Kolumnist: Dominik Auricht

DAX 40 – Wer schafft den Aufstieg?




09.06.21 07:26
Dominik Auricht

Der deutsche Leitindex wird im September 2021 auf 40 Aktien erweitert. Wir sagen Ihnen, welche Titel zu den aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten gehören und welche Anlagechancen sie bieten.


Im Vergleich zu anderen Börsenbarometern wie dem Dow JonesSM ist der DAX® ein relativ junger Index. Nur knapp 33 Jahre hat der Deutsche Aktienindex seit der ersten Veröffentlichung am 1. Juli 1988 bei 1.163,52 Punkten auf dem Buckel. Nichtsdestotrotz hat der DAX® in seiner Geschichte schon viel erlebt. Für kurze Zeit hatte der Leitindex sogar die Ehre, das nach Börsenwert wertvollste Unternehmen der Welt zu den Seinen zu zählen. Das war im Oktober 2008, als die Volkswagen-Aktie infolge von Deckungskäufen durch Short Seller für ein paar Stunden bis auf über 1.000 Euro nach oben schoss (Quelle: Deutsche Börse, „30 Fakten aus 30 Jahren DAX®“). Allen Turbulenzen und manchen Durststrecken zum Trotz hat sich der deutsche Leitindex seit seiner Gründung per saldo prächtig entwickelt. Er gehört zu den wenigen Börsenbarometern, bei dem die Nettodividenden miteingerechnet werden – im Fachjargon als Performance-Index bezeichnet. Wer zum Startwert im Juli 1988 eingestiegen wäre, hätte rechnerisch eine durchschnittliche Rendite von 8,1 Prozent pro Jahr erzielt (Stand: 19. Mai 2021). Kein Wunder, dass der DAX® zu den beliebtesten Basiswerten für Finanzprodukte gehört. Mehr als 150.000 davon werden nach Angaben der Deutschen Börse derzeit auf dem Markt gehandelt.



Leider wurde der DAX® in seiner bewegten Geschichte von so manchem Skandal erschüttert. In frischer und für viele Anleger schmerzlicher Erinnerung dürfte der „Fall Wirecard“ sein. Das bereits insolvente Unternehmen war nach der Pleite noch zwei Monate im Index verblieben. Dafür hagelte es jede Menge Kritik. Die Deutsche Börse reagierte darauf mit einer umfassenden Überarbeitung des Regelwerks. Der Wegfall des bisherigen Liquiditätskriteriums, die reguläre halbjährliche Überprüfung der Zusammensetzung oder die Aufnahme eines Profitabilitätskriteriums sind wichtige Bausteine dieser Reform. Zu den in der Öffentlichkeit am meisten beachteten Neuerungen gehört jedoch die Ausweitung des DAX® von 30 auf 40 Indexmitglieder (siehe auch Interview unten).


Ranking nach Börsenwert

Bei Anwendung der neuen Regeln wird der „neue DAX®“ aus den 40 größten Börsengesellschaften bestehen, die am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Als Größenkriterium dient dabei die Free-Float-Marktkapitalisierung. Diese Kennzahl beziffert den Börsenwert eines Unternehmens auf Basis aller Aktien, die nicht von Großaktionären gehalten werden und somit auch vom breiten Publikum erworben und gehandelt werden können. Auf das bislang zusätzlich angewandte Kriterium Börsenumsatz wird in Zukunft verzichtet. DAX®-Mitglieder müssen stattdessen nur noch eine bestimmte Mindestliquidität aufweisen.


Mehr als nur Prestigegewinn

In seiner neuen, breiteren Zusammensetzung startet der DAX® erstmals am Montag, den 20. September 2021. Bis dahin ist es noch eine Weile hin. Aber schon jetzt wird an den Märkten eifrig darüber spekuliert, welche Unternehmen wohl die besten Chancen haben, in den Index aufzusteigen. „Das Interesse an den möglichen Indexneulingen ist deshalb so groß, weil von einer Aufnahme in den DAX® positive Kurseffekte ausgehen könnten“, weiß Christian Stocker, Aktienstratege bei der UniCredit. Zum einen, so Stocker, würden Mitglieder im ranghöchsten deutschen Aktienindex in der Regel deutlich mehr Aufmerksamkeit genießen als Titel aus dem Nebenwertesegment. Zum anderen müssten Indexfonds, die den DAX® abbilden, Aktien der neuen Mitglieder entsprechend ihrem Gewicht zukaufen. Aktienexperte Stocker hat daher auf Basis der aktuellen Rangliste der Deutschen Börse gecheckt, welche Titel sich im September zum DAX® hinzugesellen könnten (siehe Tabelle oben).


