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Kolumnist: Cornelia Frey

DAX zeigt sich unbeeindruckt




07.11.18 15:40
Cornelia Frey

Euwax                               
   
Die Republikaner haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus verloren. So viel steht seit heute Morgen fest. Fest steht allerdings auch, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigen konnten. Und das mehr als deutlich. Donald Trump spricht von einem „enormen Erfolg“ für sich und seine Partei, und ganz nüchtern betrachtet muss man ihm fast Recht geben – wenngleich mit einigen Einschränkungen. Fakt ist jedenfalls: Im Senat konnten die Republikaner ihren Vorsprung sogar ein wenig ausbauen.

Das Regieren wird für Donald Trump künftig deutlich schwerer. Durch die Mehrheit im Repräsentantenhaus können die Demokraten jegliches Gesetzesvorhaben fortan blockieren. Donald Trump bleibt somit eigentlich keine Wahl. Er muss künftig stärker mit den Demokraten zusammenarbeiten, ob er will, oder nicht. Denkt man. Aber die US-Verfassung lässt dem amtierenden US-Präsidenten einen gewissen „Spielraum“, den bereits seine Vorgänger verschiedentlich zu nutzen wusste: die sogenannte „Executive Order“. Diese „Executive Order“ ist bereits seit 1789 fester Bestandteil der US-Verfassung und ein Element der formlosen Rechtspraxis. Das heißt, dass die genaue Ausgestaltung einer „Executive Order“ in der Verfassung nicht explizit geregelt ist. So ist ein wesentlicher Kritikpunkt, dass durch eine solche Order der Kongress umgangen werden kann und der Prozess nicht wirklich demokratisch sei. Zwar ist mittlerweile halbwegs geregelt, wann eine solche Order Gültigkeit besitzt und wann eben nicht. Hierzu gibt es mittlerweile immerhin einige Präzedenzfälle. Doch oftmals ist die Begründung auch ein wenig Auslegungssache. Dient eine Mauer zwischen den USA und Mexiko der inneren Sicherheit? Stellt die Handelspraxis Chinas nicht nur eine wirtschaftliche Bedrohung für die USA dar? Schwierig zu beantworten. Was wird Donald Trump also tun? Geht er auf die Demokraten zu oder wird er eher den Alleingang suchen? Nun, in den vergangenen beiden Jahren ist Donald Trump bislang nicht als großer Diplomat aufgefallen…

An den Finanzmärkten wird der Wahlausgang bislang relativ gelassen hingenommen. Das dürfte vor allem daran liegen, dass der Ausgang mehr oder weniger so erwartet wurde. Weder den Republikanern, noch den Demokraten wurde ernsthaft zugetraut, beide Häuser für sich gewinnen zu können. Das meint auch Thomas Metzger, Fondsmanager beim Bankhaus Bauer: „Da die ganz große Überraschung ausgeblieben ist, gehe ich zunächst nicht von einer deutlichen Reaktion der Märkte auf die US-Wahl aus. Die Ergebnisse dürften der Erwartung vieler Marktteilnehmer entsprechen. Stützend auf die Kurse sollte unabhängig vom eigentlichen Resultat der Wahl wirken, dass nun ein Unsicherheitsfaktor weniger für Nervosität sorgt.” Zudem ist bis dato unklar, wie Donald Trump künftig seine Politik ausgestalten wird. Eine Rückkehr zur Diplomatie – und sei es nur innenpolitisch – trauen dem US-Präsidenten nur wenige Beobachter zu.

Neben den US-Wahlen wurden heute noch eine Reihe von Quartalszahlen vorgelegt. Gleich drei DAX-Unternehmen ließen sich heute in die Bücher blicken.

Adidas erfreut seine Anleger mit einem deutlichen Gewinnsprung von 109 Prozent auf nun 656 Millionen Euro. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um rund acht Prozent auf nun 5,87 Milliarden Euro zu. Die nun vorgelegten Zahlen ermöglichen den Herzogenaurachern nun auch eine Anpassung der Gewinnprognose für das laufende Jahr. So geht man bei adidas davon aus, dass der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 16 bis 20 Prozent auf bis zu 1,72 Milliarden Euro steigen könnte. Der Umsatzanstieg dürfte währenddessen leicht schwächer ausfallen als bislang angenommen. So rechnet der Sportartikelhersteller nur mehr mit einem Plus von acht bis neun Prozent, statt der bislang angenommenen zehn Prozent. Trotz der eigentlich sehr guten Zahlen gehört die adidas-Aktie heute zu den großen Verlierern. Den heutigen Rücksetzer führen Händler und Analysten jedoch vor allem auf einsetzende Gewinnmitnahmen zurück.

Weniger gut läuft es währenddessen bei BMW. Dieselskandal, Handelsstreit oder auch teure Rückstellungen für drohende Rechtsstreitigkeiten: Für BMW sind die Problemfälle derzeit zu breit gestreut, um aktuell wirklich positiv überraschen zu können. So verwundert es kaum, dass die Erträge im vergangenen Quartal um empfindliche 26 Prozent auf nun 1,75 Milliarden Euro eingebrochen sind. Das war am Ende sogar noch etwas mehr, als von Analysten im Vorfeld erwartet. Die BMW-Aktie ist heute der bislang ganz große Verlierer im deutschen Leitindex.

Doch es gibt heute auch noch einen Lichtblick aus Bayern. Die Münchener Rück überzeugte mit seinen Zahlen auf ganzer Linie. Der weltgrößte Rückversicherer bestätigte seine Gewinnprognose für das laufende Jahr und erwartet einen Ertrag im Bereich von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro. Schon nach neun Monaten stünden, so die Münchener Rück, Gewinne von 2,04 Milliarden Euro zu Buche. Das ist sogar noch etwas mehr als von Analysten erwartet.

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