tatsächlich zu Fahrverboten kommen, dürfte dieser Trend anhalten.


Herausforderungen stellen


Positiv an der aktuellen Entwicklung ist, dass die VW, Daimler und BMW nicht kollektiv abgestraft wurden, sondern, dass „es zu Substitutionseffekten gekommen ist“, wie die Analysten von M.M. Warburg festgestellt haben. Benziner ersetzen also Dieselfahrzeuge, außerdem könnte es dazu kommen, dass Elektro- und Hybridfahrzeuge schneller eingeführt werden. Das würde nach Berechnungen der Analysten zwar langfristig Arbeitsplätze in der Automobilindustrie kosten, gleichzeitig dürfte es einen Aufbau von Arbeitskräften in der Elektromobilität geben. Daher stehen die Chancen gut, dass die deutschen Automobilhersteller sowie die Zulieferer sich den aktuellen Herausforderungen um erfolgreich stellen können.



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