Kandidaten für den DAX 40®

Die besten Chancen, im September in den Leitindex aufgenommen zu werden, hat aktuell Airbus. Der Luft- und Raumfahrtkonzern rangiert in der Rangliste der Deutschen Börse derzeit an siebter Stelle und dürfte damit zu den Schwergewichten im erweiterten Leitindex gehören. Spannender gestaltet sich der Kampf im Hintergrund. Aktuell sieht es für Zalando, Porsche, Siemens Healthineers, Symrise, HelloFresh, Brenntag und Sartorius ganz gut aus. Aber auch Qiagen und Hannover Rück sind im Rennen um einen der begehrten Indexplätze noch gut dabei. Allerdings gilt diese Auflistung nur unter Vorbehalt. Denn die Ränge können sich durch die weitere Kursentwicklung bis zur Entscheidung im September 2021 noch verschieben. Die Rangliste wird von der Deutschen Börse monatlich aktualisiert und auf qontigo.com unter dem Menüpunkt „Index Data“ veröffentlicht.


Eine Indexaufnahme kann eine Aktie zwar beflügeln. Für die Attraktivität eines Titels mindestens ebenso wichtig sind jedoch die fundamentalen Perspektiven des Unternehmens in Verbindung mit der Bewertung. Grund genug, um einige der Indexkandidaten etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Airbus und Porsche wollen wir dabei außen vor lassen, da es über diese beiden Werte derzeit nicht viel Neues zu berichten gibt.



Zalando auf der Überholspur

Den Anfang macht Zalando. Das im Jahr 2008 in Berlin gegründete Unternehmen ist Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle. In den vergangenen Jahren überzeugte der DAX®-Anwärter mit hohen Zuwachsraten bei Umsatz und operativem Gewinn. In das laufende Jahr ist das Berliner Unternehmen stark gestartet. So stieg die Zahl der aktiven Kunden im ersten Quartal 2021 um fast 42 Millionen – rund ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr. „Den Nachfragetrend hin zu Online haben wir schon in den vergangenen zehn Jahren beobachtet“, sagte Finanzchef David Schröder bei der Vorstellung der Quartalszahlen. „Dieser Trend hat sich in der Krise beschleunigt und ist definitiv noch nicht am Ende.“


Ein Selbstläufer ist der Titel freilich nicht. Denn wie an der hohen Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 85 deutlich wird, ist in der Aktie bereits viel Wachstumsfantasie eingepreist.


Symrise: Mehr Aroma für den DAX®?

Ein weiterer höchst interessanter DAX®-Aspirant ist Symrise. Interessant ist das Unternehmen deshalb, weil es in einem relativ exotisch anmutenden Bereich tätig ist. Die Firma produziert Duft- und Geschmacksstoffe sowie kosmetische Grund- und Wirkstoffe. Zum Kundenkreis gehören Parfüm-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkehersteller. Aber auch die pharmazeutische Industrie sowie Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln zählen zur Klientel. „Das Unternehmen ist in einem Sektor tätig, der tendenziell auf defensive Endkonsumentenmärkte ausgerichtet ist“, erklärt Christian Stocker. Denn die Artikel, bei denen die Aromen und Duftstoffe von Symrise zum Einsatz kommen, würden grundlegende Bedürfnisse der Menschen bedienen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass das Unternehmen auch im Ausnahmejahr 2020 mit einem verlässlichen und profitablen Wachstum überzeugte. Der Konzernumsatz legte um 3,3 Prozent auf 3,52 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (auf EBITDA-Basis) um 5,8 Prozent auf 742 Millionen Euro zu.


Allerdings gab es auch einen Dämpfer: Die Geschäftstätigkeit wurde kurz vor Jahresschluss durch einen kriminellen Cyber-Angriff ausgebremst. Die ursprünglichen Zielvorgaben wurden daher leicht verfehlt. Mittlerweile sind die Lieferrückstände durch die Cyber-Attacke aber behoben und die IT-Systeme wieder vollständig hergestellt. Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram ist nach einem „sehr guten“ Jahresstart daher zuversichtlich, dass Symrise wieder an seine ursprüngliche Wachstumsdynamik anknüpfen wird (Quelle: Symrise, Quartalsmitteilung, 28. April 2021).


HelloFresh: Appetit auf mehr

Einer der größten Börsenüberflieger der vergangenen Jahre war HelloFresh. Das Berliner Unternehmen bietet sogenannte „Kochboxen“ an. Das sind Pakete mit vorbereiteten Zutaten und einem Rezept, die nach einer Online-Bestellung zum Verbraucher nach Hause geliefert werden. Immer mehr Menschen scheinen Appetit auf diesen Service zu haben. So wurden allein im ersten Quartal 2021 rund 29,3 Millionen Kochboxen mit einem durchschnittlichen Bestellwert von 49,30 Euro ausgeliefert. Das sind doppelt so viele Bestellungen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Über 7,28 Millionen aktive Kunden zählte HelloFresh Ende März 2021, davon rund die Hälfte mit Sitz in den USA. Dort ist Hello­Fresh seit 2013 unter der Marke „Green Chef“ mit seinen Kochboxen (Meal Kits) aktiv. CEO Christian Ries geht davon aus, dass die Erfolgsstory von HelloFresh in die Fortsetzung geht. Der aktuellen Prognose zufolge soll der Konzernumsatz in diesem Jahr auf währungsbereinigter Basis zwischen 35 und 45 Prozent wachsen und die bereinigte EBITDA-Marge in einer Spanne zwischen zehn und zwölf Prozent liegen. (Quelle: HelloFresh, Quartalsmitteilung Q1 2021).


Eine wichtige Voraussetzung für die DAX®-Aufnahme erfüllt das Unternehmen ebenfalls. Nach dem neuen Regelwerk müssen Aufstiegskandidaten in den zwei vorangegangenen Geschäftsjahren ein positives operatives Ergebnis ausweisen (auf EBITDA-Basis). Zwar ließ die Profitabilität von HelloFresh im Jahr 2019 mit einem EBITDA von 46,5 Millionen Euro noch zu wünschen übrig. Als DAX®-würdig erwies sich HelloFresh aber im vergangenen Jahr mit einem EBITDA von 500 Millionen Euro. Gleichwohl: Sollte HelloFresh tatsächlich den Sprung in die oberste deutsche Börsenliga schaffen, dürfte es dort wohl zu den schwankungsanfälligeren Titeln gehören.


Sartorius boomt

Ein Unternehmen, das dem DAX® gut zu Gesicht stehen könnte, ist der Pharma- und Labortechnik-Zulieferer Sartorius. Zum einen, weil die Produkte des Göttinger Unternehmens dabei helfen, Medikamente schneller zu entwickeln und effizient zu produzieren. Zum anderen, weil die Gesellschaft gerade auf einer Erfolgswelle reitet. So legte der Umsatz im ersten Quartal 2021 um bemerkenswerte 62 Prozent zu. Zudem zählt Sartorius mit einer operativen Ertragsmarge von 33,3 Prozent zu den rentabelsten deutschen Börsengesellschaften. Der Nachfrageboom ist ungebrochen: „Viele unserer Produkte spielen bei der Bewältigung der Pandemie eine wichtige Rolle, von der Diagnostik über die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika bis zu deren Produktion“, so Vorstandschef Joachim Kreuzburg während der virtuellen Bilanzpressekonferenz im Februar. Für das laufende Jahr und darüber hinaus erwarte er anhaltend starkes Wachstum, verbunden mit einem beschleunigten Ausbau der Produktionskapazitäten (Quelle: Sartorius AG, Pressemitteilung, 18. Februar 2021). So weit die guten Nachrichten.


Die weniger erquickliche Botschaft lautet: Mit einem KGV von 62 schwebt die Sartorius-Aktie trotz der jüngsten Korrektur immer noch in gefährlichen Höhen (Stand: 19. Mai 2021).


Brenntag trotzt der Krise

Zu den Aufstiegskandidaten aus der klassischen Wirtschaft zählt Brenntag. Der Essener Konzern ist Weltmarktführer im Vertrieb von Chemikalien und Inhaltsstoffen. Das Krisenjahr 2020 hat das Unternehmen mit einem Anstieg des Rohertrags um 3,3 Prozent und einem Plus beim EBITDA von 8,3 Prozent erstaunlich gut gemeistert. Entsprechend zufrieden zeigt sich Vorstandsvorsitzender Christian Kohlpaintner: „Unsere stabile und zuverlässige Lieferantenbasis sowie unsere langjährigen Kundenbeziehungen haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir gut durch das vergangene Jahr gekommen sind.“ Zudem sei ein globales Krisenmanagement implementiert worden, wodurch die Lieferketten das ganze Jahr über ohne Unterbrechungen aufrechterhalten werden konnten (Quelle: Brenntag, Pressemitteilung, 10. März 2021). Nach einem unerwartet guten Jahresstart ist Kohlpaintners Ausblick zuversichtlich. Demnach wird für das gesamte Geschäftsjahr 2021 ein operatives EBITDA zwischen 1,08 und 1,18 Milliarden Euro erwartet (Quelle: Brenntag, Pressemitteilung, 11. Mai 2021).


Investieren ja, aber wie?

Es wird spannend zu sehen sein, wer beim Rennen um die freien DAX®-Plätze im kommenden September letztendlich die Nase vorne haben wird. Alle der hier vorgestellten Aspiranten konnten zuletzt überzeugen. Doch wie bereits erwähnt, stellt ein Aufstieg noch lange keine Garantie auf Kursgewinne dar. Zum einen, weil einige der Kandidaten schon ambitioniert bewertet sind. Zum anderen, weil sich die geschäftliche Lage gerade in diesen unsicheren Zeiten sehr schnell verändern kann. Was also tun? Eine Alternative zu einem Direktkauf können strukturierte Produkte darstellen, die mit einem bedingten Teilschutz ausgestattet sind. Dazu zählen zum Beispiel Aktienanleihen Protect oder Bonus-Cap-Zertifikate. Diese Anlagen bieten die Chance, auch bei stagnierenden oder gar moderat fallenden Kursen einen positiven Ertrag zu erzielen. In der Tabelle unten finden Sie eine Auswahl solcher smarter Anlagelösungen. Unser komplettes Angebot gibt es wie gehabt auf onemarkets.de.


Der DAX® im Paket
Die Ausweitung des DAX® von 30 auf 40 Titel könnte den Index für Investoren noch attraktiver machen. Nicht nur, weil die Diversifikation innerhalb des Index verbessert wird, sondern auch, weil der DAX® damit seine Rolle als führender deutscher Gesamtmarktindex noch besser ausfüllt (siehe auch Interview unten). Mit einem HVB Open End Index Zertifikat können Anleger eins zu eins an der Indexentwicklung teilnehmen.
HVB Open End Index Zertifikat
Basiswert DAX® (Net Return) Index
ISIN/WKN DE000HR0KPC4/HR0KPC
Rückzahlungstermin Open End*
Teilhabefaktor 100 %
Verwaltungsentgelt p.a. 0,25 %
Briefkurs (Verkaufspreis) EUR 142,74
* Der Emittent, die UniCredit Bank AG, ist berechtigt, das Zertifikat ordentlich zu kündigen und zum jeweiligen Rückzahlungsbetrag zurückzuzahlen. Information zur Funktionsweise des Produkts ; Stand: 9.5.2021;
Weitere Informationen zum Produkt unter: onemarkets.de/HR0KP

 


HVB-Anlageprodukte auf mögliche DAX®-Aufsteiger
Basiswert Produkttyp ISIN (Letzter) Rückzahlungstermin Ausstattungsmerkmale
Brenntag SE HVB Discount Zertifikat DE000HR6LVD5 24.12.2021 Cap*: EUR 72,50, Discount: 9,9 %
HelloFresh SE HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB5GW3 14.06.2024 Zinszahlung: 7,30 % p. a.**, Barriere: 70 %***
Porsche Holding SE HVB Top Zertifikat DE000HVB5GP7 17.06.2024 Basispreis: 100 %**, max. Rückzahlung: EUR 1.510,–****
Sartorius AG HVB Aktienanleihe Protect DE000HVB5AC8 20.04.2022 Zinszahlung: 7,50 % p. a.**, Barriere: EUR 305,37
Symrise AG HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HR330E6 24.12.2021 Barriere: EUR 80,–, Bonuslevel (Cap*): EUR 160,–
Zalando SE HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HR4RR67 24.12.2021 Barriere: EUR 62,50, Bonuslevel (Cap*): EUR 120,–
* obere Kursgrenze
** bezogen auf den Nennbetrag
*** vom Referenzpreis (Schlusskurs) am anfänglichen Beobachtungstag
**** maximaler Rückzahlungsbetrag pro Zertifikat
Die Produktdetails sind auf der Internetseite www.onemarkets.de veröffentlicht; Information zur Funktionsweise des Produkts
Stand: 19.05.2021
>> Unser Angebot an Zeichnungsprodukten wird fortlaufend aktualisiert. Einfach auf onemarkets.de klicken und unter der Rubrik „Zeichnungsprodukte“ interessante Neuheiten entdecken.

 


Interview: „Chance für noch mehr Unternehmen, auf der größten Bühne zu stehen“

Stephan Flägel ist als Global Head of Benchmarks & Indices bei Qontigo für die DAX®-Reform mitverantwortlich. Qontigo entstand im Jahr 2019 durch den Zusammenschluss von STOXX®, DAX® und Axioma und ist Teil der Gruppe Deutsche Börse.


onemarkets: Was waren die Hauptmotive, den DAX® von 30 auf 40 Werte aufzustocken?


Flägel: Mit 40 Werten ist der DAX® noch etwas breiter und diversifizierter aufgestellt. Noch mehr Unternehmen erhalten so die Chance, große, internationale Investoren anzusprechen und sozusagen auf der größten Bühne zu stehen. Die Erweiterung des DAX® auf 40 Werte ist Teil einer umfangreichen Reform des deutschen Top-Index, die wir im letzten Herbst auf den Weg gebracht haben. Unser Ziel war es, den DAX® in drei Dimensionen weiterzuentwickeln: die Qualität des DAX® erhöhen, ihn an internationale Standards angleichen und das Regelwerk vereinfachen.


onemarkets: Macht die Erweiterung den Index für private und institutionelle Investoren attraktiver?


Flägel: Wer einen breit aufgestellten Index sucht, der die größten Unternehmen in Deutschland abbildet, kommt am DAX® nicht vorbei. Er wird mit 40 Werten noch etwas mehr Branchen enthalten. Grundsätzlich erfüllt der DAX® seine Aufgabe sehr gut, die ökonomische Realität in Deutschland abzubilden.


onemarkets: Warum kein DAX® 50?


Flägel: Um den Markt fair und ausgewogen nachzubilden, benötigt man Unternehmen von vergleichbarer Größe und Liquidität. Bei 50 Unternehmen im DAX® wäre das Stand heute nicht gewährleistet, denn die Liquidität nimmt schnell ab, je kleiner die Unternehmen werden. Das ist vor allem für Anleger problematisch, die den deutschen Aktienmarkt abbilden wollen.


onemarkets: Zukünftig müssen DAX®-Aspiranten gewisse Profitabilitätsanforderungen erfüllen. Wachstumsstarke, aber noch unprofitable „Durchstarter“ bleiben damit außen vor. Nimmt man dem DAX® damit nicht Potenzial?


Flägel: Die Profitabilitätsanforderung ist eine tragende Säule der DAX®-Reform, denn sie stellt ein wichtiges Qualitätskriterium dar. Unternehmen müssen nicht mehr nur eine gewisse Größe mitbringen, um es in den DAX® zu schaffen, sondern müssen jetzt eben auch Qualitätsanforderungen erfüllen. Durchstarter mit Potenzial kommen vielleicht zunächst in den SDAX®, steigen dann in den MDAX® auf. Und wenn sie schließlich DAX®-Reife haben, sollten zwei Geschäftsjahre im Plus eigentlich kein Problem mehr darstellen.


onemarkets: Herr Flägel, vielen Dank für das Gespräch.


Bildnachweis: Stocksy: Marco Govel Cover


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Funktionsweisen der HVB Produkte


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